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Regen-Hängepartie in Malaysia Max Verstappen war in Malaysia auch für die starken Mercedes nicht zu knacken
LAT Images

Verstappen fightet Mercedes-Duo nieder!

Erst wurde gar nicht gefahren, dann ging's richtig zur Sache: Max Verstappen feiert beim Grand Prix von Bahrain seinen ersten Sieg in der Formel-1-Saison 2026

Es war das erwartete Regenchaos, und es war am Ende dennoch der erwartete Favoritensieg: Polesetter Max Verstappen (Red Bull) hat den Grand Prix von Bahrain 2026 in Malaysia vor Kimi Antonelli (Mercedes) und Lewis Hamilton (Ferrari) gewonnen. Dem vorangegangen war aber eine zähe Hängepartie, weil der Start wegen Starkregens mehrmals verschoben werden musste.

Erst mit gut eineinhalb Stunden Verspätung konnte es endlich losgehen auf dem Sepang International Circuit, und auch wenn die beiden Mercedes auf Intermediates zunächst einen Raketenstart hinlegten, war Verstappen auf die Renndistanz gesehen nicht zu schlagen. Nach 55 Runden gewann der viermalige Weltmeister mit einem Vorsprung von 2,3 Sekunden auf Antonelli.

Verstappen hatte schon zehn Sekunden Vorsprung und sah wie der sichere Sieger aus, als eine späte Safety-Car-Phase nochmal ein Spannungsmoment reinbrachte. Plötzlich waren alle herausgefahrenen Abstände hinfällig, und es kam mit praktisch identischem Reifenmaterial zu einem Showdown um den Sieg.

Doch noch bevor das Rennen wieder freigegeben wurde, endeten wahrscheinlich die letzten WM-Hoffnungen von George Russell, als dessen Mercedes an dritter Stelle liegend genau dort den Geist aufgab, wo 2016 schon Hamiltons WM-Hoffnungen verraucht waren.

Ferrari schien zu Beginn des Nachmittags in eine weitere peinliche Niederlage zu schlittern, als Hamilton und Charles Leclerc im Regen zunächst an ihren Slicks festhielten. Hamilton drohte schon überrundet zu werden, und Leclerc hatte nach einer Kollision mit Nico Hülkenberg (Audi) einen Reparaturstopp einlegen müssen, als eine Safety-Car-Phase das Feld wieder zusammenschob.

Danach fuhr der Altstar Hamilton mit seinen Softreifen einen ebenso herausragenden wie langen ersten Stint, sodass er in der Schlussphase des Rennens wieder dazu in der Lage war, gegen Isack Hadjar (Red Bull) um Platz 4 zu kämpfen. Und es ist eine Ironie des Schicksals, dass er Hadjar ausgerechnet in Kurve 1 überholte - dort, wo er 2016 so spektakulär ausgeschieden war.

Leclerc wurde Vierter, gefolgt von Hadjar, Oscar Piastri (McLaren), Liam Lawson (Racing Bulls), Fernando Alonso (Aston Martin), Lando Norris (McLaren) und Nico Hülkenberg (Audi). Hülkenbergs Teamkollege Gabriel Bortoleto kam nach Zehnsekundenstrafe wegen Kollision mit Carlos Sainz (17./Williams) abgeschlagen als 18. ins Ziel.

In der Fahrer-WM führt Antonelli (320 Punkte) jetzt mit 84 Punkten Vorsprung vor Russell. Bei maximal sieben noch ausstehenden Grand-Prix-Wochenenden hat er damit eine Hand am WM-Pokal. Dritter ist Hamilton mit 214 Punkten. Titelverteidiger Lando Norris (McLaren) liegt mit 188 Punkten auf Platz 5.

Wetterchaos: Wann konnte endlich gestartet werden?

Eigentlich hätte das Rennen um 15:00 Uhr Ortszeit gestartet werden sollen. Doch 18 Minuten vorher flackerte bei strömendem Regen die Meldung "delayed Start" über den FIA-Monitor - also: Start verschoben (zunächst auf unbestimmte Zeit). Die Kapelle aus Bahrain, die dafür zuständig war, die Nationalhymnen von Bahrain und Malaysia zu performen, musste dennoch in die Startaufstellung und pünktlich aufmarschieren.

Pünktlich zur geplanten Startzeit wurde auch zumindest das Medical Car auf Inspektionsfahrt geschickt. Doch selbst der Serien-Mercedes kam in mehreren Kurven wegen Aquaplaning gehörig ins Rutschen. Der Regen sei gerade wirklich intensiv, sagte der ehemalige Grand-Prix-Pilot Patrick Friesacher im Live-Broadcast von ServusTV. Und: "Es ist richtig, so nicht zu fahren."

Die FIA bewertete die Situation um 15:10 Uhr Ortszeit genauso: "Das Medical Car berichtet eine signifikante Menge stehendes Wasser rund um die Strecke. Die derzeitigen Bedingungen sind nicht geeignet, das Rennen zu starten."

Um 15:30 Uhr dann endlich das erlösende Signal: Der Regen hatte nachgelassen, und nach weiteren Inspektionsfahrten entschied Rennleiter Rui Marques, eine neue Beginnzeit für die Formationsrunde(n) hinter dem Safety-Car festzulegen, und zwar für 15:40 Uhr.

Als es losging, rutschte Hadjar gleich mal neben die Strecke. Verstappen verlangsamte daraufhin das Tempo stark, was seinem Teamkollegen half, die ursprüngliche Position wieder einzunehmen. Offiziell meldete Verstappen am Boxenfunk ein Problem beim Herausbeschleunigen - schließlich ist es verboten, den Abstand zum Safety-Car zu groß werden zu lassen.

Kurz darauf wurde auch Hamilton langsamer: "Ich gehe aufs Gas, und nichts passiert." Also das gleiche Problem wie zuvor Verstappen? Auf der Gegengerade blieb Hamilton stehen. "Es ist ein Softwareproblem, das wir zu beheben versuchen", funkte der Renningenieur. Plötzlich standen weitere Autos am Streckenrand: zuerst Esteban Ocon im Haas, ein paar Meter weiter hinten Sergio Perez im Cadillac.

Hamilton, Ocon, Perez: alles Autos mit Ferrari-Powerunit. "Das ist unglaublich. Sowas haben wir überhaupt noch nie gesehen", sagte Kommentator Andreas Gröbl im Live-Kommentar bei ServusTV. Offenbar hatte der Regen die Hightech-Autos der Formel 1 2026 außer Gefecht gesetzt.

Erklärt: Warum blieben Hamilton & Co. stehen?

Im unübersichtlichen Chaos entschied der Rennleiter, das Startprocedere wieder abzubrechen, obwohl der Regen inzwischen stark nachgelassen hatte. Eine Entscheidung, die ServusTV-Experte Mathias Lauda nicht nachvollziehen konnte: "Warum nochmal Delay? Die Autos, die ein Problem haben, haben Pech gehabt."

Während unterbrochen war, lieferte Sky-Experte Anthony Davidson eine mögliche Erklärung für die technischen Probleme: "Wenn man zu lange nicht auf dem Gas ist, fällt die Drehzahl des Turboladers ab. Sobald der Fahrer wieder aufs Gas geht, wird die gesamte verfügbare elektrische Energie des Antriebs benötigt. Sobald die Batterie leer ist, steht nur noch die Leistung des Verbrennungsmotors zur Verfügung."

Aber: "Weil die vom Fahrer angeforderte Drehmomentabgabe dann nicht mehr erreicht werden kann - weil der Motor nicht genügend Leistung erzeugt, da der Turbo keinen Ladedruck liefert -, gerät man außerhalb der FIA-Vorgaben. Diese Regeln sind dazu da, zu verhindern, dass die Teams eine Traktionskontrolle einsetzen. Das Ganze ist unglaublich kompliziert, und man gerät in diese fürchterliche Falle, in der der Motor nicht mehr richtig beschleunigen kann, weil man durch dieses Reglement eingeschränkt wird."

Durch die erneute Unterbrechung wurden die Bedingungen erstens immer trockener, und zweitens entschied die Rennleitung, beim nächsten Versuch wieder mit der ursprünglichen Startaufstellung zu starten. Glück also für all jene, die davor ausgerollt waren und Positionen verloren hatten.

Der neuerliche Startversuch fand schlussendlich um 16:33 Uhr statt. In der Zwischenzeit hatten sich unzählige Fans über die Kommunikationspolitik der FIA beschwert, die keinen Grund für die lange Verzögerung nannte. Nur aus inoffiziellen Quellen war durchgesickert, dass die Formel-1-Autos Software-Updates installieren mussten, um ein neuerliches Chaos zu verhindern.

Erste zwei Rennrunden hinter dem Safety-Car

Spannend: Für den nächsten Startversuch war die Strecke soweit abgetrocknet, dass nicht mehr alle mit Intermediates losfuhren. Hamilton (2./Soft), Leclerc (4./Soft) und Norris/Piastri (5./6./Medium) entschieden sich für Trockenreifen. Im hinteren Feld gingen ebenfalls einige Piloten das Risiko ein. Was Pierre Gasly (Alpine) gleich mal mit einem Abflug hinter dem Safety-Car bezahlte.

In der dritten Runde des Rennens verließ das Safety-Car die Strecke und es wurde stehend gestartet. Davor überlegten es sich einige noch anders, was die Reifenwahl betrifft: Perez, Piastri, Bortoleto, Lance Stroll (Aston Martin) und Hülkenberg wechselten zurück von Slicks auf Intermediates, weil ihnen das Risiko dann doch zu groß war.

Stehender Start: Ferraris Soft-Poker geht nach hinten los

Auf feuchter Strecke erwischten die beiden Mercedes einen herausragenden Start und übernahmen die Spitze (Antonelli vor Russell). Verstappen fiel auf Platz 3 zurück, Hamilton und Leclerc mit dem Soft rutschten sogar auf P10/11 nach hinten.

Ferraris Beharren am Soft stellte sich als Fehler heraus. Bereits nach Runde 1 hatte Hamilton eine halbe Minute Rückstand auf Antonelli. Dennoch blieb er weiterhin draußen - anders als Leclerc, der die Reißleine zog und am Ende der ersten Runde auf Intermediate umsteckte.

Grund für seinen Boxenstopp war aber wahrscheinlich eher ein beschädigter Flügel nach einer Kollision mit Hülkenberg. Die Situation wurde von der Rennleitung gemeldet, von den Rennkommissaren aber nicht mit einer Strafe sanktioniert.

In Runde 6 ging Verstappen an Russell vorbei. Sein Rückstand auf Antonelli betrug jetzt zweieinhalb Sekunden. Dahinter eine kuriose Reihenfolge: Lawson auf P4, Ocon auf P6, Sainz auf P7. Im Regen von Sepang schlug vorübergehend die Stunde der Außenseiter. Und Hamilton klammerte sich immer noch an seine Slicks, inzwischen auf P17 liegend, mit 1:14 Minuten Rückstand.

Bis zur neunten Runde hatte Verstappen den Rückstand auf Antonelli wettgemacht. Bei Start und Ziel zeigte er sich erstmals formatfüllend im Rückspiegel - doch Antonelli konnte den Angriff abwehren.

Am Ende von Runde 9 dann Safety-Car wegen eines Abflugs des Bottas-Cadillacs. Und die Gelbphase nutzten natürlich alle, die auf Intermediates losgefahren waren, um "zum halben Preis" auf Slicks umzustecken (Verstappen auf Soft, die beiden Mercedes auf Medium). Glück für Ferrari: Hamilton/Leclerc lagen zwar nur auf P15/17 - aber zumindest war ihr riesiger Zeitrückstand durch das Safety-Car wegradiert.

Ende der Safety-Car-Phase: Verstappen geht in Führung

Führungswechsel dann beim Neustart in Runde 13: Zuerst schob sich Verstappen nach einer Attacke, die mehrere Kurven lang dauerte, an Antonelli vorbei - und dann rutschte auch noch Russell durch auf P2, der sich das Duell geduldig angeschaut und auf seine Chance gelauert hatte.

Erst jetzt nahm das Rennen erstmals einen geordneten Verlauf. Verstappen konnte rasch ein paar Wagenlängen zwischen sich und Russell aufbauen, führte nach 15 Runden mit 1,5 Sekunden Vorsprung. Die große Frage war jetzt aber, wie lang seine Softreifen auf trockener Strecke halten würden.

Am Beginn der 20. Runde hatte Verstappen seinen Vorsprung auf 3,5 Sekunden ausgebaut. Mercedes-intern wurde Antonelli langsam ungeduldig und erklärte am Boxenfunk, er könne schneller fahren als Russell. Sein Renningenieur Peter Bonnington ermahnte ihn, an die Reifen zu denken - aber in Runde 21 machte Antonelli Nägel mit Köpfen und übernahm Platz 2.

In Runde 24 büßte Antonelli dann ein paar Sekunden ein, als er in der letzten Kurve geradeaus fuhr und ein paar Meter neben der Ideallinie wieder Grip fand. Dabei touchierte er einen Gummipoller an der Boxeneinfahrt. "Checkt den Frontflügel", funkte er an die Box. Offenbar hatte er sich dabei aber keinen Schaden zugezogen. Er war weiterhin Zweiter, jetzt aber mit acht Sekunden Rückstand auf Verstappen.

Auffällig: Hamilton hatte sich inzwischen auf Platz 5 vorgearbeitet, 27,8 Sekunden hinter Verstappen - aber immer noch mit seinem ersten Slick-Reifensatz, den er zu Beginn aufziehen hatte lassen. Ein gutes Omen für Verstappen, denn damit war der Beweis erbracht, dass auch die weicheren Pirellis nicht so schnell einbrechen sollten, wie das die Simulationen vorhergesagt hatten.

Entscheidende Phase der Boxenstopps ab Runde 30

In der 30. Runde ein interessantes strategisches Signal: Arvid Lindblad (Racing Bulls) hatte auf harte Reifen umgesteckt - und fuhr damit absolut schnellste Sektorenzeiten. Mercedes reagierte darauf und holte in Runde 32 zunächst Russell rein. Der Engländer wechselte von Medium auf Soft. Mit einem frischen Soft hatte weiter hinten im Feld gerade Leclerc die bis dahin schnellste Runde im Rennen gedreht.

Eine Runde nach Russell kamen Verstappen und Antonelli rein, und beide entschieden sich ebenfalls für den Soft. Danach führte Verstappen zehn Sekunden vor Antonelli und 14 vor Russell, und die Positionen an der Spitze schienen bezogen. Allerdings machte Hamilton im Kampf um Platz 4 Druck auf Hadjar - auch wenn er nach dem Reifenwechsel nicht happy war. Der Medium fühle sich "schrecklich" an, meckerte er - und drehte die bis dahin schnellste Runde im Rennen.

Safety-Car sorgt für ein packendes Finale

In Runde 43 aktivierte die Rennleitung das virtuelle Safety-Car (Getriebeschaden Alexander Albon), und Verstappen nutzte die Gelegenheit, um nochmal Reifen zu wechseln. Er steckte auf einen frischen Satz Soft um (genau wie Hamilton und Leclerc) - und verlor damit Streckenposition gegen Antonelli.

Allerdings nur für eine Runde, denn weil die VSC-Phase länger dauerte, holte auch Mercedes die beiden Autos rein. Und weil die Bergung des Albon-Williams nicht so flott ging wie zunächst erhofft, aktivierte die Rennleitung schlussendlich das echte Safety-Car. Damit schob sich das Feld wieder zusammen, und es war alles angerichtet für einen Endspurt.

Doch davor kam es nochmal zu einem Herzschlagmoment: Zu Beginn der 50. Runde rollte Russell mit Verdacht auf einen Powerunit-Schaden aus - praktisch an der gleichen Stelle, an der zehn Jahre zuvor Hamiltons Mercedes-Motor spektakulär in Flammen aufgegangen war.

Ein paar Meter weiter hinten kam Norris von der Strecke ab und fiel auf P11 zurück. Der amtierende Weltmeister war mit seinem Blick offenbar auf Russell fixiert, bremste unter Gelb viel zu spät, wäre beinahe seinem Teamkollegen hinten draufgefahren - und musste in die Wiese, um einen Crash zu verhindern. Ein Malheur, das nach dem Rennen ein Nachspiel haben könnte ("gefährliches Fahren").

In Runde 52 von 55 dann der letzte Neustart im Grand Prix, doch Verstappen meisterte die brenzlige Situation mit Routine und verteidigte die Führung letztendlich souverän. Gekämpft wurde nur noch um die Positionen 3 bis 5, und da setzten sich Hamilton und Leclerc letztendlich doch noch gegen Hadjar durch.

Motorsport-Total.com

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