GP von China: Qualifying | 14.03.2026
Technik stoppt Russell - Antonelli jüngster Polesetter!
George Russell muss sich nach einem technischen Problem in Q3 mit Platz zwei begnügen, während Kimi Antonelli zu seiner ersten Pole fährt - Verstappen Achter
Mercedes steht auch beim zweiten Saisonrennen der Formel 1 2026 in China mit beiden Autos in der ersten Startreihe, allerdings ist es diesmal nicht George Russell, der sich die Poleposition in Shanghai schnappte, sondern sein Teamkollege Andrea Kimi Antonelli, der damit Sebastian Vettel als jüngsten Polesetter aller Zeiten ablöst.
Russell musste sich mit Platz zwei begnügen, hatte aber Glück, dass er überhaupt noch zum Fahren kam, denn zu Beginn von Q3 war der Brite mit einem technischen Problem liegengeblieben. Doch Russell bekam das Auto wieder zum Laufen, fuhr zurück an die Box und schaffte es in letzter Minute doch wieder zurück auf die Strecke.
In der zweiten Startreihe stehen die beiden Ferraris von Lewis Hamilton und Charles Leclerc, die dritte Reihe belegen mit Oscar Piastri und Lando Norris die beiden McLarens. Max Verstappen schlägt seinen Red-Bull-Teamkollegen Isack Hadjar, sortiert sich aber hinter Pierre Gasly (Alpine) nur auf Rang acht ein. Zehnter wird Oliver Bearman im Haas.
Was ist in Q1 passiert?
Wenn man es am reinen Ausgang betrachtet, war Q1 ein Abziehbild vom gestrigen ersten Abschnitt des Sprint-Qualifyings. Denn mit den beiden Williams, den beiden Aston Martins und den beiden Cadillacs sind erneut die sechs gleichen Fahrer ausgeschieden wie am Freitag.
Williams konnte sich dabei von den beiden anderen Teams deutlich abheben und war fast eine Sekunde schneller als der erste Verfolger Fernando Alonso. Kurzfristig hatte man die Hoffnung, dass auch nach vorne etwas gehen könnte und man das Ausscheiden verhindern kann, da Rookie Arvid Lindblad mit einem Problem an die Box gerufen wurde, doch der Racing-Bulls-Pilot konnte noch einmal rausfahren.
So fehlten Williams am Ende zwei Zehntelsekunden auf den Einzug in Q2. Dahinter war Valtteri Bottas die positive Überraschung unter den Hinterbänklern. Der Finne konnte nicht nur Lance Stroll um mehr als eine halbe Sekunde abhängen, mit zweieinhalb Zehnteln Rückstand war auch der Abstand auf Fernando Alonso durchaus überschaubar.
Sergio Perez war im zweiten Cadillac hingegen chancenlos: Ihm fehlten alleine auf seinen Teamkollegen 1,5 Sekunden, sodass er klar Letzter wurde.
An der Spitze fuhr Mercedes erstmals nicht die Bestzeit: Zwar legten Russell und Antonelli zunächst eine souveräne schnellste Zeit hin, doch in seinem zweiten Versuch konnte Ferraris Charles Leclerc mit 1:33.175 Minuten noch einmal 0,087 Sekunden schneller fahren als Russell.
Ausgeschieden: 17. Carlos Sainz (Williams), 18. Alexander Albon (Williams), 19. Fernando Alonso (Aston Martin), 20. Valtteri Bottas (Cadillac), 21. Lance Stroll (Aston Martin), 22. Sergio Perez (Cadillac)
Was ist in Q2 passiert?
Der Kampf um die Top 10 war ein echter Krimi - und Nico Hülkenberg (Audi) hat sein P11-Abonnement wieder einmal verlängert. Nach dem Qualifying in Melbourne und dem Sprint-Qualifying in China landete der Deutsche bereits zum dritten Mal in diesem Jahr auf dem undankbaren elften Platz.
Besonders bitter: Dem Deutschen fehlten nur 0,002 Sekunden auf den Red Bull von Hadjar und damit den Einzug in die Top 10. Der Franzose hatte sich auf seinem letzten Versuch nämlich nicht noch einmal verbessern können.
Auch Franco Colapinto darf sich ärgern: Dem Alpine-Piloten fehlten wiederum nur 0,003 Sekunden auf Hülkenberg, sodass auch er den Einzug in Q3 nur um 0,005 Sekunden verpasste - stattdessen wurde er Zwölfter.
Gabriel Bortoleto (Audi) hätte auch die Chance auf die Top 10 gehabt, doch der Brasilianer warf seine Runde in der letzten Kurve weg. Er drehte sich in das Kiesbett und schlug dabei sogar leicht in die Streckenbegrenzung ein, weswegen in den letzten Sekunden die gelbe Flagge geschwenkt wurde. Bortoleto konnte sich aber aus eigener Kraft aus dem Kiesbett befreien und an die Box fahren.
"Vielleicht habe ich es in der letzten Kurve etwas zu sehr mit der Brechstange versucht und dabei ein wenig das Heck verloren", kommentiert der Brasilianer.
Die Bestzeit ging an Antonelli, der mit 1:32.443 Minuten deutlich schneller war als in der Session zuvor. Teamkollege Russell hatte sich über einen falsch eingestellten Frontflügel beschwert.
Ausgeschieden: 11. Nico Hülkenberg (Audi), 12. Franco Colapinto (Alpine), 13. Esteban Ocon (Haas), 14. Liam Lawson (Racing Bulls), 15. Arvid Lindblad (Racing Bulls), 16. Gabriel Bortoleto (Audi)
Was ist in Q3 passiert?
Der letzte Abschnitt begann aus Mercedes-Sicht mit einer Schrecksekunde, denn auf seiner Outlap blieb Russell plötzlich mit seinem W17 liegen. "Irgendetwas stimmt nicht", funkte er. "Es sieht okay aus", kam als Antwort, doch Russell entgegnete: "Nein, ist es nicht. Ich habe eine enorme Motorenbremse hier."
Nach einiger Zeit konnte Russell seinen Wagen jedoch wieder starten und zurück an die Box bringen. Während Russell in der Garage wartete, fuhr die Konkurrenz ihre ersten Runden - erwartungsgemäß mit einer Bestzeit des zweiten Mercedes von Antonelli, der 1:32.322 Minuten fuhr. Zwei Zehntel dahinter sortierten sich die beiden McLarens ein, dahinter die beiden Ferraris, die stark rutschten.
Russell selbst konnte kurz vor Ende der Session doch noch rausfahren - zu dem Zeitpunkt waren die anderen fast schon auf ihrer letzten gezeiteten Runde. Antonelli drückte die Zeit noch einmal auf 1:32.064 und blieb auch von der Konkurrenz unangetastet - außer dass sich beide Ferraris vor die McLaren schoben.
Die einzige Gefahr war Russell, der mit großem Abstand doch noch auf seinen letzten Versuch ging, laut eigener Aussage aber "keine Batterie" und "keine Reifentemperatur" hatte, schließlich musste er auf seiner Outlap Gas geben, um es noch rechtzeitig über die Linie zu schaffen. Trotzdem standen am Ende nur 0,222 Sekunden Rückstand zu Buche.
Mit der Pole wurde Antonelli, der schon einmal im Sprint von Miami ganz vorne gestartet war, zum jüngsten Polesetter aller Zeiten.
Wer hielt vor Antonelli den Rekord?
Das war Sebastian Vettel, der 2008 in Monza im Alter von 21 Jahren und 73 Tagen auf Rang eins gerast war und einen Tag später im Toro Rosso überraschend auch seinen ersten Grand-Prix-Sieg folgen ließ.
Antonelli unterbietet die Marke deutlich: Mit 19 Jahren und 202 Tagen ist er knapp anderthalb Jahre jünger als der Deutsche damals.

















