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Vettel: Hamilton-Strafe "die härteste, die sie dafür verhängen können" Viele Fahrerkollegen stärken Lewis Hamilton nach Silverstone den Rücken
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Vettel: Hamilton-Strafe "die härteste, die sie dafür verhängen können"

George Russell glaubt nicht, dass andere Regeln die Schuldfrage im Fall Hamilton vs. Verstappen erleichtern würden - Sebastian Vettel: "Härteste Strafe", die möglich war

Auch vor dem Grand Prix von Ungarn bleibt die Kollision zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen in Silverstone das große Thema der Formel 1. Sie hat die Meinungen der Fans gespalten und zu der Frage geführt, was getan werden kann, um deutlicher zu machen, welchem Fahrer in einem solchen Fall die Kurve gehört.

Im Bericht der Rennkommissare, die Hamilton mit einer Zehn-Sekunde-Strafe belegten, hieß es, dass er die Hauptschuld an dem Unfall trug, aber nicht die alleinige Schuld.

George Russell, Williams-Pilot und Direktor der Fahrervereinigung GPDA, vertrat jedoch die Ansicht, dass es sich um einen normalen Rennunfall handelte, sodass es schwierig sei, irgendetwas durchzusetzen, das die Schuldfrage erleichtern könnte.

Russell: "Es gibt kein richtig oder falsch"

"Ich würde sagen, dass es in dieser Hinsicht keine Regeln gibt, die sagen können, wer Recht oder Unrecht hat. Solche Dinge können nun mal passieren", bekräftigt Russell seine Einschätzung auf Nachfrage am Mediendonnerstag in Budapest. "Manchmal gibt es kein richtig oder falsch. Es ist einfach ein Rennunfall."

"Lewis ist einer der saubersten und fairsten Rennfahrer da draußen, immer", betont Russell. "Und der Versuch war nicht böswillig, denn es gab eine klare Gelegenheit. Die Folgen waren natürlich enorm, und ich bin sehr froh, dass es Max nach dem Crash relativ gut ging. Solche Rennzwischenfälle sind schwer zu beurteilen."

Im aktuellen Fall sieht Russell keinen weiteren Handlungsbedarf: "Ich denke nicht, dass in diesem speziellen Szenario irgendetwas klarer sein müsste, denn für mich war es ein reiner Rennzwischenfall." Trotzdem wird er weiter heftig diskutiert.

Vettel bewertet Silverstone-Strafe als hart genug

Dabei kommt auch die Frage auf, ob die Folgen eines Crashs bei dessen Bewertung berücksichtigt werden sollten. "Ich glaube, das ist eine schwierige Frage, es gibt immer eine Mischung", meint Sebastian Vettel dazu. "Einerseits kann man mit Nein argumentieren, andererseits mit Ja, also denke ich, es ist eine Sache des Einzelfalls."

Zur Hamilton-Verstappen-Kollision hat der Deutsche eine klare Meinung: "Die Rennkommissare haben getan, was sie für richtig hielten. Die Strafe, die sie ausgesprochen haben, ist meiner Ansicht nach die härteste Strafe, die sie dafür verhängen können."

Daniel Ricciardo glaubt, dass der Vorfall vor allem deshalb so hohe Wellen schlug, weil Verstappen mit 51g in die Leitplanke einschlug. "Ich habe bei dem Vorfall an sich nichts Außergewöhnliches gesehen. Offensichtlich war die Konsequenz das große Gesprächsthema", kommentiert er die Kollision und ihre Folgen.

Ricciardo: Hamilton hat genug Platz gelassen

Ähnlich wie Russell spricht auch der McLaren-Pilot von einem Rennunfall, bei dem sich kein alleinig Schuldiger ausmachen lässt. "Wir wissen es einfach durch die Jahre des Rennsports und die Erfahrung, die wir haben. Besonders in diesen Autos gibt es einen Punkt, den man nicht sieht, es gibt tote Winkel", weiß Ricciardo.

"Wir sind uns bewusst, dass die Chance, dass das Auto dort ist, wahrscheinlich ziemlich hoch ist. Also lassen wir immer Platz für ein Auto. Und wenn ich mir Max' Onboard ansehe, ist auf der Innenseite noch Platz. Ich denke, sie fahren natürlich hart, aber ich würde immer noch sagen, hart, aber fair durch diese Kurvenabschnitte."

Die Notwendigkeit für einen anderen oder härteren Strafenkatalog sieht Ricciardo nicht: "Ich denke, tief in uns drin kennen wir alle die Rennetikette und wissen, wann man pushen muss und wann nicht. Da sind wir uns aus meiner Sicht ziemlich klar."

Motorsport-Total.com

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