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Business Petrolheads
Fotos: Peter Tomschi, David Gröschl

„Mit Gleichgesinnten Spaß haben“

Erster Gast unserer neuen Serie „Business Petrolheads“ ist Peter Schaider - der Betreiber zweier Einkaufszentren unterstützt nicht nur Alex Wurz als Sponsor. Und: Er war auch selbst ein leidenschaftlicher Rennfahrer.

Gerald Hruza & Noir Trawniczek

Mit unserer neuen Serie „Business Petrolheads“ wollen wir jene Menschen vor den Vorhang bitten, welche im Motorsport als Sponsoren oder Sponsorvertreter tätig sind. Nicht selten sind oder waren diese Menschen auch selbst aktive Motorsportler - so auch Kommerzialrat Peter Schaider.

Peter Schaider kennen die meisten als Friseur-Weltmeister und als Betreiber von Wiener Einkaufszentren wie dem Auhof Center oder dem Riverside. Dort, im Riverside, unterstützt er tatkräftig die alljährliche Motorsportshow. Mit dem Aufhof Center ist Schaider zudem als Sponsor des ORF Formel 1-Experten Alexander Wurz tätig. Doch nur wenige wissen, dass Peter Schaider (im Foto ganz unten mit Alexander Wurz und seinem gleichnamigen Sohn Peter Schaider) auch selbst ein erfolgreicher Rennfahrer war. Wir baten ihn zum Interview.

Wie bist du mit dem Motorsport in Berührung gekommen? Was hat deine Begeisterung ausgelöst?

Ich bin einfach ein Spinner. Autos haben mich schon immer interessiert. Ich war auch Gründer der ÖTM (Österreichische Tourenwagen Meisterschaften, Anmerkg.) - ich war Vize-Präsident, der Dieter Quester war der Präsident. Wir haben das sehr gut vorangetrieben. Nur habe ich mich dann zurückziehen müssen weil ich den Auhof gebaut habe und es gibt immer Prioritäten im Leben. Ich bin dann motorsportlich etwas leiser getreten aber trotzdem am Zahn der Zeit geblieben.

Mit dem Motorsportvirus infiziert werden ist das eine - selbst aktiv zu werden das andere.

Mir ging es darum, mit Gleichgesinnten Spaß zu haben.

Was waren deine größten Erfolge im Motorsport?

1997 habe ich die ÖTM gewonnen - mit einem VW Golf GTI von Porsche Salzburg. Danach bin ich Porsche Supercup gefahren - da war ich aber eher erfolglos. Mir hat damals der Charlie Whiting (früherer Formel 1-Rennleiter, Anmrkg.) gesagt: ‚Wenn du die blaue Flagge siehst, musst du zur Seite fahren!‘ Ich habe es aber immer geschafft, nicht überrundet zu werden.

Du hast relativ zeitig deine aktive Karriere beendet - war das danach nie wieder ein Thema?

Ich bin 2002 die Ferrari Europa Challenge gefahren - da war ich sehr intensiv dabei und immer im vorderen Drittel positioniert. Das war eine schöne Zeit - da bin ich mit einem 360er Ferrari gefahren. Da war ich auf allen Rennstrecken Europas und da hatten wir eine wirklich schöne Zeit. Ich bin auch in Monza oder auf dem Nürburgring gefahren - auf der Nordschleife bin ich eine 7:29 hoch gefahren. Dann bin ich 2014 oder 2015 noch einmal in der Challenge gestartet - aber da habe ich gesehen: Ich bin zu langsam. Da ist alles professioneller geworden - die vielen 50-Jährigen haben ihre Firmen verkauft und trainiert wie die Verrückten. Die sind schon 14 Tage vor dem Rennen an die Strecke gekommen, haben am Vormittag zwei Sätze Reifen verbraucht, am Nachmittag noch einmal zwei Sätze. Das Ganze mit Instruktor und so weiter…

Es ist also alles professioneller, die Leute sind ehrgeiziger geworden?

Und es ist auch teurer geworden.

Apropos teuer: Motorsport kostet Geld - wie hast du deine ersten Einsätze finanziert? Hattest du Sponsoren?

Ich habe zuerst gearbeitet - und dann bin ich auch schon gefahren.

Du bist auch heute noch dem Motorsport verbunden, siehe dein Sponsoring von Alex Wurz oder dein Engagement bei der Motorsportausstellung im Riverside. Bringt dir das Engagement im Motorsport etwas? Hebt das den Bekanntheitsgrad deiner Firma?

Der Motorsport wird leider überall sehr negativ dargestellt und das will ich nicht - denn du hast im Motorsport sehr nette Leute dabei, mit denen du dich unterhalten kannst. Das sind alles Benzinbrüder. Du hast mit diesen Leuten eine Kommunikationsbasis. Und ich freue mich, dass es zumindest noch einen Motorsport-Event gibt in Ostösterreich - und das ist die Motorsportausstellung im Riverside. Das ist eine gute Sache, da treffen sich Gleichgesinnte und es kommen auch immer sehr viele Zuschauer.

Was waren deine Stärken als Rennfahrer, was deine Schwächen?

Ich hätte mehr trainieren können und mehr riskieren sollen. Ich habe immer geschaut, dass ich nichts ruiniere und dass ich meinen Spaß habe. In der Ferrari Challenge war es aber so, dass ich das Auto nicht richtig gespürt habe und das hat dann auch keinen Spaß gemacht. Ich bin ja ein ziemlicher Riese und war einfach zu groß für diese Autos.

Hat der Motorsport dir etwas fürs Leben gebracht? Hast du dabei etwas lernen können, das du in der Geschäftswelt anwenden konntest?

Für die Geschäftswelt eher nicht. Aber im Motorsport lernst du das Autofahren. Du lernst das Auto in jeder Situation zu beherrschen.

Hast du deinen Helm endgültig an den Nagel gehängt oder gibt es Comeback-Pläne?

In der Ferrari Challenge passe ich wie gesagt nicht in das Auto hinein - das Einzige was ich mir vorstellen könnte, wäre einen Porsche zu kaufen und damit ab und zu auf einer Rennstrecke zu fahren. Just for fun - mit ein paar Freunden, die gleich gestört sind wie ich. Die Kombination Rennfahren und dann gut essen gehen und vielleicht noch zwei Gläser Wein trinken.

Du hast Alex Wurz an der Rennstrecke kennengelernt - haben sich durch den Motorsport Freundschaften fürs Leben entwickelt?

Ja.

Wie ist es zur Kooperation mit Alex Wurz gekommen?

Alex war damals ein junger netter Bursche in der Formel Ford und ich bin zu dieser Zeit gerade ÖTM gefahren - so haben wir uns kennengelernt.

Ist Sponsoring eine Einbahnstraße oder profitiert dein Unternehmen auch davon?

Alexander Wurz ist ein sehr professioneller Mensch. Er hat einen guten Auftritt in der Formel 1 und ist dort immer wieder präsent. Für die Markenpräsenz ist das sehr gut.

Wie geht es weiter mit dem Motorsport im Riverside?

Der Alex Wurz freut sich schon auf die nächste Motorsportshow - wir machen das jetzt schon seit über einem Jahrzehnt. Das ist eine gute Zusammenarbeit. Alex wird sich auch wieder bestens vorbereiten und die neusten News aus der Formel 1 bei uns darbieten.

Die Formel 1 erlebt einen wahren Boom - wie siehst du die heutige Königsklasse?

Was mich ein Bisschen stört ist, dass ein 20-Jähriger Weltmeister wird - aber er (Kimi Antonelli, Anmerkg.) dürfte gut sein, macht einen guten Job und hat es sich daher auch verdient.

E-Mobilität ist ebenfalls im Aufwind - wie siehst du E-Mobilität im Motorsport?

E-Mobilität braucht im Motorsport glaube ich keiner. Ich finde, man muss Motorsport hören und riechen.

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