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"Punkte wären großartig"

Im Interview spricht der frischgebackene Williams-Pilot Kazuki Nakajima über seine Erwartungen für sein F1-Debüt in Brasilien, seine Fitness uvm.

Kazuki, Gratulation zu deinem ersten Renneinsatz! Du bist sicher sehr aufgeregt darüber, in Brasilien fahren zu dürfen, oder?

Ich bin wirklich aufgeregt und möchte mich beim Team für diese Chance bedanken. Jetzt freue ich mich einfach auf Brasilien - ich möchte das Beste daraus machen. Ich fühle mich im Moment ziemlich entspannt, aber es ist ja noch viel Zeit, um nervös zu werden.

Was für ein Gefühl war es, als du angerufen wurdest?

Ich hatte gemischte Gefühle, schätze ich. Einerseits war ich wirklich glücklich und aufgeregt, weil damit ein Traum wahr wird, aber gleichzeitig hat der Sport mit Alex Wurz einen großartigen Fahrer verloren, der vom Team und mir sehr geschätzt wird.

Patrick (Head; Anm. d. Red.) hat mir die Nachricht überbracht. Mit Frank (Williams; Anm. d. Red.) habe ich noch nicht gesprochen, aber ich freue mich schon auf die Unterhaltung mit ihm in der Woche vor dem Rennen. Sie setzen mich nicht unter Druck, haben gesagt, dass es kein Test für nächstes Jahr ist, sondern nur dieses eine Rennen.

Interlagos ist eine herausfordernde Strecke. Wie bereitest du dich darauf vor?

Ich verbringe diese Woche einen Tag im Simulator in der Fabrik, bespreche alles mit den Ingenieuren. Es wird mein erstes Mal dort und ich habe gehört, dass die Strecke sehr wellig ist. Sie geht auch gegen den Uhrzeigersinn, also habe ich im Simulator einfach Kilometer abgespult, um mich vorzubereiten. Zum Glück habe ich viel Zeit vor dem Rennen, so dass ich mich gut vorbereiten kann.

Wie erwähnt geht Brasilien gegen den Uhrzeigersinn, ist daher eine größere Herausforderung. Bist du deswegen öfter im Fitnessstudio als sonst?

Definitiv. Ich verbringe viele Stunden dort und trainiere viel härter als sonst, um meine Chancen zu maximieren. Ich arbeite sehr an meinen linken Nackenmuskeln. Ich bin mir nicht sicher, wie hart es wird, aber ich stelle es mir als echte Herausforderung vor und gebe daher alles, was die Vorbereitung angeht.

Xevi Pujolar wird dein Renningenieur sein. Habt ihr in der Vergangenheit schon zusammengearbeitet?

Xevi war mein Ingenieur, als ich in den USA und in Malaysia die Freitagstrainings gefahren bin. Wir haben auch schon ein paar Tests gemeinsam gemacht, kennen einander also gut. Wir haben ein gutes Arbeitsverhältnis, was ein gutes Vorzeichen ist.

Welche Erwartungen hast du für das Rennen?

Im Moment setze ich mir keine Ziele. Punkte wären großartig, aber ich weiß, dass das nicht einfach wird. Ich werde einfach mein Bestes geben. Der schwierigste Aspekt wird das Qualifying. Als ich es in China beobachtet habe, ging es unglaublich umkämpft zu. Ich werde mich konzentrieren, um ins zweite Qualifying zu kommen, aber selbst das ist eine Herausforderung. Ich werde es Schritt für Schritt angehen.

Fliegst du früher nach Südamerika, um dich zu akklimatisieren?

Ich fliege am Freitagabend weg und werde am Samstagmorgen ankommen. Am Sonntag steht ein PR-Event in Rio für Petrobras auf dem Programm - das ist eine gute Möglichkeit, mich an den Zeitunterschied zu gewöhnen. Es ist meine erste Reise nach Brasilien und ich werde zwei der tollsten Städte des Landes kennen lernen, worüber ich mich sehr freue.

Dein Vater ist fünf Jahre lang Formel 1 gefahren. Wie hat er auf die Nachricht reagiert?

Er klang ziemlich glücklich! Eigenartigerweise hat er sein Debüt auch in Brasilien gegeben - nicht auf derselben Strecke, aber es ist dieses Jahr 20 Jahre her. Er wurde Siebenter. Das wären für mich zwei Punkte und ein großartiges Resultat für das Team im Kampf um die Konstrukteurs-WM. Er wird zwar nicht zum Rennen kommen, weil er Verpflichtungen mit seinem Rennteam in Japan hat, aber ich bin mir sicher, dass er im Fernsehen zuschauen wird.

Du hattest eine gute GP2-Saison und wurdest Rookie of the Year. Ist das eine solide Basis für die Formel 1?

Es war eine wirklich gute Saison für mich, aber sie war nicht perfekt. Ich habe viele Punkte liegen gelassen, speziell in Monza und Spa, aber davor war ich einige Male auf dem Podium. Eines der Highlights war meine Pole Position beim letzten Rennen in Valencia. Ich habe das Rennen leider nicht gewonnen, aber es war klasse, beim letzten Rennen auf Pole Position zu stehen. Die Saison als Rookie of the Year zu beenden, war auch fantastisch. Ich habe in der GP2 definitiv eine Menge gelernt - vor allem konnte ich mein Racing verbessern. Davon will ich in Brasilien profitieren.

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