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BMW-Williams im Umbruch

Auf den Gesichtern der Williams-Führungs-Mannschaft machen sich Sorgenfalten breit, vom Titelaspiranten ist man derzeit weit entfernt.

Als der neue BMW-Williams FW26 am 5. Januar dieses Jahres in einem eigens errichten Zelt im Fahrerlager des spanischen Circuit Ricardo Tormo in Valencia das Licht der F1Welt erblickte, wagten viele der Betrachter im weiten Rund es nicht ihren Augen zu trauen: Sie erblickten den ersten Nasenbären der F1-Geschichte.

Als dann gut vier Wochen später der neue F2004 in Maranello präsentiert wurde, und die Fachwelt auf ein ähnlich innovatives Auto wartete, wurde sie enttäuscht und schrieb Ferrari wegen des maximal evolutionär aussehenden Autos gleich in eine Krise. Sie hätten gegen den „silbernen Delphin“ namens MP4-19 und den Nasenbären FW26 keinerlei Chance.

Doch weit gefehlt. Nach drei Rennen und drei Ferrari-Siegen durch Michael Schumacher wurde die Euphorie um den silbernen Delphin durch das „silberne Debakel“ abgelöst und musste man auch bei den Weiß-Blauen eingestehen, dass Ferrari „stärker ist als wir erwartet haben“.

Trotzdem versucht BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen die positiven Aspekte der Misere zu sehen: „Wir haben dieses Mal nicht so viel Rückstand auf Ferrari wie zu Saisonbeginn im Vorjahr.“ Allerdings hatte man im Vorjahr noch mit einem Rückstand gerechnet, während man in diesem Jahr forsch angekündigt hatte vom ersten Rennen an um Siege und den WM-Titel mitzufahren.

Davon ist man momentan noch weit entfernt. Und dies könnte schlimmstenfalls auch so bleiben, wie Theissen einräumen muss: „Bei Umsetzungszeiten von Verbesserungen zwischen zwei Wochen und drei Monaten stellt sich die Frage, ob wir unseren Rückstand noch aufholen können.“

Aber geschlagen gibt sich der Motorsportdirektor des Münchner Autobauers nicht. Denn „Prognosen gebe ich nicht ab. Aber es ist nach wie vor alles möglich, sogar ein Weltmeistertitel.“

Die Problemzonen wurden dabei schon eingekreist: „Patrick Head hat bereits gesagt, dass er mit der Aerodynamik nicht zufrieden ist“, verriet Theissen der Sport Bild. Denen er auch einen der großen Vorteile der roten Konkurrenz mitteilte: „Ferrari ist ein vollkommen integriertes Team. Da haben sie Vorteile, das ist ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg. Da wollen wir hin.“

Nur der endlose Vertragspoker von Ralf Schumacher sowie der Abgang von Juan Pablo Montoya zum nicht weniger Krisen gebeutelten McLaren Mercedes Team machen den Weg zur „Harmonie“ alles andere als einfach.

Theissen ist sich aber sicher: „Phasen des Umbruchs wird es immer geben. Das gilt für Technik ebenso wie für Schlüsselpersonen im Team. Und in jedem Umbruch liegen gleichermaßen Chancen wie Risiken.“

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