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Lewis Hamilton vor 300. Grand Prix Lewis Hamilton steht in Frankreich vor seinem 300. Formel-1-Start
Motorsport Images

F1-Fahrer mit den meisten Rennen: Lewis Hamilton vor 300. Grand Prix

Lewis Hamilton wird beim Großen Preis von Frankreich 2022 sein 300. Formel-1-Rennen starten - Das sind die Top acht Piloten nach Rennstarts

Kimi Räikkönen hält mit 349 Grands Prix zwischen 2001 und 2021 den Rekord für die meisten Rennstarts in der Formel-1-Weltmeisterschaft. Beim kommenden Rennen in Frankreich wird Mercedes-Pilot Lewis Hamilton der sechste Fahrer sein, der den Meilenstein von 300 Formel-1-Rennen erreichen wird.

Aktuell ist Fernando Alonso der einzige aktive Fahrer mit mehr als 300 Starts, doch Sebastian Vettel ist ebenfalls auf dem besten Weg, diesem exklusiven Club beizutreten, wenn er 2023 weiterfahren sollte. Der Heppenheimer steht aktuell bei 288 Start bei noch elf verbleibenden Saisonrennen 2022.

Aufgrund der geringeren Anzahl an Saisonrennen sowie des größeren Sicherheitsrisikos waren die Karrieren der Formel-1-Piloten früher kürzer, obwohl die Fahrer auch an Nicht-WM-Veranstaltungen teilnahmen, die in diesen Zahlen nicht enthalten sind.

Der zweifache Weltmeister und "Mister Monaco" Graham Hill hielt den Rekord mehr als ein Jahrzehnt lang, bevor Jacques Laffite beim Grand Prix von Großbritannien 1986 seine Zahl von 176 übertraf.

Leider war Laffite in Brands Hatch in einen Startunfall verwickelt, der seine Karriere in der Formel 1 vorzeitig beendete. Riccardo Patrese schraubte den Rekord anschließend auf 256, doch mittlerweile gibt es acht Fahrer, die diese Zahl übertroffen konnten, die nun der Reihe nach aufgelistet sind.

Platz 1: Kimi Räikkönen

Rennstarts: 349
Saisons: 2001-2009, 2012-2021
Siege: 21
Polepositions: 18
Schnellste Rennrunden: 46
WM-Titel: 1 (2007)

Nach einer unglaublich kurzen Junioren-Karriere stieg Räikkönen 2001 im Alter von 21 Jahren bei Sauber in die Formel 1 auf. Er beeindruckte die Formel-1-Welt so sehr, dass er für die Saison 2002 von McLaren verpflichtet wurde und fünf Saisons beim britischen Rennstall blieb.

Sein erster Sieg gelang ihm beim Grand Prix von Malaysia 2003. Insgesamt holte Räikkönen derer neun für McLaren. 2005 stand er kurz davor, den Titel zu gewinnen, wurde aber durch anhaltende Zuverlässigkeitsprobleme ausgebremst und wechselte nach einer enttäuschenden Saison 2006 zu Ferrari, um Michael Schumacher zu ersetzen.

Räikkönen gewann direkt bei seinem Ferrari-Debüt den Großen Preis von Australien 2007 und schnappte sich beim Finale in Brasilien nach einem dramatischen Kampf mit den McLaren-Fahrern Lewis Hamilton und Fernando Alonso den WM-Titel.

Danach begann sein Teamkollege Felipe Massa bei Ferrari die Oberhand zu gewinnen, aber Räikkönen steigerte seine Leistung nach dem Unfall des Brasilianers beim Qualifying von Ungarn 2009. Er gewann das Rennen in Belgien, jedoch wurde er am Ende der Saison aus seinem Vertrag entlassen.

Räikkönen versuchte sich im Rallyesport und in der NASCAR, ehe er 2012 mit Lotus in die Formel 1 zurückkehrte. Auf dem Weg zum dritten Platz in der Fahrerwertung gewann er das Rennen in Abu Dhabi und konnte in der folgenden Saison in Australien noch einmal für Lotus nachlegen.

2014 kehrte er zu Ferrari zurück, musste sich aber zunächst gegen Alonso und dann gegen Vettel teilweise deutlich geschlagen geben. Beim Grand Prix der USA 2018 holte Räikkönen seinen 21. und letzten Formel-1-Sieg, wurde aber nach der Saison durch Charles Leclerc ersetzt, sodass er seine Karriere mit drei Saisons bei Alfa Romeo ausklingen ließ. Mit seinem Titel im Jahr 2007 ist der Finne bis heute der letzte Ferrari-Weltmeister.

Platz 2: Fernando Alonso

Rennstarts: 344
Saisons: 2001, 2003-2018, seit 2021
Siege: 32
Polepositions: 22
Schnellste Rennrunden: 23
WM-Titel: 2 (2005-2006)

Von allen Fahrern auf dieser Liste hat Alonso wahrscheinlich eine Bilanz, die seine beeindruckenden Leistungen über zwei Jahrzehnte hinweg am schlechtesten widerspiegelt. Wenn man bedenkt, dass er zweifacher Formel-1-Weltmeister ist und in der ewigen Siegerliste an sechster Stelle steht, will das schon etwas heißen.

Nachdem er in seiner ersten Saison im Jahre 2001 mit dem kleinen Minardi-Team auf sich aufmerksam gemacht hatte, holte Alonso nach einem Jahr als Testfahrer seinen ersten Sieg beim Grand Prix von Ungarn 2003 mit Renault.

Eine brillante Saison für das französische Team brachte ihm 2005 den Titel ein, welchen er 2006 erfolgreich verteidigen konnte, obwohl er von einem wiedererstarkten Michael Schumacher herausgefordert wurde, dessen Dominanz Alonso zuvor brechen konnte.

Für die Saison 2007 wechselte Alonso zu McLaren. Das Auto war schnell, aber auch der frühreife Rookie Hamilton. Der teilweise schmutzige teaminterne Kampf sowie die Spionage-Affäre bei McLaren half Räikkönen, den Titel schließlich doch noch für Ferrari zu holen.

Alonso fühlte sich nicht mehr unterstützt und wechselte in der Folge zurück zu Renault, wo er 2008 zweimal gewann, inklusive der Crashgate-Affäre in Singapur, als sein Teamkollege Nelson Piquet Jr. mit Absicht einen Unfall baute, um Alonso strategisch zum Sieg zu verhelfen.

2010 wechselte Alonso zu Ferrari und erlebte bei dem berühmten italienischen Team wohl seine beste Zeit. Trotz mittelmäßiger Autos und fragwürdiger Strategieentscheidungen seines Teams war Alonso sowohl 2010 als auch 2012 nahe dran, die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Als Ferrari jedoch die neue Turbo-Hybrid-Ära schlecht begann, verließ Alonso das Team nach einem enttäuschenden Jahr 2014 in Richtung seines Ex-Teams McLaren.

Die Kombination McLaren-Honda erwies sich jedoch als katastrophal und Alonso vergeudete vier Saisons, sodass er eine Formel-1-Pause einlegte und sich anderen Rennserien widmete. Er gewann zweimal das 24-Stunden-Rennen von Le Mans und fügte seinem Lebenslauf auch die Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) hinzu. Seine Versuche, das Indy500 zu gewinnen blieben bisher ohne Erfolg.

2021 gab er mit Alpine sein Comeback in der Formel 1, womit er zu den Wurzeln seiner größten Triumphe aus den Jahren 2005 und 2006 zurückkehrte. Beim Großen Preis von Katar 2021 fuhr er erstmals seit sieben Jahren wieder auf das Podium.

Platz 3: Rubens Barrichello

Rennstarts: 322
Saisons: 1993-2011
Siege: 11
Polepositions: 14
Schnellste Rennrunden: 17
WM-Titel: 0

Rubens Barrichello begann seine Formel-1-Karriere bei Jordan und blieb dem Team vier Saisons lang treu. Besonders bei nassen Bedingungen konnte der Brasilianer of beeindrucken und holte seine erste Poleposition in einem verregneten Spa 1994, bevor er 1997 beim Regenrennen in Monaco als Stewart-Pilot einen hervorragenden zweiten Platz belegte.

Im Jahr 2000 wechselte der Brasilianer an der Seite von Michael Schumacher zu Ferrari und konnte schließlich bei seinem 123. Start seinen ersten Grand-Prix-Sieg feiern, als er das Rennen in Deutschland vom 18. Startplatz aus gewann.

Barrichello erwies sich als guter Teamplayer und trug zu fünf aufeinanderfolgenden Konstrukteurstiteln Ferraris bei. Stellenweise war Barrichello auf Augenhöhe mit Schumacher, doch neben der fehlenden Konstanz musste er gelegentlich für den Deutschen zur Seite gehen, wie beispielsweise in Österreich 2002, als der berühmte Funkspruch von Teamchef Jean Todt fiel: "Let Michael pass for the championship."

Nachdem er 2006 durch Felipe Massa ersetzt wurde, wechselte Barrichello zu Honda. Er erlebte drei schwierige Jahre an der Seite von Jenson Button. Zudem geriet das Team infolge der Finanzkrise 2008 in wirtschaftliche Schwierigkeiten, sodass Honda beschloss, sich aus der Formel 1 zurückzuziehen.

Als BrawnGP wiederauferstanden, hatte das Team zu Beginn des Jahres 2009 das beste Auto, aber es war Button, der das Beste daraus machte. Red Bull wurde im weiteren Verlauf der Saison immer stärker, doch Barrichello konnte zwei Siege und den dritten Platz in der Gesamtwertung einfahren, während sein Teamkollege Button den Titel holte.

Nach zwei weiteren Jahren bei Williams im Mittelfeld zog sich Barrichello Ende 2011 aus der Formel 1 zurück, nachdem er zu diesem Zeitpunkt einen Rekord von 322 Rennstarts aufgestellt hatte.

Platz 4: Michael Schumacher

Rennstarts: 306
Saisons: 1991-2006, 2010-2012
Siege: 91
Polepositions: 68
Schnellste Rennrunden: 77
WM-Titel: 7 (1994-1995, 2000-2004)

Die Motorsport-Legende Michael Schumacher gab sein Formel-1-Debüt für Jordan beim Großen Preis von Belgien 1991. Er wurde sofort danach von Benetton unter Vertrag genommen, holte 1992 in Spa seinen ersten Rennsieg und entwickelte das Team zu einem Meisterschaftsanwärter.

Schumacher holte sich 1994 seinen ersten WM-Titel nach einem fragwürdigen Zusammenstoß mit seinem Rivalen Damon Hill in Adelaide, als sich die Formel 1 vom Tod Ayrton Sennas erholte. Schumacher unterstrich seinen Status als neuer Maßstab mit einer brillanten Kampagne zur Titelverteidigung im Jahr 1995.

1996 wechselte Schumacher zu Ferrari, das sich damals nach einer Flaute in einer Phase des Wiederaufbaus befand. Die Scuderia hatte seit 1979 mit Jody Scheckter keinen Fahrerweltmeister mehr gestellt, doch Schumacher führte die Italiener aus der Misere.

Der Deutsche erzielte in den folgenden drei Jahren einige seiner besten Siege, doch erst im Jahr 2000 - nachdem er einen Teil der Saison 1999 aufgrund von Verletzungen, die er sich bei einem Unfall in Silverstone zugezogen hatte, verpasst hatte - holte er seinen dritten Meisterschaftserfolg und seinen ersten für die Scuderia.

Danach öffneten sich die Schleusen und Schumacher holte vier weitere Titel, wobei die Jahre 2002 und 2004 zu den dominantesten in der Geschichte der Formel 1 zählen. Eine Regeländerung und der Aufstieg von Alonso bei Renault beendeten die Serie 2005, aber Schumacher schlug 2006 noch einmal zurück und verlor den Titel nur knapp an den Spanier, bevor er seine Karriere zum ersten Mal beendete.

Nach drei Jahren Auszeit kehrte Schumacher 2010 in die Formel 1 für Mercedes zurück. Er ließ sein altes Selbst aufblitzen, vor allem als er das Qualifying in Monaco 2012 für sich entscheiden konnte.

Doch er war nicht mehr die Kraft, die er einmal war, und Schumacher zog sich nach drei Saisons und drei verlorenen Teamduellen gegen Nico Rosberg endgültig zurück, ohne seinen damaligen Rekord von 91 Grand-Prix-Siegen zu übertreffen.

Platz 4: Jenson Button



Rennstarts: 306
Saisons: 2000-2017
Siege: 15
Polepositions: 8
Schnellste Rennrunden: 8
WM-Titel: 1 (2009)

Jenson Button ging nach nur zwei erfolgreichen Saisons in Junior-Kategorien in die Formel 1 zu Williams. Er beeindruckte im Jahr 2000, verlor aber seinen Platz an Indycar-Star Juan Pablo Montoya und wechselte zu Benetton.

Der unerfahrene Button hatte 2001 an der Seite von Giancarlo Fisichella zu kämpfen, verbesserte sich aber 2002 und wechselte dann zu BAR. Im Jahr 2003 setzte er sich gegen seinen Teamkollegen und Weltmeister von 1997, Jacques Villeneuve, durch, bevor er im darauf folgenden Jahr so richtig durchstartete.

Button war auf seinem Weg zum dritten Platz in der Fahrerwertung einer der herausragenden Fahrer der Saison 2004, aber die Dominanz von Ferrari bedeutete, dass ein erster Formel-1-Sieg unerreichbar blieb.

Buttons erster Erfolg gelang schließlich in Ungarn 2006 dank einer brillanten Fahrt unter schwierigen Bedingungen von Startplatz 14 aus. Doch danach ließ die Konkurrenzfähigkeit von Honda stark nach und Buttons Karriere schien beendet, als sich Honda Ende 2008 zurückzog.

Ross Brawn half, das Team zu retten, und der BrawnGP 001 mit Doppeldiffusor war zu Beginn der Saison 2009 das Auto, das man haben musste. Mit ihm gewann Button sechs der ersten sieben Rennen und sicherte sich den WM-Titel.

Button wechselte in der folgenden Saison zu McLaren an die Seite von Lewis Hamilton und holte zwischen 2010 und 2012 acht Siege. Im gleichen Zeitraum sammelte er zudem mehr Punkte als Hamilton, vor allem dank Buttons wohl bester Formel-1-Kampagne 2011, die ihm den zweiten Platz in der Meisterschaft einbrachte.

Button führte McLaren nach Hamiltons Wechsel zu Mercedes an, doch das Team befand sich mit dem Wechsel zu Honda-Motoren auf einem Abwärtstrend und es sollte keine weiteren Siege geben. 2015 schlug er seinen Teamkollegen Alonso nach Punkten, aber der Spanier behielt im darauffolgenden Jahr die Oberhand.

Beim Großen Preis von Monaco 2017 absolvierte Button sein letztes Rennen in der Formel 1, als er als Ersatz für den beim Indianapolis 500 gestarteten Alonso an den Start ging, jedoch nach einer Kollision mit Pascal Wehrlein vorzeitig ausschied.

Platz 6: Lewis Hamilton

Rennstarts: 299
Saisons: seit 2007
Siege: 103
Polepositions: 103
Schnellste Rennrunden: 60
WM-Titel: 7 (2008, 2014-2015, 2017-2020)

Als Michael Schumacher 2012 seine Karriere beendete war es für die meisten wohl unvorstellbar, dass seine Rekorde bereits acht Jahre später schon wieder eingestellt oder sogar übertroffen werden. Lewis Hamilton hat es geschafft: Sieben WM-Titel, 103 Rennsiege und 103 Polepositions. Nur in Sachen Rennstarts und schnellste Rennrunden ist der Brite noch nicht ganz vorne.

2007 kam er mit einer Reihe von Titeln in den Juniorenkategorien in die Formel 1 und bereitete seinen McLaren-Teamkollegen und zweifachen Weltmeister Alonso sofort Kopfzerbrechen. Er leistete sich aber auch einige Fehler, vor allem in der Boxengasse von China, aber sein Tempo stand nie in Frage.

Nachdem er den Titel in seinem ersten Jahr knapp verpasst hatte, setzte sich Hamilton 2008 gegen Felipe Massa von Ferrari durch, indem er in der letzten Runde des Brasilien-Rennens die entscheidende Position gegen Timo Glock gewann. Nach der Regeländerung 2009 fiel McLaren zeitweise ins Mittelfeld zurück.

2010 bis 2012 waren Hamilton und McLaren sporadisch schnell, aber nicht in der Lage, die Kombination aus Vettel und Red Bull zu stürzen. Der Brite verließ das Team nach einer frustrierenden Unzuverlässigkeit im Jahr 2012 und einer Annäherung seitens Mercedes.

Die Silberpfeile wurden zur dominierenden Kraft, als 2014 die Turbo-Hybrid-Regeln eingeführt wurden. Hamilton holte die Titel 2014 und 2015. Im Jahr 2016 lief sein Teamkollege Nico Rosberg zur Hochform aus und konnte den Briten knapp über die Saison schlagen.

Nach Rosbergs Rücktritt und der Ankunft von Valtteri Bottas erreichte Hamilton 2017 und 2018 wohl seinen Höhepunkt und holte trotz zeitweiser starker Ferrari-Performance zwei weitere Titel. Die Erfolge setzten sich im fortwährend brillanten Mercedes fort, sodass Hamilton mit sieben Weltmeistertiteln den Rekord von Schumacher einstellte.

Regeländerungen behinderten Mercedes für 2021, wodurch Red Bull einen leichten Vorteil hatte, aber Hamilton wurde dennoch der erste Fahrer, der in Russland 100 Grand-Prix-Siege in der Formel 1 erzielte.

Trotz der Zusammenstöße mit seinem Hauptrivalen Max Verstappen hielt sich Hamilton im Titelkampf und hätte sich den Titel überraschend gesichert, wenn es nicht zu den umstrittenen späten Safety-Car- und Neustart-Entscheidungen im Finale von Abu Dhabi gekommen wäre.

Der Mercedes-Bolide für die Saison 2022 ist jedoch nicht mehr spitzenklasse und die Ankunft von George Russell hat für zusätzlichen Druck für Hamilton gesorgt, aber seine Leistung beim Großbritannien-Grand-Prix zeigt, dass der siebenmalige Weltmeister immer noch auf der Höhe seines Schaffens ist, wenn sich die Gelegenheit ergibt.

Platz 7: Sebastian Vettel

Rennstarts: 288
Saisons: seit 2007
Siege: 53
Polepositions: 57
Schnellste Rennrunden: 38
WM-Titel: 4 (2010-2013)

Bei seinem Formel-1-Debüt mit BMW Sauber im Jahr 2007 holte Sebastian Vettel direkt Punkte und schon bald stand er für Toro Rosso in der Startaufstellung. Beim verregneten Rennen von Italien 2008 fuhr er souverän seinen ersten Formel-1-Sieg ein und verdiente sich für das folgende Jahr den Aufstieg in das "ältere" Red Bull-Team.

Der RB5 war 2009 ein Meisterschaftsanwärter. Einige Fehler und ein guter Start von Brawn sorgten dafür, dass der Titel für Red Bull unerreichbar blieb, aber Vettel holte vier Siege und wurde hinter Button Zweiter in der Fahrerwertung.

2010 war Vettel Teil eines Vierkampfs um den Titel und die Siege in den letzten Rennen in Brasilien und Abu Dhabi, kombiniert mit einer schlechten Strategie von Teamkollege Mark Webber und Ferrari-Rivale Alonso, brachten ihm seinen ersten Formel-1-Titel ein.

In den Jahren 2011 und 2013 waren Vettel und Red Bull nicht zu stoppen, aber 2012 war es ziemlich eng. Vettel entkam einen Zusammenstoß in der ersten Runde im Finale des Brasilien-Rennens und gewann mit vier Punkten Vorsprung auf Alonso den Titel.

Der erste Red Bull der Turbo-Hybrid-Ära passte nicht zu Vettels Fahrstil und er verlor das teaminterne Duell gegen Daniel Ricciardo. Während der Australier drei Rennen gewinnen konnte, blieb Vettel ohne Sieg und wurde nur WM-Fünfter. Es folgte der Wechsel zu Ferrari, um sein Kindheitsidol Michael Schumacher nachzueifern.

Vettel holte 2015 drei Siege auf seinem Weg zum besten Fahrer der Weltmeisterschaft hinter den Mercedes-Fahrern Hamilton und Rosberg. Im folgenden Jahr war das Auto weniger konkurrenzfähig, aber der Wechsel zu breiteren, schnelleren Autos half Ferrari, Mercedes herauszufordern.

Vettel kämpfte 2017 und 2018 um den Titel, sein Team und er machten aber Fehler und er verlor meist in Rad-an-Rad-Kämpfen mit Hamilton. Vettel wurde zweimal Vizemeister, aber danach verschob sich das Kräfteverhältnis bei Ferrari, als der aufstrebende Star Charles Leclerc Räikkönen für 2019 ersetzte.

Leclerc drückte dem Team bald seinen Stempel auf und nach einem enttäuschenden Jahr 2020 wechselte Vettel zu Aston Martin. Der Wechsel scheint dem Deutschen zumindest teamintern geholfen zu haben, denn gegen seinen Teamkollegen Lance Stroll hat er klar die Oberhand.

Platz 8: Felipe Massa

Rennstarts: 269
Saisons: 2002, 2004-2017
Siege: 11
Poleposition: 16
Schnellste Rennrunden: 15
WM-Titel: 0

Nach einem Jahr als Testfahrer bei Ferrari zeigte der manchmal unberechenbare Felipe Massa in den Jahren 2002 und 2004 sowie 2005 sein Potenzial bei Sauber. An der Seite von Schumacher begann er 2006 bei Ferrari zu reifen, als er in der Türkei und in seiner Heimat Brasilien seine ersten beiden Formel-1-Siege errang.

Er verhalf seinem Teamkollegen Räikkönen 2007 zum Titel, nachdem Pech seine eigenen Ambitionen gebremst hatte, doch im folgenden Jahr lief Massa zur Höchstform auf und führte Ferrari an.

Aufgrund eines Problems beim Boxenstopp im Singapur-Grand-Prix, einen technischen Defekt in Führung liegend in Ungarn kurz vor Schluss sowie des fünften Platzes, den Hamilton erst auf den letzten Metern beim Finale in Brasilien ergatterte, ist es unglücklich, das Massa 2008 nicht Weltmeister geworden ist.

Massa hatte 2009 immer noch die Oberhand über Räikkönen, doch sein Unfall im Qualifying in Ungarn beendete seine Saison. Er kehrte 2010 zurück, konnte aber nur selten mit Teamkollege Alonso mithalten und konnte an seine Leistungen aus 2008 nicht mehr anknüpfen.

Für 2014 wechselte Massa zu Williams, gerade zu einer Zeit, als das Team den dominanten Mercedes-Motor erhielt. Sein Teamkollege Bottas war zwar meist knapp schneller, aber Massa holte sich die Poleposition in Österreich und war nur 2,6 Sekunden vom Sieg in Abu Dhabi entfernt.

Nachdem er seine Karriere Ende 2016 schon beendet hatte, wurde Massa von Williams zurückgerufen, um den an Mercedes gebundenen Bottas nach dem überraschenden Rücktritt Rosbergs zu ersetzen. Williams war in der Hackordnung ein wenig zurückgefallen, aber Massa übertraf seinen Rookie-Teamkollegen Lance Stroll, bevor er sich endgültig aus der Formel 1 verabschiedete.

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