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Quartararo triumphiert über Vinales – Rossi stürzt Fabio Quartararo baut seine WM-Führung mit Sieg Nr. 4 weiter aus
Motorsport Images

MotoGP in Assen: Quartararo triumphiert über Vinales - Rossi stürzt

Fabio Quartararo feiert in Assen einen souveränen Sieg vor Maverick Vinales und Joan Mir - Marc Marquez nach Aufholjagd Siebter - Valentino Rossi gestürzt

Fabio Quartararo kehrt in Assen auf die Siegerstraße zurück: Bei der Dutch TT setzte sich der Yamaha-Pilot deutlich gegen Teamkollege Maverick Vinales durch und baute die Führung in der WM mit seinem vierten Saisonsieg weiter aus. Der amtierende MotoGP-Champion Joan Mir (Suzuki) sicherte sich Rang drei.

Bei bestem Wetter und sommerlichen Temperaturen entschieden sich die meisten Fahrer am Vorderrad für den Medium-Reifen. Polesetter Vinales wählte vorne die weiche Mischung. Am Hinterrad waren alle Optionen vertreten, es dominierte jedoch der harte Reifen. Repsol-Honda setzte auf den weichen Hinterreifen.

Am Start erwischte Quartararo den besten Holeshot und ging in Führung, duellierte sich aber schon in der ersten Runde mit Francesco Bagnaia (Ducati). Takaaki Nakagami (LCR-Honda) hielt Rang drei. Vinales, direkt nach dem Start nur Fünfter, presste sich vorbei an Alex Rins (Suzuki), um Platz vier zu übernehmen.

Kollision mit Zarco: Rins fällt weit zurück

Letzterer verlor nach einer Berührung mit Johann Zarco (Pramac-Ducati) jedoch viele Positionen und fiel ans Ende des Feldes zurück. Die Rennleitung kündigte eine Untersuchung an, ließ den Vorfall aber schließlich ohne Konsequenzen auf sich beruhen.

Marc Marquez, von Platz 20 gestartet, lag nach zwei Runden bereits in den Top 10. Vorne gab Bagnaia die Pace vor. Die Rundenzeiten bewegten sich im Bereich mittlerer bis hoher 1:33er-Zeiten, weshalb das Feld eng zusammenblieb. Quartararo attackierte Bagnaia wiederholt, musste zunächst aber zurückstecken.

Am Ende der fünften Runde gelang dem WM-Leader in Kurve 11 dann ein Überholmanöver. Er zog das Tempo sofort an und steigerte die Rennpace auf tiefe 1:32 Minuten. Damit wuchs sein Vorsprung innerhalb weniger Umläufe auf zwei Sekunden an.

Francesco Bagnaia hält Verfolger lange auf

Hinter Bagnaia reihten sich die Verfolger auf, auch weil der Ducati-Pilot die anderen aufzuhalten schien. Mehrfach versuchte Nakagami einen Angriff, wurde auf der Startzielgeraden dank Bagnaias Ducati-Power jedoch immer wieder zurück überholt. Der Japaner kam aus dem Rhythmus und verlor in der Folge weitere Positionen.

Auch Bagnaia bekam Probleme: Wegen Missachtung der Tracklimits erhielt der Italiener eine Long-Lap-Penalty. Diese warf ihn von Platz zwei auf acht zurück. Fast zur gleichen Zeit stürzte sein Teamkollege Jack Miller und musste schließlich aufgeben.

Durch die Zwischenfälle in der Verfolgergruppe war es zu einer Yamaha-Doppelführung gekommen, denn Vinales rückte auf Platz zwei vor, hatte aber schon mehr als vier Sekunden Rückstand auf Quartararo. Zwar konnte er die Lücke noch auf 2,7 Sekunden reduzieren, doch Quartararo kontrollierte das Rennen von vorn.

Fabio Quartararo siegt trotz Armproblemen

Der Rennsieg war dem Franzosen nicht mehr zu nehmen. Polesetter Vinales musste sich mit Platz zwei zufriedengeben. Im Kampf um den letzten Podestplatz setzte sich Mir gegen Zarco durch. Im Ziel trennten die beiden nur 0,370 Sekunden.

"Das war ein wirklich schwieriges Rennen, denn ich hatte große Mühe, an 'Pecco' vorbeizukommen", analysiert Quartararo im Nachgang. "Als einmal an ihm vorbei war, konnte ich mein Tempo fahren. Ich hätte noch drei bis vier Zehntelsekunden schneller fahren können, bekam aber ziemliche Probleme mit meinem rechten Arm."

Doch seine Reserven reichten letzten Endes, um Vinales auf Abstand zu halten. Dieser grübelte über seinen schlechten Start: "Ich weiß nicht, was los war. Irgendwie konnte ich die Kupplung nicht richtig kommen lassen und kam schlecht weg. Dann hing ich lange hinter Nakagami fest und kam nicht vorbei", erklärt der Zweitplatzierte.

Joan Mir: Ein wirklich wichtiger Podestplatz

"Dass unser Bike auf den Geraden einen Nachteil hat, ist bekannt. Als ich dann vorbei war, habe ich zwar noch versucht, Fabio einzuholen, aber es war zu spät." Deutlich zufriedener äußert sich Mir über Rang drei: "Ich hätte mir nicht mehr erhoffen können."

"Ich wusste, das unsere Pace konstant war und habe das Maximum geben, um diesen besonderen und für uns wirklich wichtigen Podestplatz nach Hause zu bringen. Der wird uns Auftrieb geben für die zweite Saisonhälfte." Denn die MotoGP geht nach neun Saisonrennen in eine lange Sommerpause. Erst am 8. August geht es weiter.

Dann hat KTM sein Heimspiel in Spielberg, wo es einen Doubleheader geben wird. Ein drittes Podium in Folge blieb dem Hersteller an diesem Wochenende in Assen jedoch verwehrt. Miguel Oliveira fuhr ein unauffälliges Rennen auf Platz fünf zu Ende.

Marc Marquez holt insgesamt 13 Plätze auf

Marc Marquez kämpfte in der Schlussphase in einer Gruppe mit Bagnaia, Aleix Espargaro (Aprilia) und Nakagami. Am Ende musste er sich nur Bagnaia geschlagen geben und feierte mit Platz sieben angesichts der Ausgangslage (schwerer Sturz am Freitag, Startplatz 20 am Samstag) ein starkes Endergebnis.

Sein Honda-Teamkollege Pol Espargaro beendete das Rennen als Zehnter. Suzuki-Pilot Rins zeigte nach dem frühen Zwischenfall eine beherzte Aufholfjagd und sicherte sich noch Platz elf. Die restlichen Punkteränge belegten Brad Binder (KTM), Danilo Petrucci (Tech-3-KTM), Alex Marquez (LCR-Honda) und Enea Bastianini (Avintia-Ducati).

Valentino Rossi mit Horrorstart und Sturz

Valentino Rossi erlebte einen Horrorstart und reihte sich nach der ersten Runde nur auf Platz 21 ein. Nach sieben Runden war das Rennen für den MotoGP-Veteran dann vorbei: Er stürzte in Kurve 7. Sein Bike wurde stark beschädigt, Rossi blieb aber unverletzt.

Sein Teilzeit-Teamkollege bei Petronas-Yamaha, Garrett Gerloff, kam in Assen als Siebzehnter ins Ziel. Punkte blieben dem Superbike-Piloten somit zwar verwehrt, er konnte aber zumindest MotoGP-Rookie Luca Marini (Avinitia-Ducati) hinter sich lassen. Gerloff war für den am Knie operierten Franco Morbidelli eingesprungen.

Motorsport-Total.com

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