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Langsame Schritte

Ron Dennis zeigt sich nach dem Kanada-GP vorsichtig optimistisch, der McLaren-Teamchef weiß aber auch, dass man noch einige Arbeit vor sich hat.

Sieben WM-Punkte hat McLaren-Mercedes in Kanada an Land ziehen können, es war das beste McLaren-Ergebnis seit Suzuka 2003. Vor allem: Man sah die Zielflagge. Freudensprünge werden in Woking aber nicht vollzogen.

Man hat von den Disqualifikationen profitiert, in der WM-Tabelle findet man McLaren-Mercedes auf dem sechsten Rang, mit lächerlichen 12 Punkten. Für einen Mann, für den der Zweitplatzierte bereits den ersten der Verlierer darstellt, ist all das eine Schmach. Für Ron Dennis zählt nur der Sieg. Und der ist zurzeit ein Ding der Unmöglichkeit.

Ron Dennis sagt: „Viele Aufgaben sind nicht mit Geld zu bewerkstelligen. Sie brauchen einfach Zeit. In drei oder vier Rennen sollten wir in einem deutlich besseren Zustand sein. Wir wissen, wie wir mit dieser Situation umgehen müssen und wir haben ein klares Verständnis dafür, wie wir hier wieder rauskommen.“

Dennis muss nicht nur mit der Krise an sich klarkommen, er muss auch mit direkter Kritik an seiner Person respektive seiner Arbeit umgehen. Er habe sich verzettelt, er habe den Fokus auf Nebenprojekte, wie das von der britischen Queen eröffnete „Technology Center“ gelegt, er habe das Hauptgeschäft von McLaren, nämlich Rennen zu gewinnen, vernachlässigt.

Der McLaren-Boss gibt zu: „Ich bin bestürzt über unsere Performance, das gilt auch für meinen eigenen Beitrag. Obgleich ich schon viel schwierigere Zeiten erlebt habe, als jene, die wir zurzeit gerade durchmachen. Es ist alles andere als eine erfreuliche Erfahrung, wenn man all diese schmerzhaften Fehler erleben muss, die wir derzeit ertragen müssen. Aber ich glaube daran, dass wir wieder konkurrenzfähig sein werden.“

In Kanada zumindest wurde die silberne Kommandobrücke verschont - die Feldherren mussten keine rauchenden Silberpfeile mit Kapitalmotorschäden ertragen.

Dennis sagt: „Ich kenne die „Top Oder Flop“-Philosophie im Grand Prix-Rennsport. Ich weiß auch, dass die Fehler eines vormals erfolgreichen Teams viel mehr beachtet werden.“ Dennis blickt in die Ferne: „Wir können das Licht am Ende des Tunnels sehen.“

Dort, am Ende des Tunnels, steht der McLaren-Mercedes MP4-19B. Jener modifizierte Wagen, der möglichst bald, höchstwahrscheinlich beim Grand Prix von Frankreich, sein Renndebüt feiern soll. Jener Bolide, den Kimi Räikkönen und David Coulthard nach dem ersten Test in Silverstone am liebsten gleich in den Flieger in Richtung Überseerennen packen wollten.

Man weiß aber auch: Es geht nicht von heute auf morgen. Der 19B ist ein erster Schritt. Das Ende des Tunnels führt oftmals zum... - nächsten Tunnel. Konstrukteur Adrian Newey sieht eine wirkliche Verbesserung in Richtung Siegerstraße frühestens ab 2005.

Ron Dennis wird erst dann wieder rundum glücklich sein, wenn einer seiner Piloten wieder ganz oben auf dem Podium stehen sollte. Dann kann er wieder in die Diktiergeräte der Journalisten sprechen: „Wir machen Geschichte. Eure Aufgabe ist es, darüber zu schreiben.“

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