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Fortmel 1: News

Chapman gegen Team Lotus

Clive, der Sohn von Colin Chapman, hat sich nun deklariert: Er begrüßt den Einstieg der Lotus-Gruppe bei Renault und wendet sich von Tony Fernandes ab.

Colin Chapmans Ehefrau Hazel und vor allem sein Sohn Clive waren 2010 teilweise sogar live bei den Rennen, um Tony Fernandes' Lotus-Team die Daumen zu drücken, doch nun scheint die Chapman-Familie die Seiten zu wechseln.

Denn in einer heute veröffentlichten Stellungnahme bekennt sich Chapman jun. ausdrücklich zu den Formel-1-Plänen der Lotus-Gruppe um Dany Bahar.

"Die Chapman-Familie ist beeindruckt von den aufregenden Entwicklungen innerhalb der Lotus-Gruppe und bedankt sich bei Proton für die signifikanten Investitionen, die dabei helfen, eine starke Zukunft für die exzellente Belegschaft in der Fabrik in Hethel zu gewährleisten", heißt es in der Aussendung.

Man habe die Lotus-Gruppe 2010 unterstützt: "In Absprache mit Proton beinhaltete dies die Verwendung des Lotus-Namens in der Formel 1, lizensiert durch die Lotus-Gruppe."

Keine Akzeptanz für "Team Lotus"

Man respektiere, was die Fernandes-Mannschaft erreicht hat, "aber die Dinge haben sich geändert, als die Lizenz für den Lotus-Namen gekündigt wurde".

Das passierte im Herbst, woraufhin sich Fernandes die Rechte am Namen "Team Lotus" von David Hunt sicherte. In der Folge entbrannte angesichts des Einstiegs der Lotus-Gruppe beim Renault-Team ein perfider Streit zwischen den beiden Lotus-Projekten, die künftig getrennte Wege gehen werden.

Doch die Chapman-Familie geht in ihrer Stellungnahme noch weiter: "Während des Jahres 2010 haben wir die Beteiligten - wann immer es uns angebracht erschien - darauf aufmerksam gemacht, dass wir es bevorzugen würden, den Lotus-Namen nicht mehr in der Formel 1 zu verwenden. Diesbezüglich wurden uns gegenüber Garantien abgegeben."

Ob man darüber auch mit dem vermeintlichen Verbündeten Fernandes gesprochen hat, ist nicht bekannt.

"Die Identität 'Team Lotus' repräsentiert das motorsportliche Vermächtnis von Colin Chapman, das von der Chapman-Familie und dem Classic Team Lotus erhalten wird", heißt es außerdem im Hinblick auf Hunts Lotus-Lizenz.

"Die Verbindung zwischen der Lotus-Gruppe und der Geschichte von Team Lotus wird sehr geschätzt und ist eine völlig angemessene, insbesondere deshalb, weil die Dinge damit übereinstimmen, wie sie zu Colin Chapmans Zeit waren."

Laut FIA gibt es nur ein Lotus

"Die Chapman-Familie freut sich darauf, die Lotus-Gruppe weiterhin zu unterstützen, denn diese ist die bestehende Lotus-Entität, die einst von Colin und Hazel Chapman gegründet wurde. Unterm Strich obliegt die Verantwortung für die Marke Lotus der Lotus-Gruppe - und Hethel ist die Heimat von Lotus", betonen die Chapmans abschließend und bekräftigen damit, dass es künftig nur ein Lotus-Team in der Formel 1 geben sollte, nämlich - absurderweise - Renault...

Denn unabhängig von aller Polemik ist zum jetzigen Stand der Dinge Tatsache: Die Lotus-Gruppe hat zwar Anteile am Renault-Team übernommen und wird auch als Hauptsponsor auftreten, das Team als Lotus-Renault präsentieren, aber laut FIA-Nennliste darf sich im Moment nur Fernandes Lotus nennen.

Das Lotus im Renault-Teamnamen beruht rein formell gesehen lediglich auf einem Sponsoring - ähnlich wie bei der "Scuderia Ferrari Marlboro".

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