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Renault-Boss: Druck, aus der Formel 1 auszusteigen, war groß Alpine hat das Kapitel Formel 1 von Renault übernommen
Motorsport Images

Renault-Boss verrät: Das ist der Plan mit Alpine in der Formel 1

Renault-Geschäftsführer Luca de Meo spricht über den Druck, den Konzern aus der Formel 1 zurückzuziehen, und über den Plan, den man nun mit Alpine verfolgt

Lange Zeit war die Zukunft von Renault in der Formel 1 unklar. Der französische Hersteller stand zeitweise sogar kurz vor dem Ausstieg, hat sich unter dem neuen Geschäftsführer Luca de Meo aber für eine andere Richtung entschieden und promotet seit diesem Jahr seine Sportwagenmarke Alpine. Dabei musste sich de Meo gegen zahlreiche Widerstände durchsetzen.

"Viele Leute haben mich gebeten, mit der Formel 1 aufzuhören, weil die finanzielle Situation von Renault sehr kompliziert ist", sagt er. Der Hersteller hatte im ersten Halbjahr 2020 einen Rekordverlust von 7,3 Milliarden Euro einfahren müssen und den französischen Staat um eine Garantie für ein fünf Milliarden Euro schweres Darlehn gebeten.

Damit verbunden waren auch Werksschließungen und der Abbau von rund 15.000 Arbeitsplätzen. Dass man sich da ein teures Formel-1-Team leistet, war daher für viele schwer nachzuvollziehen. "Die Formel 1 hat sich ein wenig vom Mainstream abgekoppelt und wird von einigen Leuten als ziemlich teures und vielleicht unnötiges Hobby gesehen", sagt de Meo. "Viele Leute interessieren sich überhaupt nicht dafür."

Werbewert der Formel 1 nicht finanzierbar

Daher gab es lautstarke Forderungen nach dem Rückzug aus der Formel 1. Doch de Meo hatte einen anderen Plan und machte die Formel 1 zu einem Business-Projekt mit dem Namen Alpine im Zentrum, die vor einigen Jahren ebenfalls vor dem Aus standen.

"Die Formel 1 ist eine gewaltige Marketing-Plattform. Wenn du im Bild bist, ist das hunderte Millionen von Mediengeld wert, die ich niemals investieren könnte, um der Marke Alpine solche Beachtung zu schenken", so der Italiener. "Und Beachtung ist Wert für die Marke."

Zudem suchte der neue Geschäftsführer nach einem Betätigungsfeld für seine Ingenieure bei Renault Sport, die wechselnde Aufgaben hatten und vor einer unsicheren Zukunft standen. Mit der Formel 1 haben sie ein gezieltes Projekt, das der Marke Alpine zudem Glaubwürdigkeit verleiht, wie de Meo betont.

De Meos Vision von Alpine

Alpine soll in Zukunft nicht mehr als nostalgische Marke gesehen werden, sondern als Marke einer neuen Generation, die Elektroautos produzieren kann, die Emotionen auslösen, wie es der CEO ausdrückt. Er träumt davon, dass Alpine als "Kombination zwischen einem Mini-Ferrari und einem Mini-Tesla" angesehen wird.

Die Aufgabe für Alpine-Geschäftsführer Laurent Rossi und das Team lautet nun, bis 2025 einen Break-Even-Point zu erreichen. Hersteller und Rennstall sollen also nicht mehr kosten, als sie einbringen.

"Es steckt ein Business-Plan dahinter. Das Team soll nicht nur Rennen gewinnen, auf dem Podest stehen und in der Formel 1 sichtbar sein. Wir wollen beweisen, dass wir mit dieser neuen Aufstellung Geld verdienen können", sagt de Meo. "Denn wenn wir Geld verdienen, dann wird das Team innerhalb des Unternehmens auch eine komplett andere Rolle einnehmen."

Der Italiener hat sogar schon einen weitreichenden Plan: "Mein Traum ist, dass die Besten der Besten im Unternehmen eines Tages zu Alpine gehen wollen, weil es das coolste Ding ist, was wir hier im Haus haben."

Motorsport-Total.com

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