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Verkommt die Formel 1 endgültig zur Quotenshow?

Die wüsten Ideen Max Mosleys zur "Verbesserung" der Formel 1 reissen nicht ab, nun soll das Fahrerbriefing zu einer Art "Big Brother" werden.

Eigentlich wollte FIA-Boss Max Mosley auf einer Pressekonferenz am Dienstagabend in London gemeinsam mit Formel-1-Boss Bernie Ecclestone nur die Verlängerung des Vertrags mit RTL bis in die Saison 2007 (angeblich für 85 Millionen Euro pro Saison, Anm.) bekannt geben, doch Mosley wäre nicht "Mad Max", würde er nicht ganz am Rande eine neue Idee präsentieren, wie man seiner Meinung nach der Formel 1 zu höheren Einschaltquoten verhelfen kann.

Dieses Mal hat sich der Brite Gedanken darüber gemacht, wie man die große Lücke zwischen dem Qualifying am Samstag und dem Rennen am Sonntag schließen könnte. Bisher drehten die Fahrer im Warm Up von 9:30 Uhr bis 10:00 Uhr wenigstens eine halbe Stunde lang ihre Runden, durch das neue Reglement mit dem Tankverbot zwischen Qualifying und Rennen fällt dieses jedoch komplett weg.

"Die Leute haben sich daran gewöhnt, das Warm Up anzuschauen, wir müssen es also mit etwas anderem ersetzen", so Mosley. "Wir arbeiten im Moment an der Idee, genau zu dieser Zeit die Fahrerbesprechung stattfinden zu lassen und es den TV-Kameras zu erlauben, diese zu übertragen. Die Fahrer könnten sich dann vielleicht über den Zwischenfall im letzten Rennen unterhalten, als der eine dem anderen in das Auto gefahren ist oder über etwas, das im Training passierte. Es gibt immer etwas, das man besprechen kann."

Bisher war das Fahrerbriefing mit der Rennleitung "top secret", Journalisten, Foto- oder gar Kamerateams waren mit ganz wenigen Ausnahmen immer tabu. Das könnte sich nach dem Willen von Mosley nun ändern: "Wir denken, dass wir so den Zuschauern einen persönlicheren und intimeren Kontakt zu den Fahrern verschaffen könnten. Die Leute könnten die Fahrer dann sehen, wenn sie ehrlich reden und nicht einfach nur ein Interview geben."

Ob es dann jedoch tatsächlich harte Wortgefechte oder gar die eine oder andere Rüpelei geben wird, wenn die Kameras mitlaufen – und das wäre in diesem Fall ja das Salz in der Suppe – darf aber sehr stark bezweifelt werden. Der diesbezügliche Druck der Sponsoren und Teams auf die Fahrer ist heutzutage einfach zu groß. Max Mosley kündigte außerdem an, dass es auch weiterhin Besprechungen mit den FIA-Offiziellen unter Ausschluss der Öffentlichkeit geben würde, sodass die Fahrer wie gehabt auch ohne mitlaufende Kameras diskutieren könnten.

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