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Statement der FIA im Fall Ferrari

Statement der FIA im Fall Ferrari

Die FIA reagiert mit einem Statement auf die Protestnote der Teams und verteidigt ihr Vorgehen.

"Die FIA würde gerne Folgendes klarstellen." So beginnt eine Mitteilung des Automobil-Weltverbands, die als Reaktion auf die jüngste Protestnote von sieben Formel-1-Teams versendet wurde. Tenor: Der Weltverband habe nichts falsch gemacht, alles sei gemäß des FIA-Handlungsspielraums erfolgt.

Wie die FIA in ihrem Schreiben erklärt, sei man nicht restlos davon überzeugt gewesen, dass der Ferrari-Antrieb gänzlich dem Reglement entspreche. Man habe andererseits aber auch nicht die Hoffnung gehabt, Ferrari einen Regelverstoß konkret nachweisen zu können - "aufgrund der Komplexität der Angelegenheit und der materiellen Unmöglichkeit, unwiderlegbare Beweise vorzulegen", so die FIA-Mitteilung weiter.

"Um negative Konsequenzen" eines langwierigen Prozesses abzuwenden, zumal der Ausgang eines solchen Rechtsstreits als "offen" eingestuft worden sei, habe man sich "in bestem Interesse der Meisterschaft [...]" und mit Verweis auf die FIA-Statuten um eine außergerichtliche Einigung mit Ferrari bemüht, "um das Verfahren zu beenden".

Dieser Schritt sei ein rechtliches Mittel, das als solches auch anerkannt sei. "Viele öffentliche Behörden und andere Sportverbände verwenden es, um Streitigkeiten beizulegen", erklärt die FIA. Dass die Einigung mit Ferrari der Vertraulichkeit unterliege, sei ebenfalls durch die Statuten gedeckt.

Sieben Teams, alle Formel-1-Rennställe ohne Ferrari-Antrieb, hatten sich nach der Bekanntgabe der Einigung mit Ferrari schriftlich an die Öffentlichkeit gewendet und "entschieden [dagegen] protestiert".

Außerdem hatten die Teams "eine ganzheitliche und angemessene Offenlegung" eingefordert, weil im Sport alle "fair und gleich" zu behandeln seien, und sich darüber hinaus den Rechtsweg vorbehalten.

"FIA-Stellungnahme nach dem Statement der sieben Formel-1-Teams
Nach der gestrigen Stellungnahme der sieben Formel-1-Teams möchte die FIA gerne folgendes klarstellen:

Die FIA hat eine detaillierte technische Analyse der Antriebseinheit der Scuderia Ferrari durchgeführt. Dazu ist die FIA bei jedem Teilnehmer der Formel-1-Weltmeisterschaft berechtigt.

Die ausführlichen und sorgfältigen Untersuchungen, die während der Saison 2019 durchgeführt wurden, haben zum Verdacht geführt, dass die Antriebseinheit der Scuderia Ferrari nicht zu jeder Zeit innerhalb der Grenzen des FIA-Reglements betrieben wurde. Die Scuderia Ferrari hat diesen Verdacht von sich gewiesen und wiederholt, dass die Antriebseinheit stets dem Reglement entsprechend betrieben wurde.

Die FIA war damit nicht gänzlich zufrieden, hat aber entschieden, dass weitere Maßnahmen nicht unbedingt zu weiteren Aufschlüssen führen würden, da es sich um eine komplexe Angelegenheit handelt. Zudem besteht die materielle Unmöglichkeit, den eindeutigen Beweis für einen Verstoß zu erbringen.

Um die negativen Folgen zu vermeiden, die ein langer Rechtsstreit insbesondere angesichts der Ungewissheit des Ausgangs solcher Rechtsstreitigkeiten mit sich bringen würde, und im besten Interesse der Meisterschaft und ihrer Stakeholder, hat die FIA in Übereinstimmung mit Artikel 4 (ii) ihrer Gerichts- und Disziplinarordnung (JDR) entschieden, mit Ferrari eine wirksame und abschreckende Vereinbarung zur Beendigung des Verfahrens zu treffen.

Diese Art von Vereinbarung ist ein rechtliches Instrument, das als wesentlicher Bestandteil jedes Disziplinarsystems anerkannt ist und von vielen Behörden und anderen Sportverbänden bei der Behandlung von Streitigkeiten eingesetzt wird.

Die Vertraulichkeit der Bedingungen der Einigung findet sich in Artikel 4 (vi) der Gerichts- und Disziplinarordnung (JDR).

Die FIA ergreift alle notwendigen Maßnahmen, um den Sport und ihre Rolle und ihr Ansehen als Regelhüter der Formel-1-Weltmeisterschaft zu schützen."

© Motorsport-Total.com

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