MotoGP Aragon 2026 | 30.08.2026
Marquez gewinnt vor Acosta und Bezzecchi
Marc Marquez (Ducati) feiert seinen achten MotoGP-Sieg im MotorLand Aragon - Pedro Acosta (KTM) und Marco Bezzecchi (Aprilia) müssen sich geschlagen geben
Marc Marquez hat den Grand Prix von Aragonien im MotorLand Aragon gewonnen. Der Ducati-Werksfahrer setzte sich zunächst gegen Marco Bezzecchi (Aprilia) durch und konnte anschließend den Druck von Pedro Acosta (KTM) brechen. In der zweiten Rennhälfte fuhr Marc Marquez in seiner eigenen Liga und gewann mit einer Machtdemonstration vor Acosta und Bezzecchi.
Für das Rennen über 23 Runden wählten alle 22 Fahrer vorne und hinten den Medium-Reifen von Michelin. Rund 51.000 Fans hatten sich bei Sonnenschein und 30 Grad Celsius auf den Tribünen versammelt.
Beim Start bremste sich Marc Marquez, wie schon im Sprint, in Kurve 1 an Polesetter Bezzecchi vorbei, aber der Italiener reagierte diesmal besser und holte sich die Führung auf dem Weg zu Kurve 3 zurück.
"Wie ich gestern gesagt habe, war die erste Kurve der Schlüssel", sagt Marc Marquez nach dem Rennen zu dieser Szene. "Das hat wieder funktioniert. Allerdings habe ich heute einen großen Fehler gemacht."
"Ich hatte vergessen, das hintere Ride-Height-Device zu deaktivieren. Beim Herausfahren aus Kurve 1 war es noch aktiviert. Dadurch war ich in der schnellen Kurve 2 beziehungsweise 3 sehr langsam und zwei Fahrer konnten mich überholen."
Jorge Martin (Aprilia) kam sehr gut durch die ersten Kurven: Er überholte ebenfalls Marc Marquez und lag auf Platz zwei. Aber in Kurve 14 fuhr Marc Marquez ein aggressives Manöver gegen Martin und überholte ihn zurück.
Nach der ersten Runde führte Bezzecchi vor Marc Marquez, Acosta, Martin und Alex Marquez (Gresini-Ducati). In der zweiten Runde überholte Alex Marquez Martin und lag wieder auf Platz vier.
Nach drei Runden führte Bezzecchi mit sieben Zehntelsekunden Vorsprung vor Marc Marquez. Acosta konnte mit seiner KTM das Tempo des Ducati-Werksfahrers mitgehen. Alex Marquez und Martin verloren schon etwas den Anschluss.
Marquez greift Bezzecchi an und Acosta profitiert
In Runde fünf fuhr Marc Marquez fast vier Zehntelsekunden schneller als Bezzecchi und schloss zur Aprilia #72 auf. In Kurve 14 griff er erstmals an, sodass beide Seite an Seite die lange Gerade entlangfuhren.
Marc Marquez setzte sich durch, und auch Acosta nutzte den doppelten Windschatten, um ebenfalls an Bezzecchi vorbeizuziehen. Bezzecchi konterte nicht sofort, sondern folgte den beiden Spaniern.
"Die Szene mit Marc war cool", sagt Bezzecchi nach dem Rennen. "Ich habe sein Motorrad gehört und versucht, die Linie zu kreuzen. Als wir nebeneinander waren, hat der Windschatten uns aber sehr stark gegenseitig beeinflusst."
In Runde neun fuhr Marc Marquez eine neue schnellste Rennrunde, aber Acosta konnte mithalten. Bezzecchis Rückstand wuchs auf eine Sekunde, blieb danach aber konstant. Acosta hielt den Druck auf Marc Marquez weiter hoch.
Der Ducati-Fahrer versuchte, Acosta abzuschütteln, und fuhr in Runde 13 erneut die schnellste Rennrunde. Diesmal konnte Acosta nicht ganz mithalten und fiel sechs Zehntelsekunden hinter die Ducati #93.
In der nächsten Runde fuhr Marc Marquez erneut die schnellste Rennrunde und schüttelte Acosta damit endgültig ab. Neun Runden vor Rennende hatte Marc Marquez erstmals eine Sekunde Vorsprung.
Während Marc Marquez weiter hohe 1:46er-Runden fahren konnte, fuhren Acosta und Bezzecchi niedrige 1:47er-Runden. So wuchs der Vorsprung von Marc Marquez Zehntel um Zehntel. Die Entscheidung war gefallen.
"Ich habe einfach meinen Rhythmus aufgebaut", sagt Marc Marquez. "In den ersten Runden war es ein schöner Kampf. Danach habe ich versucht, das Rennen zu kontrollieren. Als ich sah, wie viele Runden noch übrig waren, habe ich attackiert, mir eine Lücke herausgefahren und sie anschließend verwaltet."
Acosta und Bezzecchi geschlagen
Acosta kam mit 1,7 Sekunden Rückstand ins Ziel und feierte seinen vierten Podestplatz in dieser Saison. "Ich habe gestern gesagt, dass ich es vor den spanischen Fans versuchen werde", sagt der KTM-Fahrer.
"Ich wollte alles geben, selbst wenn dabei Fehler passieren sollten. Deshalb bin ich sehr zufrieden. Wir haben extrem hart gearbeitet. Es scheint, als würden wir uns im Laufe des Wochenendes immer weiter verbessern. Darüber bin ich sehr glücklich."
Bezzecchi wurde Dritter. Für den Italiener war es der achte Podestplatz in diesem Jahr. "Ich bin sehr glücklich und zufrieden", sagt der Italiener, "denn es war ein hartes, aber großartiges Wochenende."
"Ich freue mich sehr über mein erstes MotoGP-Podium hier. Ich liebe diese Strecke, aber aus irgendeinem Grund konnte ich hier bisher nie richtig schnell fahren. Ich wusste, dass meine Pace nicht die beste war, aber ich habe alles gegeben."
"Marc war mit seiner Erfahrung und seiner Pace einfach unschlagbar. Schade, dass ich die Position direkt an Pedro verloren habe. Wahrscheinlich hätte ich sie ohnehin verloren, aber ich hätte gerne noch etwas länger mit ihm gekämpft."
Dennoch verlor Bezzecchi in der WM-Wertung Platz zwei an Marc Marquez. Martin führt nun 19 Punkte vor Marc Marquez und 24 vor Bezzecchi. Der viertplatzierte Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati) liegt bereits 48 Zähler zurück .
Alex Marquez kam alleine fahrend als Vierter ins Ziel, Martin folgte als Fünfter. Die Ducati-Fahrer Fermin Aldeguer (Gresini) und Di Giannantonio belegten die Plätze sechs und sieben.
Fabio Quartararo Letzter
Dahinter folgte eine große Kampfgruppe ab Platz acht. Enea Bastianini (Tech3-KTM) setzte sich in den letzten Runden gegen Rookie Diogo Moreira (LCR-Honda) durch, und Brad Binder (KTM) überholte noch Jack Miller (Pramac-Yamaha) für Platz zehn.
Auf den Plätzen zwölf bis 15 sammelten auch Joan Mir (Honda), Alex Rins (Yamaha), Luca Marini (Honda) und Johann Zarco (LCR-Honda) WM-Punkte. Zarco musste zwei Long-Lap-Strafen für den Startunfall in Barcelona absolvieren.
Pol Espargaro, der erneut Maverick Vinales im Tech3-KTM-Team vertrat, kam als 16. ins Ziel. 17. wurde Lorenzo Savadori, der den verletzten Ai Ogura bei Trackhouse-Aprilia vertrat.
Mit 51 Sekunden Rückstand sah Yamaha-Werksfahrer Fabio Quartararo als Letzter die Zielflagge . Drei Runden vor Rennende schied Toprak Razgatlioglu (Pramac-Yamaha) in Kurve 12 durch Sturz aus.
In Runde sechs stürzte Francesco Bagnaia (Ducati). Kurz darauf ging auch Franco Morbidelli (VR46-Ducati) zu Boden. Am Ende der sechsten Runde gab Raul Fernandez (Trackhouse-Aprilia) mit Getriebeproblemen an der Box auf.
Der nächste Grand Prix findet in zwei Wochen statt. Vom 11. bis 13. September wird auf dem Misano World Circuit Marco Simoncelli gefahren. Es ist der Grand Prix von San Marino .

















