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Siegt Hamilton noch vor Button?

McLaren-CEO Whitmarsh lobt Lewis Hamilton nach seinem GP2-Doppelsieg, der Brite habe nach wie vor Chancen auf das zweite "Silberpfeil"-Cockpit.

Lewis Hamilton konnte am vergangenen Wochenende in Silverstone seine Tabellenführung in der GP2 auf beeindruckende Art und Weise mit zwei weiteren Siegen deutlich ausbauen. Der junge Brite wurde dabei von seinem Heimpublikum ausgelassen gefeiert und konnte damit über das enttäuschende Abschneiden der britischen Piloten in der Formel 1 hinwegtrösten.

Dass Hamilton bereits in der kommenden Saison in die Formel 1 einstiegen wird, gilt seit seinen überzeugenden Leistungen in der GP2 als nahezu sicher, fraglich bleibt lediglich weiterhin, bei welchem Team der 21jährige unterkommen könnte. Zwar wird der Brite seit Jahren von McLaren-Mercedes gefördert, jedoch gilt es als fraglich, ob das britische Team für Hamilton von seiner seit vielen Jahren verfolgten Strategie in der Fahrerfrage, keinen Formel-1-Neuling ans Steuer zu setzen, abweichen wird.

Gewinnt Hamilton seinen ersten Grand Prix vor Button?

Im Rahmen des Grand Prix von Großbritannien hatte Teamchef Ron Dennis diese Variante zuletzt als weniger wahrscheinlich eingestuft, schließlich müsse sich auch der beste Nachwuchsfahrer zunächst in die Formel 1 einleben. Dies könne er jedoch besser ohne Druck bei einem kleineren Team. McLaren-Mercedes-Geschäftsführer Martin Whitmarsh hat Hamilton nun jedoch wieder Hoffnung gemacht, auch wenn er die Kandidaten und deren jeweilige Chancen auf das zweite Cockpit bei den "Silberpfeilen" neben Fernando Alonso nicht genauer beziffern wollte.

Allerdings könne er sich gut vorstellen, dass Hamilton durch seinen dominierenden Auftritt in der GP2 einen Lauf bekommen und damit auch in der Formel 1 direkt Erfolg haben könnte. Damit ist es laut Whitmarsh auch gut möglich, dass der junge Brite seinen ersten Grand-Prix-Erfolg vor seinem Landsmann Jenson Button, der auch nach über 100 Rennen in der sog. "Königsklasse" einem ersten Triumph noch hinterherfährt, erringen könnte.

"Ich denke, das könnte er schaffen", erklärte Whitmarsh gegenüber autosport.com. "Er hat die nötigen Fähigkeiten." Seine Aussagen will er jedoch nicht als Kritik an Button verstanden wissen: "Ich will nicht unfair gegenüber Jenson sein. Ich denke, Jenson ist ein sehr talentierter, schneller Fahrer, aber er hat seine Zukunft Honda verschrieben. Daher werde ich ihm momentan keinen Sieg wünschen. Ich werde Fahrern aus unserem Pool Siege wünschen", meinte der Brite.

Schwierige Fahrerfrage für die kommende Saison

Gleichzeitig stellte Whitmarsh erneut fest, dass es für sein Team schwer sei, angesichts der überragenden Performances von Hamilton in der GP2 - in Silverstone konnte er einige fulminante Überholmanöver zeigen - nicht über eine Verpflichtung des Nachwuchstalents nachzudenken: "Leistungen wie diese machen es sehr schwierig. Er hat das Alter und die Zeit auf seiner Seite, und es ist großartig, Fahrer wie ihn im Fahrerpool zu haben, wenn man sich über die Fahrerfrage für die kommende Saison Gedanken macht."

Doch nicht nur die Fahrt Hamiltons bei seinem Heimrennen verzückte Whitmarsh, auch die Reaktionen der britischen Fans und Medien, die ihren Landsmann bereits wie einen Star feierten, beeindruckte ihn nahhaltig: "Es war phänomenal. Sie wissen wirklich, dass sie einen zukünftigen Champion haben. Das ist gut für uns alle."

Angesichts der bisherigen Saisonleistungen Hamiltons in der GP2 geht der McLaren-Mercedes-Geschäftsführer davon aus, dass der 21jährige die Saison auch weiterhin dominieren wird: "Man kann jemandem lehren, schnell zu sein. Aber er sah den Fehler eines Konkurrenten und hat diesen ausgenutzt. So etwas kann man nicht planen", zeigte er sich überzeugt.

Whitmarsh vergleicht Hamilton bereits mit Häkkinen

"Das ist einfach eine Rennsport-Reaktion, genauso wie Mika (Häkkinen) in Spa, als er auf der anderen Seite Zonta überrundete und dabei Michael (Schumacher) überholte, diese Art Manöver machen einen richtig guten Fahrer aus", schwärmte Whitmarsh und fügte an: "Momentan hat Lewis in diesem Jahr alles getan, was wir von ihm verlangen konnten."

"Das bringt eine interessante Aussicht für die kommende Saison. Er kann die GP2 in diesem Jahr dominieren und gewinnen, daran gibt es keine Zweifel. Und auf die eine oder andere Weise hoffen wir, dass er in der kommenden Saison in der Formel 1 an den Start gehen wird", meinte er weiter.

Keine Angabe über Hamiltons Chancen auf das zweite Cockpit

Dennoch räumte auch Whitmarsh ein, dass ein Einstieg bei McLaren-Mercedes für Hamilton nicht einfach wäre: "Es ist ein großer Sprung und eine große Verantwortung, in ein McLaren-Cockpit zu klettern, und wir müssen sicherstellen, dass wir ihn nicht zu sehr unter Druck setzen", erklärte er. "Die Realität ist, dass wir momentan auch andere großartige Fahrer in unseren Reihen haben. Wir werden also abwarten, was in den kommenden Monaten passiert, und dann werden wir sehen, wer den zweiten Platz neben Fernando einnehmen wird", stellte Whitmarsh klar.

Wie groß Hamiltons Chancen genau sind, wollte der Brite daher nicht beziffern: "Wir haben unsere eigenen internen Überlegungen in dieser Sache. Jede Prozentangabe würde nur einen unnötigen Druck für ihn erzeugen. Außerdem wäre es respektlos gegenüber unseren anderen Fahrern und würde auch sie unter unnützen Druck setzen."

Überdies lägen die Prioritäten bei den "Silberpfeilen" derzeit auf anderen Problemstellungen, wie Whitmarsh ähnlich wie zuletzt auch Dennis klarstellte: "Momentan müssen wir das Auto verbessern und in Montréal konkurrenzfähig sein, und wenn wir das geschafft haben, dann können wir uns gedanklich der Fahrerfrage für die kommende Saison zuwenden."

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