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Grosjean: "Nicht einfach, meine Hände zu bewegen" Romain Grosjean trug lange Verbände an seinen Händen, die sind nun aber ab
Romain Grosjean (Instagram)

Unter welchen Unfallfolgen Romain Grosjean bis heute leidet

Mit welchen Folgen Romain Grosjean selbst Wochen nach seinem schweren Formel-1-Unfall in Bahrain zu kämpfen hat und was ihn dabei besonders verblüfft

"Ich hatte mich nur leicht verletzt", sagt Romain Grosjean über seinen schweren Formel-1-Unfall in Bahrain. Dieser Unfall liegt nun schon fast drei Monate zurück, doch mit den Folgen kämpft Grosjean jeden Tag, wie er im 'SRF'-Gespräch erklärt: "Morgens, wenn ich aufwache, ist es nicht einfach, meine Hände zu bewegen."

Grosjeans Hände zählen zu den "drei Prozent meines Körpers", an denen er sich beim Unfall Verbrennungen zugezogen hat. Vor allem die linke Hand war stark in Mitleidenschaft gezogen worden, was im Januar veröffentlichte Fotos dokumentierten.

Doch Grosjean hat keine Wahl: Er hat sich für die Fortsetzung seiner Motorsport-Karriere entschieden und wird 2021 in der US-amerikanischen IndyCar-Serie antreten. Deshalb muss er sich den Handschmerzen stellen, immer wieder aufs Neue. "Ich bewege meine Finger dreitausendmal am Tag, denn nur so kriege ich die Beweglichkeit wieder zurück", erklärt er.

Warum Grosjean die Schmerzmittel weghaben wollte

Allerdings spricht Grosjean von einem "furchtbaren Gefühl, wenn ich versuche, die Finger zu bewegen". Das sei "schmerzhaft", zumal er Schmerzmittel bereits vor Wochen abgesetzt habe, "weil ich genug davon hatte", wie er meint. "Ich wollte sie nicht mehr länger nehmen. Nicht mehr auf die Arznei angewiesen zu sein, das war psychologisch ein großer Schritt für mich."

Gegen die Unfallbilder, die ihm ständig in den Sinn kommen, kann er aber nichts ausrichten. Mehr noch: Je länger der Crash zurückliegt, umso facettenreicher wird der Unfall in der Erinnerung von Grosjean, was er selbst als "schon verrückt" bezeichnet.

Ein Beispiel: "Ich hatte allen erzählt, es habe kein Feuer im Cockpit gegeben. Dann sah ich die Bilder der Onboard-Kamera, die noch nicht öffentlich gemacht worden sind. Das Feuer ist überall. Einfach überall. Mein Gehirn scheint diese Information verdrängt zu haben, nach dem Motto: Was ändert es? Nichts unmittelbar."

Grosjean beschreibt die Akustik beim Feuerunfall

Ähnliches habe er mit den Unfallgeräuschen erlebt. Er habe sich zunächst nicht daran erinnert, welche Geräusche bei seinem Formel-1-Crash aufgetreten seien. "Zwei Wochen nach dem Unfall aber hatte ich plötzlich wieder den Lärm des Feuers im Ohr", sagt Grosjean.

Wie man sich das vorstellen muss? So: "Das Geräusch ist ziemlich laut, ungefähr so, als würde man auf der Autobahn das Fenster öffnen. Die Luft, wie sie ins Auto strömt, das ist so ähnlich wie im Feuer."

Den Geruch von brennender Kohlefaser habe er ebenfalls "erst kürzlich wieder in der Nase" gehabt, betont Grosjean. "Es war auf einmal wieder da. Das ist erst im Nachhinein passiert. Zum Unfallzeitpunkt war das nicht wichtig [für den Körper]."

"Was spielt es denn für eine Rolle, ob ich den Kohlefaser-Brand rieche oder nicht? Mein Gehirn hat all diese Informationen zwar aufgenommen, aber nur abgespeichert", sagt Grosjean. "Diese Informationen kamen dann erst vor Kurzem wieder hoch." Und sie werden Grosjean wohl noch für lange Zeit beschäftigen.

Motorsport-Total.com

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