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"Alles Lügen" - Andrea Dovizioso rechnet ab Andrea Dovizioso fuhr von 2013 bis 2020 für das Ducati-Werksteam
Motorsport Images

"Alles Lügen" - Andrea Dovizioso rechnet mit Ducati und Luigi Dall'Igna ab

Andrea Dovizioso schildert, wie sich das Verhältnis zu Ducati-Rennleiter Luigi Dall'Igna immer weiter verschlechterte und erklärt, was ihn besonders ärgert

Der Vertrag zwischen Ducati und Andrea Dovizioso ging mit dem Jahreswechsel zu Ende. Damit endete eine achtjährige Zusammenarbeit, die von Höhen und Tiefen geprägt war. Zuletzt aber ging es zwischen Ducati und "Dovi" wenig harmonisch zu.

Nach dem offiziellen Ende des Vertrags sprach sich Dovizioso in einem Interview mit der 'Gazzetta dello Sport' seinen Frust von der Seele und erklärt, wie sich das Verhältnis zu Ducati-Rennleiter Luigi "Gigi" Dall'Igna immer weiter verschlechterte.

"Welche Beziehung ich zu Gigi habe? Gar keine", kommentiert Dovizioso. "In den vergangenen Jahren waren wir bei 30 Prozent. Als dann Jorge Lorenzo 2017 kam, wurde mein Team durch Diskussionen und unterschiedliche Ansichten ein bisschen isoliert."

Kein normales Gespräch zwischen Dovizioso und Dall'Igna möglich

"Wir sprachen nicht länger über die Entwicklung der Maschine. Es gab keine weiteren Meetings, in denen es um die Entwicklung ging. Doch das Potenzial ist bei Ducati vorhanden. Das Fachwissen und die Fähigkeiten sind sehr groß. Das ist die einzige Sache, die mich in diesen acht Jahren verärgert. Wir hätten mehr erreichen können", bedauert der dreimalige Vize-Weltmeister.

"Seit 2017 gab es kein ruhiges Gespräch zwischen Gigi und mir", deckt Dovizioso auf. Es ist der Ducati-Corse-Chef, mit dem Dovizioso im finalen Drittel der Zusammenarbeit mit Ducati seine Probleme hatte. Es handelt sich nicht um ein grundsätzliches Problem mit Ducati.

"Die Entscheidungen wurden einzig und allein von Gigi getroffen. Es wird von Ducati gesprochen, doch das stimmt nicht. Alle Entscheidungen werden von ihm getroffen. Wie die Entscheidung mit Lorenzo 2017", erklärt Dovizioso und deckt auf: "Zu Beginn der Saison 2016 bestand die Möglichkeit, Marquez zu verpflichten, doch Gigi hatte sich bereits entschieden und wollte Lorenzo."

Stand das Dovizioso-Aus bei Ducati schon länger fest?

Nach Vizetiteln in der Saison 2017 und 2018 eskalierte die Situation im Sommer 2019. "Gigi hatte bereits erkannt, dass alles vorbei ist, als es 2019 das Meeting zwischen Sachsenring und Spielberg gab. Es war als technisches Meeting angesetzt, doch es kam anders", erinnert sich Dovizioso.

"Es gab Spannungen und wir wollten uns mit den Ingenieuren treffen. Es begann als technisches Meeting, endete dann aber in einer Konfrontation zwischen uns beiden. Gigi fühlte sich attackiert und besiegt. In diesem Moment schloss er die Tür", berichtet Dovizioso.

Dovizioso trauert der KTM-Option nach

Von da an war Dall'Ignas Einstellung zu einer Vertragsverhandlungen klar, meint Dovizioso. Im Frühjahr 2020 war Dovizioso einer der wichtigsten Puzzleteile in der Silly Season. Es verging Woche um Woche und Monat um Monat, bis Dovizioso vor seinem Sieg in Spielberg klar stellte, nach 2020 nicht länger für Ducati zu fahren.

Ducati behauptete vor Doviziosos überraschender Klarstellung, dass die Verhandlungen stocken. Doch laut Dovizioso gab es gar keine Gespräche: "Es wurde behauptet, dass ich dies und das wollte. Alles Lügen. Es gab nie ein Angebot. Es gab keine Verhandlungen. Ich wusste noch nicht einmal, dass sie mich nicht länger wollten. Doch was sie behaupteten, war die Bestätigung, dass für Dall'Igna bereits nach diesem Meeting 2019 alles vorbei war."

Ducatis Hinhaltetaktik brachte Dovizioso womöglich um einen Platz für die MotoGP-Saison 2021, in der er ein Pausenjahr einlegt. Mit etwas mehr Transparenz seitens Ducati hätte er "die Möglichkeit, zu KTM zu wechseln, anders angesehen", behauptet der Italiener, der in diesem Jahr in der Italienischen Motocross-Meisterschaft fahren möchte.

Motorsport-Total.com

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