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Was man nicht sieht

Die technische Abnahme im Herzen der Stadt Le Mans ermöglicht aufgrund des Reglements mit öffentlicher Präsentation auch solche Einblicke, die ansonsten dem Blick der Kameras in der Regel verborgen blieben – die technischen Details zeigen High-End-Lösungen, die die Innovations-Fähigkeit der Ingenieure und Entwicklungs-Abteilungen eindrucksvoll belegen, um den High Speed Anforderungen des rund 13,6 Kilometer langen Kurses bestmöglich umzusetzen.

Bernhard Schoke

Das Scrutineering unter aufmerksamen Augen langjähriger Beobachter eröffnet dabei Blicke, für die ganze Entwicklungs-Abteilungen einschließlich deren Zulieferer viele Monate und unzählige Arbeitsstunden investiert haben. In Le Mans sieht dann auch der Wettbewerb die entstandenen Lösungen. Da man bekanntermaßen diese nicht einfach so kopieren kann, bleibt der Wettbewerbs-Vorsprung erst einmal bestehen, auch wenn die dahinter stehenden Ideen sichtbar geworden sind. Weitaus wichtiger ist dagegen, die Herausforderungen anzunehmen und sich permanent weiter zu entwickeln. Dies sind die eigentlichen Faktoren, die relevant sind, aber in den letzten Jahren von den Beteiligten nicht mehr kommuniziert worden sind:

Innovationen aus dem Motorsport

Die Lösungen, die aufgrund der sehr kurzen Zeitvorgaben entstehen, sind häufig Richtung-weisend und kommen erst Jahre später in den jeweiligen Top-Modellen der Hersteller „auf die Strasse“. Diese ganz wesentlichen Faktoren sind in der Kommunikation der letzten Jahre „etwas untergegangen“ – getrieben vom sogenannten Zeitgeist, der es für richtig hielt, alles auf E-Mobilität zu setzen, bevor das Thema „zu Ende gedacht“ – sprich die Voraussetzungen auf allen Ebenen geschaffen worden waren. Angefangen bei der Batterie-Technologie und deren Produktion, die häufig nicht besonders umweltfreundlich und nachhaltig ablief.

Lichttechnik, Aerodynamik & mehr

Bei den 24 Stunden Rennen ist ein weiterer Faktor von ganz wesentlicher Bedeutung. Licht! Hier hat sich in den letzten Jahren durch die LED- und Projektions-Technologie sehr viel getan, um den Piloten auch im absoluten High-Speed-Bereich jenseits der 300 km/h bestmögliche Performance zu ermöglichen, ohne den „Vordermann“ zu benachteiligen.
Im Zusammenspiel mit Carbon-Chassis und daraus resultierenden Möglichkeiten der aerodynamischen Gestaltung von beispielsweise Radabdeckungen oder der konstruktiv komplexen Anströmung der Bremsanlagen, konnten nicht nur ausgesprochen sichere Fahrzeuge auf die Piste gebracht werden, sondern auch die Effizienz der Renner richtig gesteigert werden – ein weiteres Thema, das viel zu wenig Beachtung gefunden hat. Denn:
Diese Technologien – erprobten Technologie bringen dann im Großserien-Einsatz auf den öffentlichen Straßen, viel mehr als zuvor für die Entwicklung eigentlich notwendig war.

Was wird noch wichtig?

Bei morgigen Testtag haben die Teams und Fahrer die Gelegenheit, die gesamte Strecke unter die Räder zu nehmen. Ein richtiges Kräftemessen wird aber von Insidern nicht erwartet, da bereits zuvor das Thema „Balance of Performance“ – wie im letzten Jahr – im Mittelpunkt vieler Diskussionen steht. Es besteht damit die Möglichkeit, diejenigen „einzubremsen“, die sich in vielen Jahren zuvor akribisch auf die Rennen nicht nur vorbereitet haben, sondern vielmehr auch die für einen vielversprechenden Einsatz erforderlichen Daten für nahezu alle Rennbedingungen und Herausforderungen vorliegen haben. Aber nicht nur das:
Ebenfalls in die „Bewertung“ fließt die Erfahrung der Crews ein – schon wieder ein Schelm wer hier jetzt weiter denkt …..

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