MotoGP-Sprint Katar 2026 | 07.11.2026
Marquez siegt - Bezzecchi crasht
Nach dem schweren Bagnaia-Crash sorgt eine Kollision zwischen Marc Marquez und Marco Bezzecchi für Aufregung - Der Aprilia-Pilot stürzt, Marquez gewinnt den Sprint
Der MotoGP-Sprint in Katar hatte gleich mehrere dramatische Wendungen zu bieten. Nach einem schweren Unfall von Francesco Bagnaia (Ducati) musste der Sprint zunächst mit roter Flagge unterbrochen werden. Nach dem Neustart kam es zur Kollision zwischen Marc Marquez (Ducati) und Marco Bezzecchi (Aprilia), was zum Ausfall des Aprilia-Piloten führte. Am Ende setzte sich Marquez vor Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati) und Jorge Martin (Aprilia) durch. Der Ducati-Pilot baut damit seinen WM-Vorsprung weiter aus und kann sich am Sonntag bereits vorzeitig zum Weltmeister krönen.
Ursprünglich waren elf Runden auf dem Lusail International Circuit angesetzt. Bezzecchi ging von der Poleposition ins Rennen, Marquez startete neben ihm aus der ersten Reihe. Dahinter lauerte Di Giannantonio auf Position 3. Martin hatte sich im Qualifying lediglich den elften Startplatz gesichert. Beim ersten Start kam Bezzecchi gut weg und verteidigte zunächst die Führung. Marc Marquez versuchte, sich an der Innenseite in Kurve eins vorbeizuschieben, musste jedoch zurückstecken.
Bagnaia erwischte einen hervorragenden Start und schob sich in einer starken ersten Runde von Position fünf auf zwischenzeitlich Rang drei nach vorne. In der zweiten Runde kam es in Kurve 16 zu einer Berührung zwischen Bagnaia und Fermin Aldeguer (Gresini-Ducati) die einen heftigen Abflug von Bagnaia hervorruf.
Aldeguer versuchte zu diesem Zeitpunkt Acosta zu überholen und war dabei viel zu schnell, sodass er nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte und Bagnaia am Hinterrad erwischte, der sich schon in die Kurve legte. Der Vorderreifen des Gresini-Piloten touchierte den Hinterreifen von Bagnaia woraufhin dieser hoch in die Luft aufstieg und schließlich schwer stürzte.
Die Rennleitung zeigte zunächst gelbe Flaggen, wenig später wurde der Sprint jedoch mit roter Flagge abgebrochen. Bagnaia war nach dem Unfall bei Bewusstsein, musste aber auf einer Trage von der Strecke gebracht werden. Die Ärzte brachten ihn zunächst ins Medical Center.
Rote Flagge nach schwerem Bagnaia-Crash
Die ersten Untersuchungen im Medical Center brachten Knochenbrüche ans Licht. MotoGP-Chefarzt Angel Charte bestätigte zwei Brüche im rechten Fuß des Italieners. Der vierte und fünfte Mittelfußknochen des Italieners sei gebrochen. Noch am Samstagabend sollte Bagnaia für weitere Untersuchungen in ein Krankenhaus nach Doha gebracht werden. Dort wird geklärt, ob die Frakturen operativ behandelt werden müssen.
Für Aldeguer hatte der Zwischenfall ebenfalls Konsequenzen. Die Rennkommissare verhängten eine Double-Long-Lap-Strafe gegen den Spanier. Beim Neustart nahm er wieder seinen ursprünglichen Startplatz ein.
Die Startaufstellung wurde nicht anhand des Zwischenstands zum Zeitpunkt des Abbruchs neu berechnet, denn dafür waren noch zu wenige Runden absolviert. Stattdessen ging es mit den im Qualifying ermittelten Positionen zum zweiten Start. Aus den ursprünglich elf Runden wurden nach dem Neustart zehn.
Marc Marquez übernimmt beim Neustart die Führung
Beim zweiten Start erwischte Bezzecchi diesmal keinen optimalen Start. Marquez nutzte die Gelegenheit und übernahm bereits auf dem Weg zur ersten Kurve die Führung. Dahinter sortierte sich zunächst Di Giannantonio ein. Martin erwischte dagegen einen starken Auftakt und machte innerhalb der ersten Runde mehrere Positionen gut. Von Startplatz elf arbeitete sich der Aprilia-Pilot zunächst auf Rang sieben nach vorne und lag nach der ersten Runde bereits auf Position sechs.
Martin setzte seinen Angriff fort und zog wenig später auch an Raul Fernandez (Trackhouse-Aprilia) vorbei. Damit war er bereits nach zwei Runden Fünfter und mischte im Kampf um die Spitzenplätze mit.
Kollision mit Marquez: Bezzecchi stürzt
In Runde vier spitzte sich das Duell an der Spitze zu. Bezzecchi erhöhte den Druck auf Marquez und suchte nach einer Möglichkeit, die Führung zurückzuerobern. Dabei geht Marquez etwas weit in Kurve eins und Bezzecchi sieht seine Chance. Der Spanier schließt die Lücke jedoch so schnell wie sie sich aufgetan hat, dass dort schlichtweg kein Platz für zwei Motorräder ist. So kam es Berührung zwischen den beiden Fahrern.
Bezzecchi verlor die Kontrolle über seine Aprilia und stürzte. Für den Italiener war der Sprint damit vorzeitig beendet, während der Ducati-Pilot weiterfahren konnte.
Die Rennkommissare nahmen den Zwischenfall unter die Lupe, entschieden sich anschließend aber gegen weitere Maßnahmen. Marquez blieb somit ohne Strafe. Der Vorfall veränderte die Situation an der Spitze jedoch grundlegend:
Martin nutzte die Gelegenheit, übernahm kurzzeitig die Führung und lieferte sich anschließend mit Marquez einen direkten Zweikampf. Der Ducati-Pilot schlug im harten, aber fairen, Duell zurück und eroberte die Führung erneut.
Auch zur Halbzeit des Sprints blieb das Tempo hoch. Marquez führte mit rund vier Zehntelsekunden Vorsprung auf Martin.
Martin kämpft mit gebrochenem Handgelenk um das Podium
In den verbleibenden Runden entwickelte sich ein intensiver Kampf um die Podestplätze. Martin hielt zunächst den Anschluss an Marquez, musste sich aber zunehmend gegen Di Giannantonio verteidigen. Zwei Runden vor Schluss setzte der Italiener zum Angriff an. Die beiden lieferten sich mehrere Positionswechsel, ehe sich Di Giannantonio schließlich durchsetzen konnte und Rang zwei übernahm.
Für Martin war es dennoch eine bemerkenswerte Leistung. Erst vor 14 Tagen, beim Sprint in Phillip Island, hatte sich der Spanier das rechte Handgelenk gebrochen. Trotz dieser Verletzung kämpfte er in Katar bis zum Schluss um den Sieg im Sprint und sicherte sich schließlich den dritten Platz.
Marc Marquez brachte seinen Vorsprung souverän ins Ziel und gewann den Sprint nach zehn Runden in 18:46.450 Minuten. Di Giannantonio fehlten lediglich 0,862 Sekunden auf den Sieger, Martin kam mit 1,519 Sekunden Rückstand ins Ziel.
Raul Fernandez wurde Vierter vor Johann Zarco (LCR-Honda) und Pedro Acosta (KTM). Ai Ogura (Trackhouse-Aprilia), Enea Bastianini (Tech3-KTM), Iker Lecuona (Gresini-Ducati) und Diogo Moreira (LCR-Honda) bildeten die Top 10.
Marc Marquez: "Zwölf Punkte, sehr wichtig"
Im Anschluss an den turbulenten Sprint zeigte sich Marquez erleichtert über den Sieg. Gleichzeitig richtete er seine Gedanken zunächst an Bagnaia. "Es war ein merkwürdiges Sprintrennen, aber vor allem nach der Roten Flagge hoffen und wünschen wir, dass es 'Pecco' gut geht, denn das war ein böser Sturz", erklärt der Ducati-Pilot.
Auf der Strecke habe er sich anschließend voll konzentriert. Besonders die Situation in Kurve eins mit Bezzecchi nach dem Neustart sei allerdings nicht ganz einfach gewesen: "Es stimmt, dass in jener Kurve eins bei der Berührung sogar mein Airbag ausgelöst hat. Aus diesem Grund hat Jorge mich attackiert, weil es etwas dauert, bis sich das System wieder normalisiert."
Danach habe er das Rennen unter Kontrolle bringen können. "Als ich dann eine Lücke von einer halben Sekunde, acht Zehntelsekunden aufgerissen hatte, habe ich versucht, das Rennen zu kontrollieren. Und ja: zwölf Punkte, sehr wichtig" so Marquez weiter.
Di Giannantonio stolz auf Platz zwei, Martin spricht von einem Sieg
Auch Di Giannantonio war mit seinem zweiten Platz zufrieden, obwohl er den Rückstand auf Marquez nicht mehr schließen konnte. "Das heutige Rennen war wirklich wild. Ehrlich gesagt bin ich extrem beeindruckt von Jorge und dem, was er heute geleistet hat. Das war schier unglaublich. Er ist so stark gefahren. Ich habe mein Maximum gegeben", lobt der Italiener seinen Konkurrenten.
Mit der eigenen Leistung ist er ebenfalls zufrieden: "Ich denke, wir haben eine wirklich starke Leistung gezeigt. Schade, dass wir diesen Abstand zu Marc hatten. Am Ende war es unmöglich, ihn einzuholen, aber wir können definitiv stolz und glücklich sein. Ein fantastischer zweiter Platz, und wir pushen einfach weiter. Morgen greifen wir wieder an."
Martin konnte seinen dritten Platz angesichts der schwierigen Voraussetzungen ebenfalls kaum fassen. "Vor zwölf oder 14 Tagen habe ich mir das Handgelenk gebrochen, ich weiß es gar nicht mehr so genau. Aber heute habe ich mit all dem Adrenalin versucht, voll zu pushen. Am Ende habe ich mich für den weichen Reifen entschieden, um wenigstens attackieren zu können."
Besonders das Duell mit Marquez um die Führung habe ihm gefallen. "Letztlich fehlte mir die Kraft, um weiter voll durchzuziehen, aber hier auf dem Podium zu stehen, ist einfach unglaublich. Für mich fühlt sich das schon wie ein Sieg an, und ich hoffe, meine Geschichte kann Menschen auf der ganzen Welt inspirieren" erklärt Martin sichtlich erschöpft.
Marc Marquez vor dem Titelgewinn: 49 Punkte Vorsprung
Durch seinen Sprint-Sieg baute Marquez seine Führung in der MotoGP-Weltmeisterschaft weiter aus. Mit nun 411 Punkten liegt der Ducati-Pilot bereits 49 Zähler vor seinem ersten Verfolger Martin (362 Punkte). Bezzecchi belegt mit 332 Punkten Rang drei, Acosta folgt mit 299 Zählern auf Platz vier.
Damit kann Marquez bereits beim Grand Prix am Sonntag in Katar seinen achten WM-Titel in der Königsklasse perfekt machen. Dafür muss er den Grand Prix gewinnen und gleichzeitig darauf hoffen, dass Martin ohne Punkte bleibt. Bei einem solchen Szenario wäre der Spanier rechnerisch nicht mehr einzuholen.
Start des Katar-Grand-Prix ist am Sonntag um 17:00 Uhr MESZ.

















