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Formel 1: News

Claire Williams spürt große Verantwortung

Frank Williams' Tochter Claire ist seit wenigen Tagen stellvertretende Teamchefin – In Schanghai wurde erstmals der Ernstfall geprobt

Nach drei von 19 Rennen der Formel-1-Saison 2013 steht das Williams-Team noch ohne WM-Punkte da. Im Anschluss an das starke Rennjahr 2012, in dem beim Grand Prix von Spanien dank Pastor Maldonado sogar der erste Sieg nach mehr als sieben Jahren gelang, macht das im britischen Grove ansässige Traditionsteam mit dem FW35 derzeit eine schwierige Phase durch. Teamchef ist nach wie vor Frank Williams, der den Rennstall im Jahr 1977 gemeinsam mit Patrick Head gründete. Inzwischen ist aber auch die zweite Generation maßgeblich in die Geschicke des Teams involviert: Frank Williams' Tochter Claire wurde vor wenigen Tagen zur stellvertretenden Teamchefin ernannt.

Die 36-Jährige hat eine genaue Vorstellung davon, wie ihr Vater wohl vor 20 Jahren auf eine solche Ernennung seiner Tochter reagiert hätte. "Er wäre aus seinem Rollstuhl gesprungen", scherzt Claire Williams im Gespräch mit der Nachrichtenagentur 'Reuters' trotz der Tatsache, dass der Teamchef seit seinem schweren Autounfall im Jahr 1986 querschnittsgelähmt ist.

So sah sich die heutige stellvertretende Teamchefin auch vor rund einem Jahrzehnt, als sie als Pressesprecherin beim Team anfing, wenig Begeisterung seitens ihres Vaters gegenübergestellt. "Dad sagte: 'Das kommt überhaupt nicht in Frage.'", erinnert sie sich. Inzwischen hat der Teamchef, der in dieser Woche seinen 71. Geburtstag feierte, seine Meinung im Interesse des Teams geändert. "Ein Alleinstellungsmerkmal von Williams ist der Familienaspekt. Es ist wichtig, diesen aufrechtzuerhalten", betont Claire Williams und ist überzeugt: "Wenn er nicht der Meinung wäre, dass ich diesen Job ausführen könnte, dann hätte er ihn mir niemals gegeben."

Probe für den Ernstfall

Beim Grand Prix von China am vergangenen Wochenende war Frank Williams nicht vor Ort. Somit wurde das Geschehen an der Strecke de facto nicht nur bei Sauber durch Monisha Kaltenborn, sondern auch bei Williams von einer Frau geleitet. Unterstützung erhielt Claire Williams durch Technikchef Mike Coughlan vor Ort und Vater Frank, der das Grand-Prix-Wochenende vom heimischen Büro aus verfolgte.

Im Vorfeld ihres beruflichen Aufstiegs sprach sich die Williams-Tochter eigener Aussage zufolge "mit jedem einzelnen Familienmitglied" ab. So auch mit ihrer am 7. März dieses Jahres verstorbenen Mutter Virginia. Ihrer großen Verantwortung ist sich die stellvertretende Teamchefin bewusst: "Ich liebe es, für Williams zu arbeiten, aber mein Ziel war es nie, aufzusteigen und eine Karriere zu machen."

"Sollte sich herausstellen, dass ich keine Verbesserung für das Team bewirke, dann bin ich nicht die richtige Person für diesen Job und werde zurücktreten. Ich habe aber das Gefühl, dass es meine Pflicht ist, alles mir mögliche zu tun, um die Wende herbeizuführen", so Claire Williams im Hinblick auf die gegenwärtige Misere des britischen Traditionsteams.

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