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Formel 1: News

Stewart kritisiert FIA wegen Flaggenaffäre

Formel-1-Legende Jackie Stewart sieht die Flaggenaffäre in Sao Paulo als Beweis für seine Kritik an der FIA und wundert sich über Jean Todts Führungsstil

Grand-Prix-Legende Jackie Stewart hat sich im Machtkampf zwischen FIA-Präsident Jean Todt und Formel-1-Boss Bernie Ecclestone, der hinter den Kulissen ausgetragen wird, schon vor Monaten klar positioniert. Während die kommerzielle Seite "extrem professionell" sei und er vor Ecclestone "großen Respekt" habe, ging er mit dem Automobilweltverband hart ins Gericht. Er bezeichnete die FIA als eine "Organisation von Amateuren", womit er darauf anspielte, dass viele Mitarbeiter ehrenamtlich tätig sind.

Nach der tagelangen Diskussion in Folge des Formel-1-WM-Showdowns, ob Sebastian Vettel in Brasilien eine Gelbe Flagge missachtet hat und um seinen Titel bangen muss, fühlt sich Stewart nun bestätigt. "Die ganze Welt feiert den neuen Weltmeister, und dann passiert so etwas am Mittwoch", wundert sich der Schotte darüber, dass der Zwischenfall nach dem Rennen nicht behandelt wurde, dann tagelang die Medien beherrschte, ehe er erst am Ende der Woche aufgeklärt wurde. "Das ist ein klarer Beweis für schlechtes Management", wirft der 73-Jährige der FIA vor.

Ein Sprecher der FIA reagiert auf die Kritik Stewarts: "Der Grund war nicht fehlendes Management, da es keinen Anlass für eine Untersuchung gab. Die Rennleitung hat das nicht an die Rennkommissare weitergegeben, da es nicht als Zwischenfall wahrgenommen wurde." Tatsächlich hatte Vettel alles richtig gemacht, weil das Überholverbot durch die Grüne Flagge eines Streckenpostens bereits aufgehoben war, als er an Jean-Eric Vergne vorbeiging, was im ersten Moment von vielen übersehen wurde.

Ungeachtet dessen fordert Stewart Änderungen bei der Art und Weise, wie die FIA über die Einhaltung des Reglements wacht. Er stößt sich daran, dass bei jedem Rennen andere Rennkommissare entscheiden und erkennt Unregelmäßigkeiten: "Zumindest ein Mann sollte bei jedem Rennen sein."

Abschließend wundert er sich noch über den Führungsstil von Todt als FIA-Boss: "Ich bin überrascht, wie ruhig Todt bisher war - ich hätte von ihm mehr Präsenz erwartet." Im Gegensatz zu Vorgänger Max Mosley, der seine Machtkämpfe stets in der Öffentlichkeit austrug und kaum Gelegenheiten ausließ, um zum verbalen Rundumschlag auszuholen, agiert der Franzose im Hintergrund. "Ich weiß nicht, worauf er wartet", sucht Stewart einen Grund für Todts Verhalten. "Ich weiß, dass er sehr klug ist, also muss es einen Grund geben."

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