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Formel 1: News

Neuer Lotus kommt erst zum Bahrain-Test

Lotus verschiebt das Debüt des neuen E22: Technikchef Nick Chester im Interview gelassen - Geschäftsführer Patrick Louis geht von Bord.

Lotus kommt auch zum Start in das Jahr 2014 nicht zur Ruhe. Nach der hektischen Endphase der vergangenen Saison mit dem vorzeitigen Abschied von Kimi Räikkönen, den anhaltenden Diskussionen im ausstehende Gehälter und das vergebliche Warten auf das versprochene Geld vom Investorenkonsortium Quantum gibt es weiteres Ungemach im Team. Geschäftsführer Patrick Louis verabschiedet sich von seinem Posten, bleibt aber offenbar im Vorstand des Teams.

Als neuer Geschäftsführer soll Matthew Carter agieren. Diese jüngste Personalie könnte auf einen bevorstehenden Deal mit einem neuen Investor hindeuten. Angeblich ist Carter ein enger Vertrauter von Lotus-Teilhaber Andrew Ruhan. Auch auf technischer Seite haben sich die Pläne des Teams aus Enstone etwas verändert. Lotus wird den ersten Test des Jahres in Jerez auslassen und den neuen E22 erst in Bahrain auf die Strecke bringen, wie Technikchef Nick Chester im Interview verrät.

Frage: "Nick, wie ist der Stand bei Lotus auf dem Weg in die Saison 2014?"
Nick Chester: "Wir arbeiten nun schon seit über zwei Jahren am E22-Programm, jetzt wird immer mehr davon sichtbar. Wir haben eine starke Truppe in Enstone, die solche Herausforderungen genießt."

Frage: "Wie geht es mit dem E22 voran?"
Chester: "Aus unserer Sicht sind die Daten gut und die Entwicklung sieht positiv aus. Gleichzeitig müssen wir zugeben, dass wir kaum eine Ahnung haben, was die anderen Teams so machen. Es wird das erste Jahr unter dem radikal neuen Regelwerk. Das bedeutet, dass die Teams vielleicht zunächst auf unterschiedlichen Wegen entwickeln. Für uns Ingenieure ist das faszinierend, und ich hoffe, für die Fans ebenso. Wir denken, wir haben gute Lösungen gefunden. Hoffentlich sehen wir das noch genauso, wenn der E22 erst einmal fährt."

Frage: "Auch wenn das Regelwerk ganz anders ist: Kann man Erkenntnisse übertragen, die man mit dem E21 gelernt hat?"
Chester: "Ja. Wir stehen immer noch unter dem Eindruck, dass der E21 ein gutes Auto war. Zum Ende der Saison sahen wir immer noch recht konkurrenzfähig aus. Unser Auto war das einzige, das dem Red Bull nahe kommen konnte. Es gibt einige Ansätze vom E21, die auch beim E22 noch relevant sind. Unsere Methodik bei der Entwicklung und der Abgleich über diverse Simulationen sind relevant und sie stimmen uns zuversichtlich."

Frage: "Wie weit ist der E22 von seiner Fertigstellung entfernt?"
Chester: "Wir haben im Rahmen einiger Homologations-Tests gute Fortschritte erzielt, die vor Weihnachten stattgefunden haben: Chassis-Verwindung, Seitenaufprall, Heckaufprall - wir müssen also nur noch den Frontaufpralltest bestehen und das Gesamtfahrzeug homologieren lassen. Wir haben die Sitze für Romain und Pastor angepasst. Unsere Partner, die das Auto schon gesehen haben, waren offenkundig sehr beeindruckt vom Layout und einigen Lösungen."

Frage: "Wann werden wir den E22 erstmals sehen?"
Chester: "Wir halten die Decke über unserem Auto etwas länger als andere Teams. Wir haben entscheiden, dass eine Teilnahme am ersten Jerez-Test nicht ideal für uns ist, um unser Entwicklungsprogramm durchzuführen. Wir werden unser Auto wahrscheinlich vor dem Bahrain-Test vorstellen. In Bahrain sollten wir dann in der Lage sein, unser neues Auto unter repräsentativen Bedingungen auf die Strecke zu schicken."

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