MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Formel 1: News

„Formel 1 muss dumm, extrem und verrückt sein“

Laut Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve hat die Formel 1 einen falschen Weg eingeschlagen - die Königsklasse müsse sich auf ihre Wurzeln besinnen.

Seit mittlerweile gut zehn Jahren ist Jacques Villeneuve kein aktiver Teil der Formel 1 mehr. Am Hockenheimring 2006 fuhr der Kanadier für BMW-Sauber sein letztes Rennen in der Königsklasse, bevor er den Hinterausgang über das Abstellgleis nehmen musste. Dennoch verfolgt der 44-Jährige die Formel 1 noch immer aus Fan- und TV-Kommentatorensicht und hat in den vergangenen Jahren kaum ein gutes Haar an ihr gelassen.

Noch immer zeigt sich der Weltmeister von 1997 besorgt darüber, welche Richtung die Formel 1 eingeschlagen hat. "Die Formel 1 versucht alles zu sein - und das ist falsch", mahnt er im Gespräch mit CNN. Speziell der Hybridansatz sei für ihn nicht nachzuvollziehen, wodurch die Boliden eher zu einem Langstreckenfahrzeug verkommen: "Die Hybridtechnolgie wiegt um die 100 Kilo und kostet vier Sekunden pro Runde", schüttelt er den Kopf.

"Das ist nicht die Formel 1, das ist nicht extrem, das ergibt keinen Sinn", so das Fazit des 163-fachen Grand-Prix-Teilnehmers. "Die Formel 1 muss extrem, unerreichbar, dumm, verrückt sein - und das war sie schon immer. Sie ist ein Versuchslabor, in dem der Himmel die Grenze ist." So stellt sich zumindest Villeneuve die Königsklasse vor, und so hat er sie noch aus seiner aktiven Zeit in Erinnerung.

"2006 war eine dieser Zeiten, wo die Formel-1-Boliden am schnellsten waren. Die Kurvengeschwindigkeiten waren beeindruckend und auch die Pferdestärken waren nicht so schlecht", sagt er. Heutzutage kann sich der Kanadier eher mit der langsameren Formel E anfreunden, auch wenn die Belastungen nicht annähernd so hoch sind. Dafür fährt die Elektrorennserie auf Stadtkursen zwischen Mauern, wo man sich keinen Fehler erlauben darf.

"Das ist genau das Gegenteil von dem, was in der Formel 1 passiert ist", winkt Villeneuve ab. Auf den derzeitigen Parkplätzen, die sich Formel-1-Rennstrecke nennen, können die Piloten häufig über die Grenzen fahren, ohne dass sie dafür bestraft werden. "Es gibt einfach viele Dinge, die die Formel 1 für die Zuschauer weniger attraktiv machen - auch so Dinge wie DRS. In der Formel E haben wir so etwas nicht."

Und während die Formel 1 für den Routinier wieder zu ihren Wurzeln zurückgehen müsse, sieht er die Formel E auf dem aufsteigenden Ast: "Die Leute freuen sich über die Formel E. Der einzige Weg ist nach oben", sagt er. Allerdings haben die Elektroambitionen des Ex-Weltmeisters heute einen Dämpfer erhalten: Sein Team Venturi und Villeneuve haben sich einvernehmlich voneinander getrennt.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Energie-Management in der F1?

Albon: Formel 1 2026 wie die Formel E

Die Formel 1 startet 2026 in eine neue Ära: Fahrer müssen die Fahrweise anpassen und ihre Energie managen - Alexander Albon sieht sogar Parallelen zur Formel E

Übergabe der Trophäen an alle Sieger:innen, an die Motorsportler des Jahres 2025 sowie erstmals Vergabe von acht Ehrenpreisen für besondere Leistungen

MotoGP 2026: Aprilia

Aprilia enthüllt RS-GP26

Aprilia Racing startet 2026 nicht nur mit neuer Optik, sondern mit dem Selbstverständnis eines Titelanwärters in die neue MotoGP-Saison

In Erinnerung an Dietrich Mateschitz

DM01 ist erster Red-Bull-Motor mit Ford

"Sein Traum": Red Bull benennt die erste eigene F1-Antriebseinheit in Kooperation mit Ford zu Ehren von Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz

Haas hat sein Design für die Formel-1-Saison 2026 vorgestellt - Mit dem neuen Titelpartner Toyota Gazoo Racing hat sich auch der Look des Autos leicht verändert