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Die Helden der Formel 1
Bild von randomwinner auf Pixabay

Glanz und Gloria auf dem Parcours

Helden existieren nicht nur in Geschichten, sondern auch im Sport. Die Formel 1 und insgesamt der Motorsport bilden da keine Ausnahme. Man denke nur an Michael Schumacher, der viele Jahre lang als weltweite Rennfahrer-Ikone galt. Tatsächlich steht er damit nicht allein auf weiter Flur.

Michael Schumacher, Meister der Königsklasse

Michael Schumacher, dieser Name lässt Formel-1-Fans noch immer aufhorchen, obwohl seit seinen glanzvollen Zeiten schon viele Jahre vergangen sind. Er gilt noch immer als erfolgreichster Rennfahrer, räumte sieben Weltmeistertitel und sage und schreibe 91 Grand-Prix-Siege ab. Ob es jemals gelingt, diesen fantastischen Rekord zu knacken? Die Antwort auf diese Frage lässt noch auf sich warten, obwohl einige begabte Fahrer deutliche Ambitionen in diese Richtung zeigen. Schumis Erfolg basierte nicht allein auf den überlegenen Technologien seiner Wagen, er zeigte auch ein herausragendes Talent, das er über viele Jahre konstant anwandte, um damit immer wieder Machbarkeitsgrenzen zu sprengen.

Manchmal werden Stimmen laut, der große Schumacher habe sich teilweise rücksichtslos verhalten, doch die herausstechenden Fertigkeiten dieses Mannes stehen völlig außer Zweifel. In Deutschland schlugen seine Siege besonders große Wellen, hier tauchte der Formel-1-Sport dank seiner Leistungen förmlich aus der Versenkung auf und dominierte regelmäßig die Schlagzeilen unserer Medien. Mittlerweile hat Schumis Sohn Mick den Staffelstab übernommen, doch sein Start in der Königsklasse verläuft derzeit noch holprig. Diverse Fahrfehler machen dem Nachwuchs des Formel-1-Königs zu schaffen, doch das sei ihm verziehen: Seine persönliche Messlatte liegt enorm hoch!

Sir Lewis Hamilton, begabter Thronfolger

Michael Schumachers Thron wackelt, doch es ist nicht Mick, der an den Grundfesten zerrt. Die Ehre, dem König und Rekordhalter dicht auf den Leib zu rücken, kommt Lewis Hamilton zu, dem britischen Rennfahrer, der sich mittlerweile den Titel "Sir" tragen darf. 2007 erzielte er direkt beim Einstieg in die Formel 1 die Vizeweltmeisterschaft, 2008 folgte dann der Weltmeistertitel. Damit wurde Hamilton zum jüngsten WM-Titelträger, den dieser Sport bislang gesehen hat. Seit 2013 fährt der Brite für Mercedes und das brachte ihn noch mehr nach vorn: Sechs weitere Weltmeisterschaften entschied er für sich und knackte damit immerhin schon Schumis WM-Rekord.

Dass Lewis Hamilton in den letzten Jahren herausragende Leistungen erbracht hat, kommt nicht nur seinem Team zu Gute. Auch die Buchmacher sind darüber sehr erfreut. Formel 1 Wetten sind während der Saison mittlerweile beinahe so beliebt wie Wetten in anderen Sportarten. Schließlich ist es verlockender, eine Wette zu platzieren, wenn es sich zumindest erahnen lässt, wie gut die Chancen auf einen Gewinn stehen. Hamilton lässt in dieser Hinsicht die Quoten explodieren, weil er sich meistens einen Platz in den vordersten Reihen, wenn nicht ganz vorne, sichert. Er schaffte es auf die meisten Polepositions, die meisten Führungskilometer und stand natürlich auch am häufigsten von allen aktuellen Fahrer auf dem Podium. Und ein Ende der Siegesstrecke scheint nicht in Sicht.

Fernando Alonso Díaz, spanischer Hoffnungsträger

Nicht nur die Briten, auch die Spanier haben ihren eigenen Hoffnungsträger auf dem Fahrersitz eines Formel-1-Boliden. Fernando Alonso ist der erste spanischstämmige Grand-Prix-Sieger überhaupt, ebenso wie er bislang als einziger seiner Landsleute die Weltmeisterschaft für sich entschied. Die Formel 1 gewann er 2005 und 2006 mit Renault, im Jahr 2019 krönte er seine Karriere noch mit einem Sieg in der Langstreckenweltmeisterschaft mit Toyota. Der erstgenannte Titel machte ihn zum jüngsten Formel-1-Weltmeister aller Zeiten, doch diesen Rekord hat Hamilton drei Jahre später bereits unterboten.

Auch als Vizeweltmeister der Königsklasse durfte Alonso drei Mal glänzen, in diesem Fall auf Ferrari in den Jahren 2010, 2012 und 2013. Von 2015 bis 2018 wechselte der Spanier zurück zu McLaren, einem Rennstall, den er schon im Jahr 2007 kurz angehört hatte. 2018 und 2019 triumphierte er nicht nur im 24-Stunden-Rennen von Le Mans, sondern er entschied auch einmal das 24-Stunden-Rennen von Daytona sowie die 1000 Meilen von Sebing von sich. Wir haben es also mit einem Tausendsassa zu tun, der weder auf eine bestimmte Disziplin noch auf einen bestimmte Fahrzeugmarke festgenagelt ist. Zudem zieht sich Alonsos Karriere mittlerweile über mehr als zwei Jahrzehnte, allein das hat schon Beachtung verdient.

 

Juan Manuel Fangio, argentinisches Temperament

Hinter Schumacher und Lewis baut sich der Argentinier Juan Manuel Fangio als Nummer 3 unter den größten Formel-1-Helden der (bisherigen) Geschichte auf. Er hielt fünf Mal die Weltmeistertrophäe in Händen, allerdings nicht in jüngeren Zeiten, sondern in den 1950er-Jahren. Die fahrerische Latte lag damals um einiges höher als heute, weil die Technik noch lange nicht so ausgereift war, entsprechend gehen Experten davon aus, dass es ein Fangio im 21. Jahrhundert durchaus mit einem Schumacher oder Hamilton aufnehmen, sie vielleicht sogar um Längen schlagen würde. Dem Argentinier gelang es außerdem, in vier verschiedenen Teams an die Spitze zu düsen.

Von den 51 Grand-Prix-Turnieren, zu denen Fangio antrat, konnte er 24 für sich entscheiden: Damit gewann er beinahe jedes zweite Rennen, bei dem er antrat. Diese Quote erreichte selbst der Großmeister Schumacher nicht, ein Beleg für Fangios imposante Fähigkeiten. Leider weilt der temperamentvolle Südamerikaner mit den starken Nerven nicht mehr unter uns. Die Vergangenheit ruht, doch vielleicht wird gerade jetzt eine neue Legende geboren, die in 20 Jahren für Furore sorgt.

Niki Lauda, österreichische Formel-1-Ikone

Auch dem Formel-1-Veteran Niki Lauda gehört an dieser Stelle ein Denkmal gesetzt. Seine größten Erfolge zelebrierte er von Beginn der 70er-Jahre bis zur Mitte der 80er. In damaligen Tage wurde der Mann aus der kleinen Alpenrepublik dreimal Weltmeister, sein erstes großes Rennen lieferte er 1973 beim Großen Preis von Monaco, bei dem er den dritten Platz errang. Dabei spielte er den favorisierten Ferrari von Jacky Ickx aus und erhielt prompt einen Vertrag von Enzo Ferrari für die nächste Saison. Der Sportwagenhersteller steckte damals in einer Formel-1-Flaute und trat bei verschiedenen Grand-Prix-Turnieren gar nicht erst an. Lauda sollte den Weg aus dieser Krise weisen.

Tatsächlich tat sich der Österreicher mit Luca di Montezemolo aus der Rennsportabteilung und dem Konstrukteur Mauro Forghieri fest zusammen und bildete ein Team, das Ferrari zurück auf die Erfolgsstrecke führte. Lauda setzte sich hinter das Steuer des neuen 312B3 und trug direkt 1974 den Sieg im Großen Preis von Spanien davon. Leider trugen einige darauf folgende Ausfälle dazu bei, dass er den Weltmeistertitel verpasste und schlussendlich "nur" Vierter wurde. Bei den folgenden Rennen konnte er seine Ergebnisse stetig verbessern und triumphierte schließlich gemeinsam mit Ferrari zur Formel-1-WM 1975. 1976 erlitt er einen fatalen Unfall und trug dabei schwere Verbrennungen davon. Laudas Karriere schien beendet, doch erhob er sich wie der sprichwörtliche Phoenix aus der Asche und saß schon einen Monat später wieder im Cockpit, um weitere Siege zu erringen. Nach insgesamt 25 Grand-Prix-Siegen verabschiedete sich der zähe Kämpfer erst 1985 vom Motorsport.

 

Sebastian Vettel, in Schumis Fußstapfen

Michael Schumacher steht als erfolgreicher deutscher Formel-1-Rekordjäger nicht allein auf weiter Flur. Sebastian Vettel gewann mit nur 23 Jahren im Jahr 2010 seinen ersten Weltmeistertitel. Vettel wurde damit zum jüngsten Weltmeister der bisherigen Formel-1-Geschichte. Danach folgten drei weitere Trophäen, ein rasanter Aufstieg, der in Deutschland und der ganzen Welt große Beachtung fand. Vier Mal in Folge die WM für sich entscheiden, das war davor nur Fangio und Schumacher gelungen! Bis heute gilt Vettel als einer der besten Fahrer unserer Zeit, der Heppenheimer schwimmt noch immer auf der Erfolgswelle.

Von 2009 bis 2014 stand er bei Red Bull Racing unter Vertrag, von 2015 bis 2020 fegte er für Ferrari über den Platz. 2021 trat Vettel ins Aston Matin F1 Team über und taufte seine flotten, neuen Wagen "Honey Ryder", nach dem gleichnamige Bond Girl Dr. No. Die vorige Saison fiel leider schwach aus, die deutsche Formel-1-Hoffnung schaffte es mit 33 Punkten nur auf den 13. Rang. Eine niedrigere Platzierung in einer komplett bestrittenen Turnierserie gab es für ihn bislang noch nicht, doch ein neuer Anfang ist gesetzt. Vielleicht geht es nun wieder aufwärts zurück auf Schumis Spuren.

Immer wieder neue Helden: Rasante Jahrzehnte garantiert!

Der Formel-1-Zirkus ist und bleibt ein bunter Haufen, der immer wieder für neue Überraschungen sorgt. Neue Helden erscheinen am Horizont, halten ihr Versprechen, sorgen für viele Jahre für Glanz und Gloria – oder gehen so schnell wieder unter, wie sie erschienen sind. Die Fortentwicklung der Automobiltechnik trägt ihr Übriges dazu bei, dass dem Publikum niemals die Gründe zum Staunen ausgehen. Entsprechend dürfen die Fans der Königsklasse und anderer Rennsporarten hoffnungsvoll in die Zukunft blicken und sich auf weitere rasante Jahrzehnte freuen.

 

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