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Die Generalprobe

Rund drei Wochen vor dem Hauptereignis haben die Organisatoren die Möglichkeit geschaffen, dass alle Beteiligten – aus Industrie, Zulieferern, Reifenherstellern, Teams und Fahrern final überprüfen können, ob sie für das top Event optimal aufgestellt sind.

Bernhard Schoke

Vorausgegangen waren in den letzten Wochen bereits drei Läufe zur Nürburgring Langstreckenserie (NLS), der Nachfolgerin des umgangssprachlichen früheren Langstreckenpokals. Diese standen ganz im Zeichen von BMW und seinem M4 GT3. In allen drei bisherigen Läufen in 2023 waren die Boliden des Münchener Herstellers vorn.

Die aktuelle Leistungsfähigkeit unterstrichen die Teams der „Weiß-Blauen“, vor allem beim dritten Aufschlag, als sie sie mit einem Doppel Sieg den Hattrick perfekt machten.

Dabei wurde aber auch die enorme Leistungsdichte sichtbar, denn kein Team konnte in einem der bisherigen drei Saison-Läufen des ersten Drittels zweimal ganz oben auf dem Stockerl stehen.

Dabei ging es für die Plätze an der Sonne in der Regel ganz eng zu. Sekunden und somit nur einige Meter entschieden über die top Positionen auf der mit 25,538 km längsten und anspruchsvollsten permanenten Rennstrecke der Welt. Aber nicht nur das. Wie eng es einerseits auf der Strecke zugeht, bewiesen die Piloten besonders dabei eindrucksvoll.

Beim zweiten Lauf lag beispielsweise der Falken Porsche mit Klaus Bachler am Steuer 15 Minuten vor dem Ende prominent auf Rang zwei im Rennen. Dann erkannte die Rennleitung bei der Kontrolle der Strecken-Kamera-Bilder ein vorheriges überfahren der weißen Linie am Boxen Ausgang durch seinen Teamkollegen. Es folgte eine Durchfahrt Strafe, durch die zwei Plätze verloren gingen. Am Ende fehlten dann dem Team nur ganze zwei Sekunden für den Podestplatz.

Ein beinahe klassisches Beispiel für die gern zitierte Aussage: „Motorsport ist Team Sport“ – bei dem alle Beteiligten eine fehlerfreie Leistung abliefern müssen, wenn man am Ende ganz vorne sein will.

Nichtsdestotrotz zog das Bachler-Team im aufmerksamkeitsstarken Falken Porsche dabei noch ein positives Fazit.
„Wir konnten“, so resümierte Bachler nach dem Lauf, „aufgrund der wechselhaften Wetter Bedingungen eine Vielzahl von Reifen Varianten ausprobieren und dabei feststellen, dass wir bei schwierigen äußeren Vorzeichen uns auf die Performance der Reifen 100-prozentig verlassen können. Deshalb war es für uns ein sehr guter Test für das anstehende Saison Highlight.“

Und der letzte Aufschlag vor dem eigentlichen Saisonhöhepunkt auf der Nordschleife hatte erneut für alle Involvierten nahezu die ganze Palette der Eifel-typischen Wetter-Bedingungen parat. Ständiger Wechsel von frühlingshaften Bedingungen am Samstag kombiniert mit Regen und nicht einmal zweistelligen Außentemperaturen-Werte am Sonntag.

Ergo waren die involvierten Reifen-Fachleute gefragt, um den Piloten bestmögliche Optionen für die jeweiligen Temperaturfenster von Luft wie Strecke einerseits sowie dem Nässe Grad der Piste andererseits zur Verfügung zu stellen. Vor allem, weil es bis unmittelbar vor dem Rennbeginn am Samstag heftig regnete.

Diese Herausforderungen – Reifenpoker par excellence – meisterte das Mercedes Duo Adam Christodoulou und Daniel Juncadella am besten, als man in die früh einsetzende Dämmerung und die einbrechenden Nacht fuhr. Sie gewannen vor der Fahrer Quartett Kenneth Heyer/Collin Caresani/Luca-Sandro Trefz/Sandro Marchewicz. Als Dritte gingen Vincent Kolb und Frank Stippler über die Ziellinie – hauchdünn – kaum sichtbar – mit nur einer Zehntel Sekunde Vorsprung vor dem Falken Porsche mit Tim Heinemann und Martin Ragginger am Steuer.

Noch besser lief es für deren Schwester-Auto am Sonntag. Im Top-Qualifying zauberte Nico Menzel die Bestzeit auf den 25378 Meter langen Rennkurs. Sein Kommentar anschließend: „Ich glaube die Runde war ganz okay“ um dann im Dialog anzufügen, dass der Falken Porsche gut ausbalanciert war und die für die Wetter-Situation ausgewählten Reifen richtig gut funktioniert haben.

In der folgenden letzten – vor dem Saison-Höhepunkt des 24h Rennens – Testmöglichkeit war dann für die Beobachter erkennbar, dass man sich aus „Herausforderungen der Startphase“ mit übermotivierten Kollegen weitgehend heraushielt und stattdessen über die Distanz des über vier Stunden gehenden Rennens agierte. An der Spitze lieferten sich am Ende eine Vierer-Gruppe einen sehenswerten Fight. Mitten drin wieder das Duo Heinemann/Ragginger (Falken-Porsche 911 GT3R-992), die letztendlich als Dritte die schwarz-weiß-karierte Zielflagge sahen – rund zwei Sekunden hinter dem Sieger-Trio Earl Bamber/Nicky Catsburg/Felipe Fernandez (Frikadelli Ferrari 296 GT3) und dem Duo Adam Christodoulou/Daniel Juncadella (GetSpeed Mercedes-AMG GT3).

Was für ein Vorgeschmack auf das Rennen des Jahres in vier Wochen.

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