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Touring Car Masters: Slovakiaring
Fotos: Peter Tomschi

MSRacer Georg Karner & Stefan Fuhrmann führen die TCM-Tabellen an!

MS Racing , das Team von Matthias Stepanek, erlebte auf dem Slovakiaring so etwas wie absolute Höhen & Tiefen: Georg Karner gewinnt bislang sämtliche Sprintläufe, verliert im 1h-Rennen vor der letzten Kurve den Sieg - an seinen Teamkollegen Stefan Fuhrmann, der die Endurance-Tabelle anführt. TCM-Debütant Holger Baumgartner war in seinem Battle X-Bow „verdächtig schnell“. Jetzt locken Kult-Rennstrecke, Meer und Puszta...

Nach dem grandiosen Saisonauftakt im vertrauten, unkompliziert erreichbaren steirischen Spielberg fanden sich am zweiten Race Weekend der Touring Car Masters am 30. April/1.Mai auf dem Slovakiaring immerhin 13-Piloten ein - der leichte Starterrückgang (auf dem Red Bull Ring waren es 19) ist erklärbar: Zum einen sind Auslandsreisen immer noch pandemiebedingt mit bürokratischen Mühen verbunden, zum anderen mussten die TCM-Champions der Jahre 2019 und 2020, Ernst Kirchmayr und Clemens Stadler auch diesmal passen, und bekanntlich wird auch John Ford erst später in die Saison einsteigen...

Dafür gab es erneut Premieren, die man mit Spannung und Neugier erwarten durfte. Kurios: Nicht Rupert Atzberger , der in Spielberg nach 19 Jahren Pause ins Renncockpit zurückkehrte, pilotierte einen KTM X-Bow GTX, sondern dessen Landsmann Uwe Schmidt, ebenfalls ein erfahrener Rundstreckenpilot...

Mit Holger Baumgartner, nicht verwandt mit Felix „dem Mann, der vom Himmel fiel“, debütierte ein ehemaliger Champion der KTM X-Bow Battle in der Sprintwertung der TCM. Über sechs Battle-Jahre hinweg hat Baumgartner seinen Fahrstil stets zu optimieren versucht und dabei gelernt, dass man ein PS-Manko eigentlich nur mit einer „runden“, möglichst viel Speed mitnehmenden Kurvenfahrweise wettmachen kann - der „saubere Strich“ brachte dem Steirer im mindestens 100 PS schwächeren Battle-X-Bow gleich einmal Startplatz vier für das erste Sprintrennen, inmitten der bärenstarken Porsche- und GTX-Konkurrenz.

„Verdächtig schnell“: Die „schönsten Rosen“ kamen von Austria Motorsport - die Techniker der AMF haben den Baumgartner-X-Bow ausgiebig und in aller Ruhe untersucht, um letztendlich keine einzige Regelwidrigkeit feststellen zu können. Holger Baumgartner weiß nur zu genau, dass es die überragend schnellen Piloten sind, die sich damit automatisch „verdächtig“ machen. Baumgartner lacht - und erklärt: „Ich glaube schon, dass ich recht gut autofahren kann, finde es aber auch komplett okay dass man meinen X-Bow genauer geprüft hat - schließlich wurde damit auch jeder Verdacht im Keim erstickt. Ich fahre seit meinem Battle-Debüt stets das gleiche Auto...“ Da fällt Baumgartner ein: „Eigentlich ist mein Auto übergewichtig - ich könnte rund 20 Kilogramm an Zusatzgewicht ausbauen...“

Sprintrennen 1: Tabellenleader Georg Karner dominiert

Die Poleposition für das erste Sprintrennen eroberte mit Georg Karner jener Porsche 991 GT3-Pilot, der als klarer Tabellenleader mit der Maximalpunkteausbeute von 50 Zählern Spielberg verließ. Rund zwei Sekunden konnte Karner dem zweitplatzierten KTM X-Bow GTX-Piloten Uwe Schmidt abknöpfen. Wie knapp es hinter Karner zuging, zeigt der Umstand, dass Schmidt und die vier hinter ihm startenden Piloten Stefan Fuhrmann (im schwächeren Porsche der Klasse TCM4), Holger Baumgartner, Bob Bau (im stärkeren Elite-X-Bow) und Daniel Drexel (Battle X-Bow) innerhalb von fünf Zehntelsekunden lagen.

Während Polesetter Georg Karner den Start souverän für sich entscheiden konnte, verlor Uwe Schmidt einen Platz an Stefan Fuhrmann. Eine geradezu sensationelle Startphase gelang Alex Guillaume Ellinger im Porsche der Klasse TCM5: Vom achten Startplatz katapultierte sich Ellinger in der ersten Runde vor auf Platz vier, verdrängte damit Holger Baumgartner auf Platz fünf. Nach drei Runden lag Ellinger gar hinter Karner und Fuhrmann auf Platz drei.

Genau andersum die Entwicklung bei Uwe Schmidt, der in der dritten Runde auf Rang fünf zurückgefallen war und nun seinerseits von Bob Bau angegriffen wurde. Einen heißen Fight gab es auch zwischen Baumgartner und Ellinger. Nach sechs Runden führte Karner rund acht Sekunden vor Fuhrmann, weitere vier Sekunden dahinter ein Pulk bestehend aus Ellinger, Baumgartner, Schmidt und Bau. Der Trencar Racing-Pilot sei schließlich in sein Heck gekracht, berichtet Uwe Schmidt, der deshalb in Runde sieben die Box ansteuern musste.

In der neunten und damit letzten Runde sorgte ein Dreher des zweitplatzierten Stefan Fuhrmann dafür, dass Holger Baumgartner an ihm vorbeiziehen konnte. Georg Karner gewinnt 13 Sekunden vor Baumgartner und Fuhrmann., dahinter landen Ellinger, Christian Schaefer in einem weiteren Battle X-Bow sowie X-Bow Battle Jungtalent Daniel Drexel auf den Plätzen vier bis sechs.

1h : MSRacing-Drama vor letzter Kurve! Karner verliert Sieg an Fuhrmann

Satte 31 Autos aus dem Histo Cup Austria und den Touring Car Masters reihten sich am frühen Freitagabend für das einstündige Langstreckenrennen auf. Der Start verlief beinahe unfallfrei - eine Kollision hatte lediglich gelbe Flaggen in der betreffenden Kurve zur Folge.

Souverän an der Spitze zeigt das Live Timing stets das Team MS Racing 1 - denn auch hier gibt’s das gleiche Bild: Georg Karner kontrolliert das Feld nach Belieben. Für Karner ein Novum: „Ich bin zum ersten Mal die gesamte Stunde alleine gefahren.“

Nach 59 anstrengenden Minuten, in der 27. Runde plötzlich ein Aufschrei in der Box von MS Racing: Vor der letzten Kurve hat der Porsche 991 GT3 plötzlich keinen Vortrieb mehr - der völlig verdutzte Georg Karner muss den Boliden abstellen und sagt hernach: „Es hätte nur noch für diese eine Kurve reichen müssen...“

Grund zur Freude gibt es für Georg Karner dennoch: Denn der so bitter verlorene Langstreckensieg bleibt quasi in der Familie, als Sieger wird das Team MS Racing 2 aufgelistet: „Mein Teamkollege Stefan Fuhrmann hat das Rennen gewonnen, ich freue mich sehr für ihn, auch er fuhr die gesamte Distanz alleine.“ Fuhrmann übernimmt mit diesemSieg auch die alleinige Führung in der Endurance-Punktetabelle - die Sprint- und Endurance-Tabellen der TCM werden also von den beiden MS Racing-Piloten angeführt.

Platz zwei geht ebenfalls an einen „Alleinfahrer“: Holger Baumgartner fehlen in seinem KTM X-Bow Battle nach einer Stunde lediglich 13 Sekunden auf den PS-stärkeren Sieger-Porsche. Rund eine halbe Minute dahinter feiert Franz Lahmer für Koglbauer Motorsport Platz drei und prescht damit vor auf Platz zwei der Endurance Gesamt Tabelle, auf den Plätzen vier und fünf landen Uwe Schmidt im KTM X-Bow GTX sowie Bob Bau in seinem KTM X-Bow Elite.

Sprintrennen 2: MSRacing-Doppelsieg für Karner & Fuhrmann

Dass ihn der am Vortag im letzten Moment verloren gegangene Langstreckensieg ganz sicher nicht „geknickt“ hat, beweist Georg Karner am Samstagvormittag im Qualifying für das am gleichen Tag anstehende zweite Sprintrennen mehr als eindrucksvoll: Der neue TCM-Seriensieger angelt sich die Poleposition mit einem Vorsprung von rund 1,5 Sekunden auf Holger Baumgartner, rund 1,9 Sekunden auf Teamkollege Stefan Fuhrmann sowie satten 2,6 Sekunden auf den viertplatzierten Uwe Schmidt.

So überrascht es wenig, dass Karner sich erneut am Start durchsetzt und er sich hernach relativ zügig von seinen Verfolgern absetzen möchte. Oberster „Karner-Jäger“ ist nach der ersten Rennrunde jedoch nicht der von Platz zwei gestartete Holger Baumgartner, denn der X-Bow Battle Pilot rutschte gar auf Rang sieben ab - konnte sich aber in Runde sechs auf Platz fünf vorarbeiten und eine Runde später Alex Guillaume Ellinger den vierten Platz abknöpfen.

Geradezu perfekt war der zweite Sprint nicht nur für Georg Karner sondern auch für das MS Racing Team und Karners Teamkollege Stefan Fuhrmann. Den auf der Langstrecke so gnadenlos vereitelten Doppelsieg des Teams holte man an diesem Samstag im zweiten Sprint nach: Stefan Fuhrmann belegte mit rund acht Sekunden Rückstand Platz zwei - weitere 4,7 Sekunden dahinter fuhr Uwe Schmidt als Dritter über die Ziellinie.

Auch wenn Georg Karner nun schon vier Sprintläufe in Folge für sich entscheiden konnte und daher mit maximal möglichen 100 Punkten die Sprint-Tabelle dominiert (auf Platz zwei rangiert Alex Guillaume Ellinger mit 44 vor Franz Lahmer mit 42 sowie Stefan Fuhrmann mit 41 Zählern), will der Niederösterreicher keinesfalls zu früh über einen möglichen Titel nachdenken: „Die Saison ist noch immer jung, es sind noch viele Rennen ausständig. Die Champions der Vorjahre waren noch nicht am Start. Zudem wird mein Teamkollege Stefan Fuhrmann von Mal zu Mal schneller. Es ist also noch lange nichts in trockenen Tüchern...“

Übrigens: Dass Holger Baumgartner im Verlauf beider Sprintrennen jeweils Plätze gutmachte, die er zuvor am Start verloren hatte, ist kein Zufall. Der KTM X-Bow Battle Pilot erklärt: „Mit den lediglich rund 360 PS des Battle-X-Bow stehst du am Start gegen die wesentlich stärkeren Porsche auf verlorenem Posten - erst im Verlauf des weiteren Rennens kannst du in den Kurven jene Zeit herausfahren, die es dir ermöglicht, die am Start verlorenen Positionen wieder zurückzuerobern.“ Das wiederum sorgt für zusätzliche Würze im Renngeschehen - für die Zuschauer an der Strecke oder am Livestream (war diesmal leider nicht möglich) eine Win/Win-Situation: Die „Startschwäche“ des Battle-X-Bow sorgt für Positionskämpfe vom ersten Meter an, die darauf folgende Zurückeroberung der verlorenen Plätze garantiert Hochspannung bis zur geschwenkten Zielflagge....

TCM-Sommer: Knifflige Kurven, Meer & Puszta

Die harten aber stets fairen Fights auf der Strecke, kombiniert mit dem freundschaftlichen Umgang und den erstklassigen Speisen in der neuen MZR/TCM-Hospitality haben Baumgartner die Erinnerungen an sein Touring Car Masters-Debüt versüßt - eine Rückkehr in die TCM-Family ist daher fix eingeplant. Baumgartner nickt: „Ich kann zwar aus beruflichen Gründen nicht in Grobnik an den Start gehen, doch auf dem Pannoniaring bin ich sicher wieder dabei.“ Nachsatz: „Vielleicht geht sich Grobnik doch noch aus - wenn, dann würde ich das aber sehr kurzfristig zu entscheiden haben...“

Am 18. und 19. Juni steigt auf dem Autodromo Grobnik in Rijeka/Kroatien das dritte Rennwochenende der Touring Car Masters, erneut als Gastserie des Histo Cup Austria. Es locken eine 4,1 Kilometer lange charismatische Motorradrennstrecke mit ihren 15 zum Teil kniffligen Kurven sowie das Meer.

Am 9. und 10. Juli machen die Touring Car Masters wieder in der ungarischen Puszta Station - auf dem Pannoniaring steigt das vierte und ganz sicher nicht letzte Rennwochenende der noch jungen Saison 2021.

TCM-Kalender 2021

9.-10.4. Red Bull Ring (Österreich)
30.4.-1.5. Slovakiaring (Slowenien)
18.-19.6. Grobnik (Kroatien)
9.-10.7. Pannoniaring (Ungarn)
Weitere Termine werden aufgrund von COVID19 erst in den kommenden Wochen fixiert

Die Punktestände 2021:

Sprint gesamt:? 1. Georg KARNER 100 Punkte
2. Alex Guillaume ELLINGER 44 Punkte
3. Franz LAHMER 42 Punkte
4. Stefan FUHRMANN 41 Punkte
5. Alois RIEDER 36 Punkte
6. Holger BAUMGARTNER 33 Punkte
7.Gerald HOFER 24 Punkte
8. Christian SCHAEFER 20 Punkte
9. Manuel SÜSSENGUTH 12 Punkte
10. Daniel DREXEL 11 Punkte

Sprint Klassen-Leader
TCM1: Peter EIBISBERGER & LEO PICHLER ?TCM2: Daniel DREXEL
TCM4: Gerald HOFER
TCM5: Georg KARNER
TCM6: Roland HARTL
TCM7: Rupert ATZBERGER & Uwe SCHMIDT

Endurance gesamt:
1. Stefan FUHRMANN 43 Punkte
2. Franz LAHMER 27 Punkte
3. Alois RIEDER 25 Punkte
4. Holger BAUMGARTNER 18 Punkte
5. Gerald HOFER 15 Punkte
6. Bob BAU 12 Punkte
7. Manuel SÜSSENGUTH 10 Punkte
=. Georg ZOLTAN 10 Punkte
=. Denis LIEBL 10 Punkte
=. Dominik OLBERT 10 Punkte

Endurance Klassen-Leader
TCM1: Leo PICHLER & Andreas HÖFLER
TCM2: Clemens DREXEL & Denis LIEBL & Dominik OLBERT
TCM4: Stefan FUHRMANN
TCM5: Franz LAHMER
TCM6: Roland HARTL & Bernhard LÖFFLER
TCM7: Rupert ATZBERGER & Peter KOX & Uwe SCHMIDT

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