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Barrichello droht Williams mit Abschied

Die Spannungen drohen zu eskalieren: Rubens Barrichello platzt angesichts der anhaltenden Erfolglosigkeit von Williams langsam der Kragen.

Obwohl schon 39 Jahre und in den Annalen der Formel 1 einmalige 315 Grand-Prix-Einsätze alt, hat Rubens Barrichello eigenen Angaben nach noch nicht vor, seine Formel-1-Karriere zu beenden. Allerdings scheint er aufgrund der anhaltenden Erfolglosigkeit von Williams wenig Lust zu verspüren, auch 2012 für seinen derzeitigen Arbeitgeber zu fahren.

Barrichello gelang es, in der zweiten Saisonhälfte 2009 auf Brawn zwei Rennen zu gewinnen, was damals nicht einmal sein Teamkollege, der spätere Weltmeister Jenson Button, schaffte. Auch 2010 überzeugte er nach dem Wechsel zu Williams, indem er das hochgelobte Talent Nico Hülkenberg in Schach halten konnte. Aber an diesen Höhenflug kann der Brasilianer nicht mehr anknüpfen – selbst gegen Rookie Pastor Maldonado liegt er im Qualifying-Duell momentan mit 5:6 zurück.

Das liege vor allem an der schlechten Performance des Teams: "Es ist eine unglaubliche Situation", schimpft Barrichello im Corriere dello Sport. "Ich weiß nicht, ob ich unter diesen Bedingungen nächstes Jahr weitermachen werde. In den vergangenen Monaten haben wir zu viele aerodynamische Teile gebracht. Wir konnten diese nicht richtig testen, aber du kannst doch kein Rennen zum Testen verwenden. Wir sind verwirrt. Das Team ist in einen Schleier der Unsicherheit eingehüllt."

Williams ergreift gerade Maßnahmen, um dies spätestens für 2012 zu ändern. So wurde zum Beispiel die technische Führung um Sam Michael entmachtet und mit Mike Coughlan (früher McLaren) ein prominenter wie kontroverser Neuzugang verpflichtet. Außerdem wird man die Zusammenarbeit mit Motorenhersteller Cosworth zu Saisonende auslaufen und anschließend die einstige Erfolgskombination mit Renault neu aufleben lassen. Das alles wird aber kurzfristig wohl nur wenig am sportlichen Tief ändern.

Hinzu kommt, dass Barrichello als äußerst sensibler Typ gilt und zum Beispiel alles andere als glücklich darüber war, dass er aus den Medien über die geplante Entlassung von Technikchef Michael erfahren musste. Der Routinier mit Ferrari-Vergangenheit wurde bei Williams noch 2010 als potenzieller Weltmeister aufgenommen, und auf sein Feedback wurde stets allergrößter Wert gelegt, doch in die Beziehung zwischen Team und Fahrer haben sich seither einige Risse eingeschlichen.

"Er hatte letztes Jahr die komplette Unterstützung vom Team. Jeder stand hinter ihm, und was er gesagt hat, war mehr oder weniger Gesetz", erinnert sich Ex-Williams-Pilot Nico Hülkenberg im Interview mit motorsport-total.com und sieht darin auch einen möglichen Grund: "Das ist jetzt nicht mehr ganz so der Fall, wie ich das aus den Medien lesen kann. Ich glaube, dass seine Leistungen darunter vielleicht ein bisschen leiden."

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