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Von Steilkurven und spannenden Rennen

Der runderneuerte Kurs vor den Toren der niederländischen Metropole Amsterdam war für viele Piloten exakt Mitte Juli die absolute Herausforderung. Insbesondere jene, die den Kurs von früher kannten mussten sich komplett neu einstellen.

Bernhard Schoke

Hintergrund dafür sind und waren die Bauarbeiten im Vorfeld des geplanten Formel-1 Grand Prix auf der Strecke unmittelbar in den Dünen an der Nordsee. Für die Rückkehr der Königsklasse des Motorsports gestalteten die Macher weite Abschnitte neu. Dies betrifft vor allem die letzte Kurve vor der Start- und Ziel-Geraden und ihr „Gegenstück“ am Ende. Insbesondere wurden sie spektakulärer ausgelegt. Konkret:

Sie wurden erheblich überhöht, sprich als Steilkurven so gebaut, dass die Fahrer - je nach Zutrauen ins Auto und das eigene fahrerische Talent – weiter oben oder auch unten die Linie wählen können. Ergebnis in der Zusammenfassung: Je weiter oben um so höher die Geschwindigkeit am Bremspunkt. Und auch jener war nicht mehr so einfach zu definieren, wie zuvor. Denn: Die Düne, die zuvor als Stehplätze nach der Haupt-Tribüne fungierten und damit auch super Anhaltspunkte für die individuelle Auswahl von den Stellen lieferte, an dem spätestens ein Fuß auf dem Bremspedal sein sollte, wurde komplett abgetragen um Platz zu schaffen für Bedarfs-Tribünen und Event- beziehungsweise fußläufige Parkflächen für zahlungskräftige Klientel. Aber nicht nur dort. Auch nach der Kurve 3, der Hugenholtz-Bocht, benannt nach dem „Gründer“ der Strecke, wurden neuen Flächen geschaffen, die so den Blick in den weiteren Verlauf des Kurses in den Dünen ermöglichen. Aber nicht nur das. Auch der Turn 3 wurde eine richtig spektakuläre Steilkurve.

In Summe führten die Neuerungen – in Verbindung mit dem entsprechend neu gestaltetem Asphalt – zu zahlreichen „Ausrutschern“ und Safety Car Einsätzen. Hinzu kamen noch einige Reifen-Schäden – die je nach Sichtweise, sprich wen man fragte – ganz unterschiedliche „Erklärungen“ zur Folge hatten. Davon auch betroffen Klaus Bachler in seinem Porsche. Ein Plattfuß beendete seinen Auftritt am Samstag vorzeitig und quasi nachhaltig, denn der Renner kam auf dem Abschlepper in die Boxenanlage zu seinem Team zurück. Pech auch bei Mirko Bortolotti im „Lambo“ des Knittelfelder Grasser Teams. Hier vermasselte die Bremsanlage eine Top-Platzierung. Richtig „zählbar“ war für das Team der dritte Rang des Schwester-Autos mit dem Duo Rolf Ineichen (Schweiz) und Franck Perera (Frankreich) im Rennen am Sonntag. Und die V-max von Clemens Schmid im weiteren Schwester-Auto von exakt 257,74 km/h, die er sich mit zwei weiteren Kollegen „teilen“ musste. Demzufolge dürften alle drei ihre Renner – Lambo und Audi – wohl exakt vor/auf dem Bremspunkt am Drehzahlbegrenzer gehabt haben, denn auch die anderen Piloten waren kaum langsamer. Auch ein Ergebnis der Steilkurve, die den Renner quasi zusätzlichen „Boost“ verleiht.
Bei den nächsten Rennen sind dagegen wieder all jene im Vorteil, die schon einige Jahre dabei sind. Auf dem Nürburgring werden dann am ersten August-Wochenende – beim vierten von sieben Race-Weekends – die Weichen gestellt für die Titelträger und Platzierten des Motorsport-Jahres 2021.

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