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Sprint-Quali Singapur Max Verstappen startet beim Sprint in Singapur von der Pole
Sutton Images

Verstappen auf Pole - Enttäuschung für Antonelli!

Max Verstappen hat sich die Sprintpole in Singapur gesichert, während George Russell mit dem alten Mercedes-Paket deutlich schneller war als Kimi Antonelli

Max Verstappen hat seinen Erfolgslauf fortgesetzt und sich nach dem Sieg in Sepang auch die Poleposition für das Sprintrennen in Singapur geholt. Der Red-Bull-Pilot fuhr auf seinem einzigen SQ3-Versuch furios und hing die Konkurrenz ab.

Allerdings muss der Niederländer um Startplatz eins noch zittern, da gegen ihn eine Untersuchung läuft, weil er unter gelber Flagge Lewis Hamilton überholt haben soll. Eine Entscheidung fällt erst im weiteren Tagesverlauf.

Die Konkurrenz wurde angeführt von George Russell, der im Hauptrennen aufgrund eines Motorenwechsels von ganz hinten starten muss, im Sprint aber Startplatz zwei herausfahren konnte. 0,120 Sekunden fehlten dem Engländer auf Verstappen, wobei bemerkenswert ist, dass er mit dem alten Mercedes-Paket deutlich schneller war als Teamkollege Kimi Antonelli.

Der Italiener war im letzten Abschnitt die große Enttäuschung und konnte sich mit knapp sieben Zehntelsekunden Rückstand nur auf Rang sieben qualifizieren, obwohl er das große Update am Auto hatte.

Zwischen den beiden Mercedes platzierten sich die Ferraris und McLaren, wobei Charles Leclerc (+0,243) auf Rang vier vor Oscar Piastri (+0,298), Lando Norris (+0,431) und Lewis Hamilton (+0,546) lag. Liam Lawson (Racing Bulls/+1,185) wurde Achter vor Isack Hadjar (Red Bull) und Pierre Gasly (Alpine), die beide keine gewertete Runde in SQ3 hatten.

Nico Hülkenberg (Audi) startet im Sprint von Position zwölf.

Was passierte in SQ1?

Die erste rote Flagge gab es knapp sechs Minuten vor dem Ende. Sergio Perez war in Kurve 5 mit seinem Cadillac geradeaus in die Streckenbegrenzung gefahren und hatte sich seinen Frontflügel beschädigt.

Zwar konnte der Mexikaner wieder rückwärts auf die Strecke fahren und seine Fahrt fortsetzen, allerdings klemmte sein Frontflügel unter dem Auto. In Kurve 8 verlor Perez dann ein großes Teil seines Frontflügels, das dann mitten in der Kurve lag. Um die Strecke zu reinigen, zeigte die Rennleitung die rote Flagge.

Gegen Perez wurde eine Untersuchung wegen Fahrens in unsicherem Zustand eingeleitet.

Da zu dem Zeitpunkt nur fünf Fahrer eine relevante Runde hatten, wurde die Schlussphase hektisch. Bei den Red Bulls von Verstappen und Hadjar sowie dem McLaren von Piastri kam es auf die letzte Runde an - alle drei schafften aber die Hürde.

Probleme schien aber die Formel 1 mit ihrer Zeitmessung zu haben. Unter anderem wurde das Aus von Audis Gabriel Bortoleto vermeldet, der wenig später aber doch als SQ2-Kandidat aufleuchtete. Dafür stand plötzlich Racing-Bulls-Pilot Arvid Lindblad überraschend unter dem Strich.

Zu ihm gesellten sich mit Lance Stroll sowie den beiden Cadillacs und Williams die üblichen Kandidaten, wobei vor allem Williams eine negative Überraschung war: Carlos Sainz wurde mit deutlichem Abstand Letzter.

Die Bestzeit ging mit 1:33.477 Minuten an Verstappen vor Leclerc (+0,018) und Russell (+0,096). Nico Hülkenberg wurde überraschend starker Fünfter.

Ausgeschieden: 17. Arvid Lindblad (Racing Bulls), 18. Lance Stroll (Aston Martin), 19. Alexander Albon (Williams), 20. Sergio Perez (Cadillac), 21. Valtteri Bottas (Cadillac) und 22. Carlos Sainz (Williams).

Was passierte in SQ2?

Erst einmal nichts. Denn die Session begann mit reichlich Verzögerung, weil die FIA die Software-Probleme aus SQ1 erst untersuchen musste - auch um zu schauen, ob das Ergebnis seine Gültigkeit hatte.

Als es dann schließlich um die Zeiten ging, machte es vor allem Russell spannend. Er lag kurz vor Schluss nur auf Rang elf und damit nicht auf Kurs SQ3, doch mit dem finalen Versuch - inklusive lila erstem Sektor - schob er sich noch auf Rang vier vor und verdrängte Colapinto aus den Top 10.

Auch Hülkenberg schien Chancen auf den Einzug in den letzten Abschnitt zu haben, am Ende musste er sich jedoch mit Rang zwölf begnügen, während neben den acht Topautos noch Lawson und Gasly den Sprung schafften.

Die Bestzeit ging in 1:32.246 Minuten an Charles Leclerc, der rund drei Zehntel Vorsprung auf Teamkollege Lewis Hamilton und Lando Norris hatte.

Ausgeschieden: 11. Franco Colapinto (Alpine), 12. Nico Hülkenberg (Audi), 13. Oliver Bearman (Haas), 14. Gabriel Bortoleto (Audi), 15. Fernando Alonso (Aston Martin) und 16. Esteban Ocon (Haas).

Was passierte in SQ3?

Der Kampf um die Pole wurde von McLaren und Mercedes eröffnet: Norris fuhr mit 1:31.587 Minuten schon eine vermeintlich schnelle Zeit und war damit zweieinhalb Zehntel schneller als Russell. Piastri schob sich knapp zwei Zehntel hinter seinem Teamkollegen auf Rang zwei, während Antonelli schon mehr als eine halbe Sekunde aufgebrummt bekam.

Kurze Zeit später kamen die beiden Ferraris: Leclerc schnappte sich um 0,019 Sekunden die provisorische Pole, bevor sich Hamilton anschickte, die Zeit erneut zu unterbieten. Der Brite fuhr absolute Bestzeit im ersten Sektor und lag auch nach dem zweiten Sektor mehr als eine Zehntel vor Leclerc, im dritten ging ihm jedoch die Luft aus, sodass er sich nur auf Rang drei einsortierte.

Wer zu dem Zeitpunkt fehlte, waren die beiden Red Bulls, die erst spät aus der Garage fuhren. Zuvor wagte aber Leclerc einen zweiten Versuch - und wie! Mit absoluten Bestzeiten im zweiten und dritten Sektor drückte er die Polezeit auf 1:31.399 Minuten. Doch was war mit Verstappen?

Der legte los wie die Feuerwehr und war im ersten Sektor deutlich schneller als alle anderen. Im zweiten Sektor verlor er jedoch zwei Zehntel. Doch mit einer erneuten absoluten Bestzeit im Schlusssektor knackte er Leclerc um weitere 0,243 Sekunden.

Doch damit nicht genug: Die McLaren und Mercedes legten einen zweiten Versuch hin. Norris konnte sich jedoch nicht verbessern, weshalb er von Teamkollege Piastri von Rang drei verdrängt wurde. Plötzlich kam aber noch Russell, der auch Leclerc noch verdrängte und auf Rang zwei fuhr. Auch Antonelli verbesserte sich noch einmal, doch zu mehr als Rang sieben reichte es nicht.

Warum gibt es eine Untersuchung gegen Max Verstappen? Update: Keine Strafe!

Max Verstappen geriet in SQ1 ins Visier der Kommissare. Er hatte Lewis Hamilton in Kurve 8 überholt, wo wegen des dort herumliegenden Frontflügel-Teils von Sergio Perez eine gelbe Flagge geschwenkt wurde. "Er hat mich unter Gelb überholt", funkte auch Hamilton an sein Team.

Verstappen selbst merkte am Funk an, dass er der Meinung war, Hamilton noch vor der gelben Flagge überholt zu haben. Weil er sich aber nicht sicher war, gab er die Position wenige Meter später an den Engländer zurück.

Die Kommissare haben den Fall nach der Session untersucht und beschlossen, dass Verstappen seine Pole behalten darf.

Was war das Zeitenproblem in SQ1?

Am Ende des ersten Abschnitts kam es zu Verwirrung, da das Timing irgendwie durcheinandergeriet. Erst schien Bortoleto ausgeschieden zu sein, dann wurden die Zeiten aktualisiert und Lindblad war plötzlich unter dem Strich.

Zudem kam es noch zu einem zweiten Problem, das bei einigen Autos zu einem Ausfall des Overtake-Modus führt und den Ausgang des Qualifyings beeinflusste. Dazu teilt die FIA mit: "Während des ersten Abschnitts des Sprint-Qualifyings kam es in der Rennleitung zu einem menschlichen Fehler, der nicht mit dem Zeitnahme-Problem zusammenhing, das ebenfalls in SQ1 auftrat."

"Das betreffende Problem führte dazu, dass der Overtake-Modus nach der Rotphase während SQ1 nicht verfügbar war. Als offensichtlich wurde, dass der Overtake-Modus nach dem Neustart nicht aktiv war, wurde er für eine Dauer von 27 Sekunden aktiviert, bevor er wieder deaktiviert wurde."

"Die FIA räumt ein, dass dieser bedauerliche menschliche Fehler Auswirkungen auf die Performance bestimmter Fahrzeuge hatte - abhängig vom Timing ihres Versuchslaufs und ihrer Position auf der Strecke. Der zweite und dritte Abschnitt des Sprint-Qualifyings waren davon nicht betroffen."

Motorsport-Total.com

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