MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Neuer Porsche 911 GT3 R bereit für die DTM? Der neue Porsche 911 GT3 R, der ab 2023 ausgeliefert wird, im Testeinsatz
Porsche AG

"Gibt mehr Potenzial": Ist der neue Porsche 911 GT3 R für die DTM gerüstet?

Die DTM-Einstufung, die sich an der Leistungsgrenze orientiert, kam Neueinsteiger Porsche bisher nicht entgegen: Wie man beim Nachfolger für 2023 darauf einging

Wegen der Balance-of-Performance-Einstufung in der DTM, die die schnellstmöglichen Rundenzeiten vorsieht, musste der aktuelle Porsche 911 GT3 R mit seinem kleinen Boxermotor meist an der absoluten Leistungsgrenze und mit weniger Gewicht eingesetzt werden. Doch abgesehen vom Norisring, der ein wendiges Auto bevorzugt und wo man siegte, war man bisher kaum konkurrenzfähig.

Welche Vorzeichen bringt diesbezüglich das eben präsentierte Nachfolgemodell mit, das schon kommende Saison den aktuellen Boliden auch in der DTM ablösen wird? "Man wird nichts neues entwickeln, was weniger Leistung hat", schmunzelt GT3-Projektleiter Sebastian Golz im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

Tatsächlich sind die reinen Leistungsdaten auch für die DTM positiv: Der Sechszylinder-Heckmotor kommt zwar im Gegensatz zu den meisten anderen neuen GT3-Autos weiter ohne Turbo aus, verfügt aber über 4.194 statt 3.997 Kubikzentimeter Hubraum. Die Bohrung wurde von 102 auf 104,5 Millimeter vergrößert. Man geht von 565 PS aus, während es beim Vorgänger knapp über 520 PS waren.

Warum Porsche dem Motorenkonzept treu bleibt

Die DTM habe man laut Golz aber bei der Entwicklung des Boliden, die laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' rund 25 Millionen Euro gekostet hat, gar nicht im Blick gehabt.

"Unser Fahrzeug wurde für die GT3 entwickelt", stellt Golz klar. "Die DTM hat GT3-Fahrzeuge gewählt, und hat gesagt: Ich versuche, maximale Leistung darzustellen und mich abzusetzen. Die Maximalleistung geht dabei aus dem Performance-Fenster von einem normalen GT3-Fahrzeug heraus."

Während andere Fahrzeuge aufgrund ihrer größeren Motoren diesbezüglich mitgehen können, habe man bei Porsche ein Auto entwickelt, das die GT3-Klasse mitbedienen kann und sich innerhalb des Fensters bewege. "Wir bauen keinen Motor ein, um zu sagen: Es ist toll, 650 PS zu leisten. Das hat keinen Sinn", so Golz. Zumal es in der "DNA von Porsche" stecke, kleinvolumige Motoren mit Hochdrehzahl-Konzept zu bauen.

"Das neue Fahrzeug hat mehr Potenzial"

Dennoch habe man versucht, den neuen GT3-Porsche für die Herausforderungen im kommenden Homologationszeitraum, in dem 2024 auch der Wechsel von GTE auf GT3-Premium in Le Mans bevorsteht, zu rüsten.

"Mit dem neuen Fahrzeug gibt es natürlich mehr Potenzial", sagt Golz. "Wenn man die Entwicklung weiterführt, ist es normal, dass die Fahrzeuge in Summe auch immer mehr können. Weil wir uns natürlich auch die GT3-Evolution anschauen. Wo geht diese BoP in Zukunft vielleicht hin? Das neue Fahrzeug hat mehr Potenzial, um natürlich auch in Zukunft über Jahre immer konkurrenzfähig zu sein", erklärt er die Herangehensweise bei der Entwicklung.

Zudem legte man wert darauf, ein Auto zu bauen, das vor allem in Meisterschaften erfolgreich sein kann, in denen eine Balance of Performance zum Einsatz kommt. "Was ist das Wichtigste in diesen BoP-Meisterschaften?", fragt Golz - und gibt gleich die Antwort. "Baue ein Auto, mit dem ich konstant schnell fahren kann. Weil: Peak-Performance wird vom Promoter bestraft. Das heißt, ich muss meine Performance lange halten können. Viel Arbeit ging also in das Thema Fahrbarkeit."

Zudem wollte man dafür sorgen, dass auch Amateure mit dem Boliden schnell konkurrenzfähig sind. "Wir haben Wert darauf gelegt, dass das Auto leichter zu fahren und leichter zu bedienen ist", sagt Golz. "Am Ende werden wir durch die BoP natürlich immer irgendwo eingebalanct. Und dann geht es darum, lange, konstant und gut schnell fahren zu können."

Motorsport-Total.com

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Wer ist der beste Fahrer 2025?

So haben die Formel-1-Teamchefs abgestimmt

Die Formel-1-Teamchefs haben Max Verstappen zum fünften Mal in Folge zum Fahrer der Saison 2025 gewählt - Lewis Hamilton verpasst den Sprung in das Top-10-Ranking

Helmut Marko: Abschied bahnt sich an

Marko und Red Bull: Zeichen stehen auf Abschied

Helmut Marko steht vor dem Rückzug aus seiner Funktion als Motorsport-Berater von Red Bull in der Formel 1 - trotz eines ursprünglich bis 2026 laufenden Vertrags

Mintzlaff: "War sein Wunsch"

Helmut Marko hört auf als Red-Bull-Berater

Red Bull gibt bekannt: Helmut Marko beendet seine Rolle als Motorsport-Berater zum Jahresende - Für Marko ist "der richtige Moment gekommen"

Für Kurzentschlossene das perfekte Weihnachtsgeschenk: Der Kalender Motorsport Classic 2026 von McKlein entführt Sie Monat für Monat in die goldene Ära des Motorsports.

Norris erklärt seine Titelmentalität

"Vergleiche interessieren mich nicht"

Am Sonntag reihte sich Lando Norris in die Riege der Formel-1-Weltmeister ein, doch an Vergleichen oder persönlichen Rivalitäten ist der Brite nicht interessiert