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"Warum sind wir nicht Zweiter, wie Ferrari?"

Helmut Marko macht weiter Druck auf Christian Klien, aber auch auf Coulthard. Achte Plätze würden nicht genügen, sagte der Red Bull-Stratege.

Michael Noir Trawniczek

Vor dem ersten Rennen war man bei Red Bull Racing noch nicht einmal sicher, ob der neue Red Bull-Ferrari RB2 eine volle Renndistanz schaffen würde. Wegen einer massiven Fehlkonstruktion - zu kleine Kühlereinlässe - konnte man vor dem Februar niemals mehr als drei Runden am Stück drehen. So war es doch ziemlich erfreulich, dass sich Christian Klien im Qualifying für den Bahrain-GP in die Top 10 auf den achten Startplatz katapultieren, im Rennen Platz 8 belegen und einen WM-Punkt an Land ziehen konnte.

Helmut Marko jedoch, der gewichtige Entscheidungsträger im Team, der sich am ehesten als "Motorsport Adviser of the boss" bezeichnet sehen will, dürfte über den achten Platz von Christian Klien nur wenig erfreut gewesen sein.

Gegenüber der Kleinen Zeitung erklärte der 62jährige Grazer in Hinblick auf Klien: "Er muss endlich zeigen, dass er über eine Renndistanz vorne mitfahren kann. Warum sind wir mit einem Ferrari-Motor Achter und nicht Zweiter, wie Ferrari?"

Letzte Chance

Doch nicht nur für Klien sei das angebrochene Jahr eine letzte Chance, dies gelte auch für David Coulthard, erklärte Marko. "Red Bull hat bereits Ingenieure vom Feinsten, ist beim Motor vorne dabei, also brauchen wir auch die entsprechenden Piloten", erklärte der ehemalige Formel 1-Pilot. Er fügte hinzu, dass Red Bull Racing schon 2007 bereit für den ersten Sieg sein würde.

Bei allem Respekt vor der Arbeit und dem hohen Fachwissen von Dr. Marko - den RB2 mit dem 248 F1 von Ferrari zu vergleichen respektive von Christian Klien beim derzeitigen Stand des Autos zweite Plätze einzufordern - ist das nicht ein bisschen sehr viel verlangt?

Immerhin ist der RB2 noch kein Newey-Auto und laut Teamangaben liegt man bei der Fahrzeugentwicklung aufgrund der nötigen Aerodynamik-Retusche im Zeitplan zurück. Zudem gibt es zahlreiche Aussagen anerkannter Formel 1-Techniker und Experten, wonach der Aerodynamik weitaus mehr Bedeutung zukommt als dem Motor.

Weltspitze

Natürlich ist es klar, dass Red Bull Racing spätestens seit dem Engagement von Spitzendesigner Adrian Newey signalisiert hat, dass man es bei aller gelockerten Schrägheit auch todernst meint und man sich zum Ziel gesetzt hat, an die Weltspitze zu gelangen.

So ist es nur legitim, dass man auch die weltbesten Fahrer unter Vertrag haben will. Es stellt sich nur die Frage, ob die weltbesten Formel 1-Piloten mit dem RB2, in seiner derzeitigen Verfassung, wohl zweite Plätze einfahren könnten?

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