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Deutliche Pole für Hamilton in Doha! Lewis Hamilton war im Qualifying beim Grand Prix von Katar eine Klasse für sich
Motorsport Images

F1-Qualifying Katar 2021: Deutliche Pole für Hamilton in Doha!

Lewis Hamilton hat beim Grand Prix von Katar auf dem Losail International Circuit auf überlegene Art und Weise die Poleposition geholt

Lewis Hamilton hat beim ersten Grand Prix von Katar in der Geschichte der Formel 1 die Poleposition erobert. Der Mercedes-Fahrer bestätigte die starken Trainingsleistungen, als es drauf ankam, und markierte in Q3 auf dem Losail International Circuit in Doha eine Bestzeit von 1:20.827 Minuten.

Zweiter wurde Max Verstappen (Red Bull) mit einem Respektabstand von 0,455 Sekunden, Dritter Valtteri Bottas (Mercedes/+0,651). Damit geht Mercedes als klarer Favorit ins drittletzte Rennen der Formel-1-Saison 2021.

Auf den weiteren Top-10-Positionen landeten Pierre Gasly (AlphaTauri), Fernando Alonso (Alpine), Lando Norris (McLaren), Carlos Sainz (Ferrari), Yuki Tsunoda (AlphaTauri), Esteban Ocon (Alpine) und Sebastian Vettel (Aston Martin).

Mick Schumacher (Haas) wurde 19.

Wie war die Dramaturgie der Pole-Entscheidung?

Hamilton hatte schon im ersten Q3-Run Bestzeit erzielt. Auf die letzte und alles entscheidende Runde ging er als Erster der zehn Piloten, Verstappen als Letzter. Doch Hamilton deutete schon mit seinen Sektorenzeiten an, dass er keine Zweifel an der Poleposition aufkommen lassen möchte. Verstappen hingegen schaffte im zweiten Sektor seiner letzten Runde keine Verbesserung.

Am Ende betrug der Abstand 0,455 Sekunden. "Schau auf die Zeit!", funkte Renningenieur Peter Bonnington Hamilton ins Cockpit. Und Red-Bull-Teamchef Christian Horner an Verstappen: "Das Rennen ist erst morgen."

Für Red Bull ist das Ergebnis eine Enttäuschung. Helmut Marko hatte vor dem Qualifying die Poleposition vorhergesagt. Doch Verstappen muss sich eingestehen: "Wir waren einfach nicht schnell genug. 'Checo' ist nicht einmal in Q3."

Red Bull hatte nach dem Abschlusstraining noch den flatternden Heckflügel bei Verstappen ausgetauscht. Das Wichtigste sei, so Horner, in der ersten Reihe zu stehen. Die Rennpace von Red Bull soll stark sein. "Ich glaube, Max hat alles rausgeholt, was aus dem Auto rauszuholen war. Hamilton hat einfach eine unglaubliche Runde hingelegt", meint Horner.

Das Renntempo von Red Bull macht Hamilton aber keine Sorgen: "Unsere Longrun-Pace ist gut", sagt er. "Und es ist auf dieser Strecke schwierig, hinter jemandem herzufahren." Auch Teamchef Toto Wolff sagt: "Wenn wir es uns aussuchen hätten können, hätten wir uns P1 und P3 ausgesucht. Weil das am Start die saubere Seite ist."

Bleibt die Startaufstellung, wie sie ist?

Möglicherweise nicht. Als Gasly nach seinem Randstein-Crash in Kurve 15 stehenblieb, wurde Doppelgelb angezeigt. Das bedeutet eindeutig: Geh vom Gas! Verstappen fuhr im letzten Sektor aber persönliche Bestzeit. Das könnte ein Nachspiel haben.

Wie kam es zu Gaslys Unfall in Q3?

Erstmal: Die gelben Flaggen wurden nur so kurz gezeigt, dass sie keinen der Topfahrer dazu gezwungen haben, vom Gas zu gehen. Am meisten ärgern wird sich Gasly selbst, denn wäre er die Runde zu Ende gefahren, wäre es vielleicht noch weiter vorwärts gegangen als auf Platz vier.

"Ich habe in Kurve 15 ein bisschen mehr gepusht. Ich war im Cockpit ganz schockiert, dass mir das gleich den ganzen Frontflügel runtergerissen hat. Das rechte Vorderrad war auch hinüber. Damit hatte es sich für heute", sagt Gasly. "Unser Frontflügel ist viel schwächer als bei vielen anderen Teams. Er ist mir schon in Bahrain, in Monza, in Sotschi weggebrochen. Der scheint einfach fragil zu sein."

Wie lief's für Vettel?

Mehr als der Q3-Einzug war nicht drin. "Mit einer idealen Runde hätte ich vielleicht Esteban erwischen können." Ocon war Neunter, 0,757 Sekunden vor Vettel. "Wir hätten keinen großen Sprung gemacht." Der Konjunktiv bezieht sich auf den Gasly-Crash, wegen dem Vettel gelbe Flaggen sah und in seiner letzten Runde vom Gas gehen musste.

"Vielleicht hätte es nicht für P9 gereicht", muss er zugeben. "Trotzdem ärgert man sich, wenn man vom Gas gehen muss und die Runde nicht zu Ende fahren kann. Alpine sei aber ohnehin "seit ein paar Rennen" schneller als Aston Martin, und zwar "deutlich". Das gelte vor allem im Qualifying. "Im Rennen können wir das ein bisschen kompensieren. Morgen wird es trotzdem schwierig, weil sie so deutlich vor uns sind", befürchtet Vettel.

Wie ist das Q2-Aus von Perez einzuordnen?

Der Mexikaner schied als Elfter zu früh aus. Allerdings lag das auch an den knappen Zeitabständen. Auf Verstappen hatte er 0,362 Sekunden Rückstand - unwesentlich mehr als sonst. Auf den Top-10-Cut fehlten ihm 0,105 Sekunden. Sainz musste bis zum Schluss zittern, war letztendlich aber schneller als Perez.

Perez ist der Meinung, dass ihn seine Crew nicht optimal getimt rausgeschickt hat: "Wir sind zum schlechtestmöglichen Zeitpunkt rausgefahren", kritisiert er.

Viel besser lief es für den Hamiltons "Wingman". Bottas landete auf dem dritten Platz. "Jetzt sind wir zwei gegen einen", lächelt der Finne. Auch wenn 0,651 Sekunden Rückstand eine Menge Holz auf den eigenen Teamkollegen sind: "Die letzte Runde war nicht gut. Ich war auf dem Weg, mich um fünf Hundertstel bis eine Zehntelsekunde zu verbessern", rechtfertigt er sich.

Ebenfalls in Q2 schieden Lance Stroll (Aston Martin), Daniel Ricciardo (McLaren) und George Russell (Williams) aus. Und Charles Leclerc (Ferrari) als 13. Der konnte sich schon nach dem ersten Q2-Run keinen Reim auf seinen großen Rückstand machen: Er habe das Gefühl, dass das Auto einfach nicht schneller geht, sagte er da am Boxenfunk.

Immerhin konnte Leclerc seinen Rückstand auf Sainz im zweiten Versuch noch von fast einer Sekunde auf 0,222 Sekunden reduzieren. Trotzdem schied er in Q2 aus. "Keine Ahnung, was heute los war", rätselt er. "Normalerweise verstehe ich sehr gut, was ich auf einer Qualirunde falsch gemacht habe - das ist eine meiner Stärken. Aber das heute war merkwürdig."

"Ich hatte einfach keinen Grip, von keinem der vier Reifen. Es ist nicht so, dass ich ein Problem mit der Balance gehabt hätte. Ich hatte einfach keinen Grip, und wir müssen uns jetzt genau anschauen, ob da irgendwas merkwürdig war oder nicht", sagt Leclerc.

Welche Fahrer sind in Q1 ausgeschieden?

Programmgemäß die beiden Haas-Rookies. Mick Schumacher war im direkten Vergleich um 2,452 Sekunden schneller als Nikita Masepin. Den Einzug ins zweite Qualifying verpasste Schumacher um 0,544 Sekunden. Das reichte für P19. 15. war in Q1 Russell.

Kimi Räikkönen (Alfa Romeo) wurde 16. Ihm fehlten 0,293 Sekunden auf den Cut. Mit dem "Iceman" und dem Haas-Duo schieden Nicholas Latifi (17./Williams) und Antonio Giovinazzi (18./Alfa Romeo) aus.

Warum hatte Masepin so viel Rückstand auf Schumacher?

Zunächst einmal hatte der Russe nicht die besten Karten, nach dem Motorproblem im dritten Training. In der Pause vor dem Qualifying mussten zahlreiche Teile ausgetauscht werden, damit der Motor wieder auf allen sechs statt nur auf vier Zylindern laufen konnte.

Doch es gab dann auch noch eine ziemlich bizarre Erklärung von Günther Steiner für die verpatzte letzte Runde: "Bei seinem ersten Run hat er sich den Frontflügel in Kurve 4 kaputtgefahren. Deswegen ist er rausgekommen. Er hat am Funk gesagt, er kennt noch nicht einmal die Strecke ordentlich", sagt der Haas-Teamchef im Interview mit 'ServusTV'.

Motorsport-Total.com

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