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Rene Rast verlässt Audi nach zwölf Jahren Manager Dennis Rostek, Rene Rast und Audi-Einsatzleiter Rolf Michl
Audi AG

Rene Rast verlässt Audi nach zwölf Jahren: "Habe im Motorsport noch Ziele"

Wie Rene Rast nach zwölf Jahren seine Abschied von Audi argumentiert, was trotz Werksvertrag für 2023 dazu führte und was der dreimalige DTM-Champion nun plant

Es hat sich bereits angedeutet, aber jetzt ist es Gewissheit: Der dreimalige DTM-Champion Rene Rast wird Audi nach zwölf gemeinsamen Jahren mit Saisonende 2022 verlassen. Das haben die Ingolstädter in einer Pressemitteilung bekanntgegeben.

"Diese Entscheidung ist mir alles andere als leichtgefallen", wird Rast darin zitiert. "Die DTM mit GT3-Rennwagen macht mir viel mehr Spaß, als ich mir das jemals hätte vorstellen können. Aber ich habe im Motorsport noch ein paar Ziele, die ich verwirklichen möchte. Deshalb muss ich mich nach dem Ende der Saison 2022 schweren Herzens von den Audi-Fans verabschieden."

Welche Ziele das sind, bleibt Rast in der Pressemitteilung schuldig. Laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' steht der 35-jährige Mindener aber vor seinem Formel-E-Comeback bei McLaren, wodurch er nach dem Audi-Ausstieg in der vergangenen Saison in die Elektrorennserie zurückkehren wird.

Warum Rast trotz Werksvertrag für 2023 Audi verlässt

Und das, obwohl Rast im Vorjahr eigentlich einen Audi-Werksvertrag für das Jahr 2023 unterschrieben hatte. Dass dieser vorzeitig aufgelöst wurde, hat damit zu tun, dass ihm Audi für das kommende Jahr nach dem Aus für das LMDh-Programm, das offiziell nur "pausiert" wurde, kein Werksprogramm anbieten kann.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Audi-Programm, in dem Rast gerade aktiv ist, eingestellt wird. Die Class-1-DTM-Ära, in der der 35-Jährige drei Titel holte, ging mit dem Audi-Ausstieg Ende 2020 laut Rast "viel zu schnell zu Ende. Auch bei den Le-Mans-Prototypen und in der Formel E hatte ich das Pech, jeweils gerade erst ins Team gekommen zu sein, als die Programme beendet wurden. Das war wirklich sehr schade."

Und jetzt stehen laut Oliver Hoffmann, der bei Audi Vorstand für die Technische Entwicklung ist, erneut Änderungen bevor. "Unser Motorsport-Programm wird im Zuge der Elektrifizierung des Unternehmens gerade komplett neu aufgestellt", so Hoffmann. "Und auch Rene ist an einem Punkt in seiner Karriere, an dem er neue Weichen stellen will."

Rast-Abgang nach vielen Erfolgen "umso schmerzhafter"

Trotz der Trennung würdigt Hoffmann die tollen Erfolge, die man dem Erfolgspiloten zu verdanken hat. "Was Rene Rast vor allem in der DTM für Audi Sport geleistet hat, ist einzigartig. Umso schmerzhafter ist es, dass wir Rene nach so vielen gemeinsamen erfolgreichen Jahren als Rennfahrer ziehen lassen müssen", sagt Hoffmann.

Der Mindener habe "seinen festen Platz in der Geschichte von Audi Sport, und er wird immer ein Freund der Audi-Familie bleiben. Für seine Zukunft wünschen wir ihm nur das Beste."

Audis Motorsportchef Julius Seebach, der auch als Geschäftsführer der Audi Sport GmbH fungiert, ergänzt: "Rene Rast wurde lange unterschätzt. Bei Audi Sport konnte er zeigen, dass er zu den besten Rennfahrern der Welt zählt. Vor allem seine Erfolge in der Class-1-Ära der DTM werden immer eng mit den Vier Ringen verbunden sein."

Spätzünder Rene Rast blieb lange unentdeckt

Tatsächlich blieb Rasts Talent lange unerkannt - er wurde mehrmals bei Audi-Fahrersichtungen nicht berücksichtigt. Doch sein Triumph beim 24-Stunden-Klassiker in Spa mit WRT im Jahr 2014 - sein zweiter Sieg nach 2012 - war ein Türöffner, um einen Werksvertrag bei Audi zu ergattern. Zudem gewann er 2014 den Meistertitel im ADAC GT Masters und den 24-Stunden-Klassiker auf dem Nürburgring. Auch in Daytona siegte er 2012 und 2016.

2015 wurde Rast Teil des LMP1-Fahrerkaders für die 24 Stunden von Le Mans, doch das Programm wurde ein Jahr später eingestellt. Sein Traum, erneut mit Audi an die Sarthe zurückzukehren und in der Topklasse um den Sieg zu fahren, erfüllte sich nicht.

Den ganz großen Durchbruch erlebte Rast aber in der DTM. 2016 kam er als Ersatz für den verletzten Adrien Tambay vor dem Sonntagsrennen in Zandvoort zu einem Spontaneinsatz - und fuhr ohne jegliche Vorbereitung gleich die schnellste Runde. Als er einige Monate später beim Saisonfinale in Hockenheim erneut als Ersatz nominiert wurde - diesmal wegen einer Rallycross-Terminkollision von Mattias Ekström -, hinterließ er einen so starken Eindruck, dass er für 2017 einen Fixplatz erhielt.

Dominanz in der Class-1-Ära der DTM mit drei Titeln

Was dann folgte, ist bis heute legendär: Rast holte gleich in seiner Premierensaison mit dem Rosberg-Team sensationell den Titel, was vor ihm nur sechs andere Fahrer geschafft hatten. Eine Leistung, die er in den folgenden Jahren untermauerte: Innerhalb von vier Jahren gewann Rast mit Rosberg dreimal den Meistertitel, 2018 verpasste er einen weiteren Titel als Vizemeister nach einer eindrucksvollen Aufholjagd um lediglich vier Punkte.

Die Bilanz in Zahlen: In vier Jahren gewann Rast mit dem Audi RS 5 24 Rennen, holte 20 Polepositions, drehte 14 Mal die schnellste Runde und sammelte 1.113 Punkte. Das entspricht bei 77 Starts einem Schnitt von mehr als 14 Punkten pro Rennen.

"Audi war in den letzten Jahren mein Leben. Wir haben fantastisch zusammengearbeitet und viele tolle Erfolge gefeiert", zeigt sich Rast emotional. "Diese Momente werde ich nie vergessen, auch nicht die vielen großartigen Menschen, die meine Siege und Meistertitel möglich gemacht haben." Die Class-1-Ära in der DTM sei für ihn "das absolute Highlight" gewesen.

Zum Abschluss wird Rast nun alles daran setzen, seinen vierten DTM-Titel zu holen, denn bei Halbzeit der Meisterschaft liegt er nach einer Aufholjagd als Dritter nur noch zehn Punkte von der Spitze entfernt.

Motorsport-Total.com

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