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Formel 1: News

Zetsche träumt von Konkurrenz

Geht es nach Daimler-Chef Dieter Zetsche, dürften in den kommenden Jahren gerne noch weitere deutsche Hersteller den Einstieg in die Formel 1 wagen.

Mit Mercedes hat dieses Jahr ein deutscher Hersteller die Formel 1 dominiert. Und da Konkurrenz bekanntlich das Geschäft belebt, wünscht sich Daimler-Chef Dieter Zetsche, dass weitere deutsche Hersteller den Schritt in die Königsklasse wagen. Der 61-Jährige würde neben BMW, die sich Ende 2009 aus der Formel 1 zurückgezogen haben, auch Audi gerne in der Königsklasse sehen.

"Wir teilen uns - wenn ich vom Premiumgeschäft spreche - weltweit mit den drei Marken Audi, BMW und Mercedes etwa 80 Prozent der Marktanteile", erklärt Zetsche gegenüber Sport Bild und ergänzt: "Das ist so, weil wir uns jeden Tag als Nachbarn auf den Füßen stehen. Insofern ist Wettbewerb etwas unheimlich Gutes. Natürlich fordern uns Red Bull Racing, Ferrari und die anderen Teams massiv. Trotzdem wären uns die deutschen, aber auch andere Herstellerteams hochwillkommen."

Während sich BMW Ende 2009 aus der Königsklasse zurückzog, wagte Mercedes zum gleichen Zeitpunkt den Wiedereinstieg. Im fünften Jahr sicherten sich die Stuttgarter nach einer dominanten Saison Fahrer- und Konstrukteurs-WM. "Ich war von Anfang an überzeugt, dass des Werksteam für unsere Marke eine große Chance bietet, dass es mit unserer Marke aber auch nicht vereinbar ist, dauerhaft hinterher zu orgeln. Insofern ist dies der Moment, auf den wir fünf Jahre lang hingearbeitet haben", freut sich Zetsche.

Doch die Zeiten für einen Formel-1-Einstieg könnten durchaus besser sein. Vor allem die kleinen Teams kämpfen aktuell ums Überleben. Während Marussia und Caterham in der vergangenen Saison bereits nicht mehr zu allen Rennen antreten konnten, scheinen auch Sauber, Force India und Co. auf dem Zahnfleisch zu gehen. "Natürlich haben wir ein Interesse daran, dass wir - innerhalb gewisser Grenzen - ein möglichst breites Teilnehmerfeld haben", erklärt Zetsche.

"Die Einnahmen in der Formel 1 werden zwischen CVC und den Teams aufgeteilt. Von den großen Teams haben wir dabei das kleinste Stück vom Kuchen abbekommen. Das größte Stück ist beim Shareholder. Insofern sind wir an konstruktiven Gesprächen beteiligt, sehen uns aber nicht in der vordersten Front stehend", so der Konzernchef. Ist die Formel 1 also wirklich lukrativ für potenzielle Neueinsteiger?

Auch die Mercedes-Dominanz des Jahres 2014 könnte eher abschreckend wirken. "Es ist absurd davon zu sprechen, dass die Formel 1 tot ist", wehrt sich Zetsche allerdings und ergänzt: "Ich kann mich schwer an eine spannendere Saison erinnern. Die Kritik wurde zum großen Teil von jenen angeführt, die dieses Jahr nicht erfolgreich waren." Spannend war die WM zwar tatsächlich bis zum letzten Rennen, allerdings hatten zu diesem Zeitpunkt bereits seit Monaten nur noch Nico Rosberg und Lewis Hamilton realistische Chancen auf den Titel.

Am Ende hatte bekanntlich der Brite das bessere Ende für sich. Hätte Zetsche lieber einen deutschen Weltmeister gesehen? "Ich war nie ein Anhänger einer deutschen Nationalmannschaft in der Formel 1", sagt der 61-Jährige und erklärt: "Wir verkaufen unsere Autos in 200 Märkten auf der ganzen Welt. Für mich war mir wichtig, dass einer der beiden auf der obersten Stufe steht, in der Hoffnung, dass der andere direkt dahinter steht. Wie rum das ausgeht, haben wir uns komplett neutral verhalten. Alles andere wäre ein Spaßkiller gewesen."

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