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Formel 1 Istanbul 2021: Ergebnis Valtteri Bottas heißt der Sieger beim Formel-1-Rennen in Istanbul
Motorsport Images

Formel 1 Istanbul 2021: Erster Saisonsieg für Valtteri Bottas

Valtteri Bottas hat in der Türkei sein erstes Saisonrennen gewonnen - Max Verstappen übernimmt mit Platz zwei die WM-Führung von Lewis Hamilton (5.)

Valtteri Bottas hat das Formel-1-Rennen von Istanbul gewonnen und damit seinen ersten Saisonsieg eingefahren. Der Mercedes-Pilot feierte bei schwierigen Bedingungen einen Start-Ziel-Sieg vor Max Verstappen, der sich damit die WM-Führung von Lewis Hamilton wieder zurückerobern konnte.

Der Brite hatte von Startplatz elf eine schwierige Aufgabe, konnte sich in der Anfangsphase aber gut nach vorne arbeiten. Am Ende wurde er nach einem späten Reifenwechsel Fünfter, hätte aber durchaus ein besseres Ergebnis erzielen können.

Dafür holte sich Sergio Perez im zweiten Red Bull Platz drei vor Charles Leclerc (Ferrari), der kurzzeitig auch am Sieg schnupperte. Hinter Hamilton wurde Pierre Gasly (AlphaTauri) Sechster vor Lando Norris (7./McLaren) und Carlos Sainz (8./Ferrari). Die Top 10 komplettieren Lance Stroll (9./Aston Martin) und Esteban Ocon (10./Alpine).

Sebastian Vettel (Aston Martin) und Mick Schumacher (Haas) kamen nach guten Ausgangspositionen weit außerhalb der Punkte ins Ziel. Vettel wurde 18., Schumacher 19.

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War der Sieg von Valtteri Bottas in Gefahr?

Eigentlich nicht. Bottas konnte sich mit den Intermediates die Führung erobern und diese gegenüber Max Verstappen stets halten oder sogar ausbauen. Einmal verlor er das Auto in Kurve 1 fast aus der Kontrolle, konnte diese aber schnell wiedererlangen und auch nach seinem Boxenstopp vor dem Niederländer bleiben. Am Ende betrug sein Vorsprung mehr als 14,5 Sekunden.

Nur einmal musste man bei Mercedes etwas zittern: Charles Leclerc, der lange auf Platz drei lag, pokerte und blieb erst einmal auf seinen alten Intermediates draußen. Ferrari wollte durchfahren, doch Bottas holte sukzessive auf und überholte den Monegassen schließlich in Kurve 1. Kurz darauf gab dieser seinen Plan auf und fuhr zum Reifenwechsel.

Für Bottas war es der erste Sieg seit über einem Jahr. Den letzten Sieg gab es beim Russland-Grand-Prix 2020.

Warum war Lewis Hamilton sauer auf sein Team?

Das hatte mit dem Reifenwechsel zu tun. Mercedes wollte dem Briten frische Intermediates geben, doch dieser sah keinen Sinn darin und wollte mit seinen alten Reifen durchfahren. Immer wieder verweigerte er den Boxenstopp und blieb draußen, bis ihn sein Team acht Runden vor dem Ende doch reinholte.

Zu dem Zeitpunkt lag Hamilton knapp hinter Max Verstappen auf Rang drei, durch den Stopp fiel er bis auf Rang fünf zurück. "Warum haben wir gestoppt?", fragte er. Sein Team war sicher: "Wir hätten die Position ohnehin verloren."

Doch nach dem Boxenstopp wurde es nicht besser. Hamilton war wie auch Leclerc auf den neuen Reifen ziemlich langsam und geriet sogar noch in Gefahr, von Pierre Gasly überholt zu werden. Sein Problem: Graining! "Ich habe es euch doch gesagt", schimpfte er am Funk. Trotzdem konnte er noch Rang fünf ins Ziel retten.

"Rückblickend hätte ich wohl besser draußenbleiben sollen oder aber deutlich früher an die Box kommen sollen", sagt er. "Denn wenn du erst acht Runden vor Schluss reinkommst, hast du keine Zeit mehr, die Graining-Phase dieses Medium-Reifens auf einer abtrocknenden Strecke richtig zu durchlaufen. Deshalb war am Ende klar, dass ich noch mehr verlieren würde. Es ist ein bisschen frustrierend, aber ändern können wir es jetzt auch nicht mehr."

Wäre es auch ohne Boxenstopp gegangen?

Theoretisch ja. Laut Reglement gibt es bei Regen keine Vorgabe, mehrere Mischungen zu fahren. Alpines Esteban Ocon fuhr als einziger Pilot ohne Boxenstopp über die Distanz und kam als Zehnter in die Punkte.

Wie kam Lewis Hamilton durch das Feld?

Recht gut. Am Start kam er am sich drehenden Fernando Alonso vorbei, kurz darauf schnappte er sich auch Sebastian Vettel. Zum größten Stolperstein wurde Yuki Tsunoda, der ihn einige Runden lang aufhalten konnte. Lance Stroll und Lando Norris leisteten danach hingegen wieder wenig Gegenwehr.

Etwas kontrovers wurde es danach gegen Sergio Perez. Hamilton griff den Red Bull in Kurve 12 an und schob sich eigentlich schon vorbei. Im folgenden Geschlängel fuhr Perez anschließend innen am Poller der Boxeneinfahrt vorbei und überholte Hamilton wieder - eigentlich nicht erlaubt.

Das monierte Hamilton auch, doch die Rennkommissare griffen nicht ein. Hamilton hatte Perez an dieser Stelle auch keinen Platz gelassen, sodass Perez zwangsläufig die Boxeneinfahrt nutzen musste.

Waren Slicks bei Sebastian Vettel die falsche Entscheidung?

Eindeutig. Als einziger Pilot hatte der Aston-Martin-Fahrer zwischenzeitlich Slicks probiert und die Entscheidung bitter bereut. Vettel entschied sich aus eigenem Antrieb für die Medium-Reifen, rutschte aber schon im ersten Sektor mehrfach von der Strecke.

Schon nach einer Runde sah er seinen Fehler ein und kam wieder in die Box, um sich Intermediates zu holen. Dabei drehte er sich aber sogar in der Boxeneinfahrt. Vor dem Wechsel lag der Deutsche auf Platz zehn und somit in den Punkten, am Ende war er als 18. weit davon entfernt.

"Letzten Endes habe ich die Entscheidung getroffen. Ich wollte es probieren", sagt er. "Von den Intermediates war nichts mehr übrig. Ich dachte, die Slicks wären genauso gut. Aber ich konnte nicht bremsen und hatte keinerlei Grip, sodass ich viel Zeit verlor. Ich konnte sie nicht zum Arbeiten bringen. Es war schlimmer, als ich es erwartet hatte, auch wenn es hier und da noch feucht war."

Warum konnte Mick Schumacher seine gute Ausgangsposition nicht nutzen?

Insgeheim hatte Schumacher nach Startplatz 14 von seinen ersten Punkten geträumt, doch dieser Traum war bereits nach zwei Runden zerstört. Fernando Alonso hatte den Haas in der Startphase abgeräumt und ans Ende des Feldes geschickt. Von dort blieb dem Deutschen nicht viel mehr, als wieder einmal das teaminterne Duell gegen Nikita Masepin zu gewinnen.

Für die Kollision wurde Alonso mit einer Fünf-Sekunden-Strafe belegt. "Ich habe versucht, ihn zu überholen. Ich dachte, ich wäre neben ihm", sagt dieser. "Es war natürlich ein sehr spätes Manöver und wir berührten uns. Leider hat er sich dann gedreht. Ich habe die Strafe gekriegt, die nehme ich an, natürlich. Es tut mir leid."

Warum wurde Pierre Gasly bestraft?

Der Franzose bekam ebenfalls eine Fünf-Sekunden-Strafe, weil er am Start Fernando Alonso gedreht hatte. Gasly geriet in Kurve 1 zwischen Sergio Perez (innen) und Alonso (außen) und touchierte den Alpine, der sich daraufhin drehte. Trotz der Strafe kam er noch auf Platz sechs.

Wie viele Ausfälle gab es bei den schwierigen Bedingungen?

Überraschenderweise keine. Leidglich Nicholas Latifi (Williams), Yuki Tsunoda (AlphaTauri) und Sebastian Vettel bei seinem Slickversuch waren aus eigener Schuld neben der Strecke. Ansonsten verlief das Rennen recht gesittet.

Wer wurde Fahrer des Tages?

Offiziell Carlos Sainz. Der Spanier fuhr von Startplatz 19 als Achter in die Punkte und zeigte eine starke Aufholjagd. Einzig eine Szene mit Vettel lief nicht ganz glatt. Beim Überholversuch in Kurve 12 rutschte der Ferrari-Pilot etwas zu weit und rumpelte in den Deutschen hinein. Das blieb jedoch für beide folgenlos.

Wie sieht es jetzt in der WM aus?

Max Verstappen liegt nach Rang zwei jetzt wieder sechs Punkte vor Lewis Hamilton. "Das war das Optimum, das wir herausholen konnten. Wir sind sehr zufrieden", sagt Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko.

In der Konstrukteurswertung hat Red Bull jedoch weitere drei Punkte auf Mercedes verloren. Der Rückstand dort beträgt jetzt 36 Punkte. Noch sind in dieser Saison sechs Rennen zu fahren. Der nächste Grand Prix steht in zwei Wochen in Austin (USA) an.

Motorsport-Total.com

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