Formel E: London | 16.08.2026
Wehrlein nach chaotischem Finale Weltmeister
Beim Finale in London sichert sich Pascal Wehrlein auf dramatische Weise seinen zweiten WM-Titel in der Formel E - Barnard letzter Rennsieger der Saison 2025/26
Pascal Wehrlein ist zum zweiten Mal Weltmeister der Formel E! Den Titel sicherte sich der Porsche-Pilot beim letzten Rennen der Saison 2025/26 in London auf dramatische Weise. In einer turbulenten Schlussphase war Wehrlein in eine Kollision mit seinem Titelrivalen Jake Dennis (Andretti) verwickelt.
Dabei beschädigten beide Fahrer ihre Fahrzeuge. Dennis musste zum Wechsel der Fahrzeugnase an die Box und verpasste als 18. die Punkteränge, womit der Titelgewinn von Wehrlein feststand. Der Deutsche kam auf Rang 14 ins Ziel, auch eine Fünfsekunden-Strafe wegen der Kollision blieb für ihn folgenlos.
Für den 31-jährigen Wehrlein ist es nach 2024 der zweite Titelgewinn in der Formel E. Bisher war Jean-Eric Vergne der einzige Doppelchampion in der Formel E. 2015 war er als jüngster Fahrer in der Geschichte zudem Meister der DTM geworden. Der Sieg im 17. und letzten Rennen der Saison ging an Taylor Barnard (DS-Penkse), der DS im letzten Rennen des französischen Herstellers einen perfekten Ausstand aus der Formel E bescherte.
Zunächst läuft für Wehrlein alles nach Plan
Nach Rang drei im Qualifying hinter den beiden Mahindra-Piloten Nyck de Vries und Edoardo Mortara galt es für Wehrlein beim Start lediglich, sich aus allen Scharmützeln herauszuhalten. Das gelang: Das Feld kam sauber durch die ersten Kurven, ehe die unterschiedlichen Attack-Mode-Strategien das Rennen dynamisierten.
Dadurch wurde das Bild an der Spitze zunächst unübersichtlich. Fahrer wie Barnard (gestartet als Sechster) und Antonio Felix da Costa (Jaguar, von Platz neun) mischten sich vorne ein, die Positionen wechselten ständig.
Doch im Chaos behielt der Porsche-Pilot die Nerven: In Runde 16 von 35 sah alles danach aus, als hätte Wehrlein den Sack vorzeitig zugemacht. Er rangierte auf einem sicheren fünften Platz hinter dem führenden Mortara, de Vries, Barnard und da Costa.
Da Costa fährt die Ellenbogen aus
Ein aggressiv fahrender da Costa versuchte zwar alles, um seinem Jaguar-Teamkollegen Evans zu helfen, doch der Neuseeländer kam nicht am siebtplatzierten Müller vorbei. Dennis spielte außerhalb der Punkte ohnehin keine Rolle.
In Runde 26 änderte sich das Bild jedoch schlagartig - und das benötigte Wunder für Dennis oder Evans schien plötzlich doch noch Realität zu werden: Der sechstplatzierte Evans aktivierte seinen Attack-Mode und nutzte eine Blockade seines Teamkollegen da Costa eiskalt aus, um in Kurve 16 auf einen Schlag an da Costa und Wehrlein vorbeizuziehen.
Anschließend setzte sich Evans direkt ab und blies zur Jagd auf die Top 3. Da Costa fuhr derweil weiter die Ellbogen aus und tat alles dafür, um den zunehmend frustrierten Wehrlein einzubremsen.
Plötzlich hat Dennis die Hand am WM-Pokal
Wie kompromisslos der Portugiese agierte, zeigte sich in Runde 27: Er drängte Wehrlein in Kurve 19 bewusst von der Bahn. Der Deutsche fiel drastisch auf den elften Rang zurück, weil die Verfolgergruppe rund um Dennis die Lücke sofort nutzte und vorbeizog.
Auf einmal war Dennis der provisorische Weltmeister, die Nervenschlacht erreichte ihren Höhepunkt. In Runde 32 griff Wehrlein schließlich zu einer Verzweiflungstat, um seinen zweiten Titel zu retten:
In Kurve 16 stach er innen gegen Dennis hinein, um sich Platz neun zu holen, traf dabei jedoch das Heck von Joel Eriksson. Der Envision drehte sich und blockierte sowohl den Porsche als auch den Andretti. Beide fielen aus den Top 10 heraus.
Die beiden Titelrivalen kollidieren
Damit war Dennis im Bruchteil einer Sekunde aus dem Titelrennen. Der Blick richtete sich nun auf den viertplatzierten Evans: Der Neuseeländer musste das Rennen zwingend gewinnen, lag aber acht Sekunden hinter dem Führungstrio de Vries, Mortara und Barnard.
Bei den verbleibenden Runden erwies sich der Rückstand als zu große Hypothek für Evans. Barnard hingegen nutzte seinen späten Attack-Mode optimal aus: Der DS-Penske-Pilot stürmte an die Spitze und feierte mit knapp einer Sekunde Vorsprung auf de Vries seinen Premierensieg in der Formel E. Mortara komplettierte das Podium als Dritter.
Mit Rang vier sicherte Evans Jaguar immerhin den Fahrertitel in der Teamwertung gegen Porsche. Sebastien Buemi (Envision) beendete sein letztes Formel-E-Rennen auf dem fünften Platz. Nick Cassidy (Citroen) wurde Sechster, während Vergne (Citroen), Pepe Marti (Cupra-Kiro), Oliver Rowland und Norman Nato (beide Nissan) die restlichen Punkteplatzierungen belegten.
Mit dem Finale auf dem Kurs im Excel in London endete die Gen3-Ära der Formel E. In der Saison 2026/27, die am 18. und 19. Dezember mit einem Double-Header in Dschidda starten soll, wechselt die Elektro-Rennserie auf das Gen4-Auto, welches deutlich leistungsstärker ist.
















