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Formel 1: Interview

Lowe bei Williams in die Falle getappt

Wechsel vom besten zum schlechtesten Team: Paddy Lowe kritisiert eine falsche Mentalität bei Williams, der auch er verfallen sei.

Laut Paddy Lowe habe eine falsche Einstellung bei Williams, die er nicht erkannt habe, dazu geführt, dass der Rennstall in der abgelaufenen Formel-1-WM so abgestürzt ist. Lowe kam zu Beginn der Saison 2017 im Austausch gegen Valtteri Bottas von Mercedes zu Williams, ein Jahr später rasselte der Rennstall bis auf den letzten Platz der Konstrukteurswertung runter.

Jetzt müsse Williams vor allem begreifen, dass man nicht einfach nur zwei, drei Dinge geradebiegen müsse und dann sofort wieder gewinne. "Dies war bei Williams sehr lange die Einstellung", sagte er – obwohl der Rennstall seit 2012 kein Rennen und seit 1997 keinen Titel mehr gewonnen hat.

Die Einstellung müsste Lowe zufolge völlig anders lauten: "Alle müssten zur Überarbeitung bereit sein, und alles muss in jedem Jahr besser gemacht werden." Sonst würde man gegen die starke Konkurrenz weiterhin den Kürzeren ziehen, denn anders als bei den privaten Hinterbänklern von einst besitzen die Teams heute alle ein solides Budget und gut ausgebildete Ingenieure.

"Man darf in keinem Bereich stillstehen, und diese Mentalität brauchen wir", erklärte Lowe. Bislang sei diese aber noch nicht vorhanden. "Selbst ich bin trotz frischer Augen in die Falle getappt", ärgerte sich der Williams-Technikchef. Mittlerweile will man die Schwächen jedoch erkannt haben.

Williams hat intern einige Maßnahmen eingeleitet, um die Strukturen zu verbessern – ähnlich wie McLaren, ein weiteres Traditionsteam, das sich in unbekannten Tiefen wiederfindet. Im Unterschied zu McLaren gehen die Veränderungen bei Williams aber still über die Bühne. "Ich möchte nicht, dass meine Angestellten zuerst in den Medien lesen, dass wir diesen und jenen Bereich neu strukturieren", sagte Lowe.

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