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Gewinnt Mercedes jetzt doch noch ein Rennen? Lewis Hamilton während des Rennens in Österreich
Motorsport Images

Schlüsselrennen Le Castellet: Fängt Mercedes hier an zu gewinnen?

Die Streckencharakteristik in Frankreich sollte Mercedes in die Karten spielen: Mercedes-Piloten zuversichtlich, 2022 noch Rennen gewinnen zu können

Auf dem Papier könnte der Circuit Paul Ricard in Frankreich die beste Möglichkeit der Saison für Mercedes sein, ein Rennen zu gewinnen. Der Streckenasphalt ist ziemlich glatt, die Randsteine nicht zu hoch und auch die Kurvencharakteristik sollte mit ihrer Ähnlichkeit zu Barcelona und Silverstone dem W13 gelegen kommen.

Zudem hat das Team ein weiteres Update nach Le Castellet gebracht, um die Lücke zu Ferrari und Red Bull endlich zu schließen. Mercedes-Pilot George Russell will sich für das Frankreich-Wochenende jedoch noch nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen.

"Ich denke, dass wir von den hohen Temperaturen und der etwas glatteren Asphaltoberfläche profitieren sollten", sagt der Brite. "Generell machen wir als Team momentan sehr große Fortschritte und verstehen immer besser, was wir mit dem Auto tun müssen, um mehr Performance herauszuholen. Und ich denke, dass dieser Fakt wichtiger ist als spezifische Streckencharakteristiken."

Mercedes nach Sommerpause auf Red-Bull- und Ferrari-Niveau?

Auch wenn es in Frankreich mit dem ersten Sieg noch nicht klappen sollte, ist sich Russell sicher, dass Mercedes diese Saison noch Rennen gewinnen wird: "Definitiv!", antwortet er darauf angesprochen. "In den letzten Rennen haben wir das Auto verstanden, womit wir jetzt nur noch mehr Performance ausschöpfen müssen."

"Ich glaube fest daran, dass wir in der zweiten Saisonhälfte um Siege mitkämpfen werden. Wir machen im Moment enorme Fortschritte und ich denke, dass wir als Team sehr viel Grund haben, optimistisch zu sein. Und jetzt, wo wir in greifbarer Nähe sind, ist die Motivation noch höher."

"In den ersten sechs Saisonrennen war es mehr 'Trial and Error', weil wir erst einmal die Probleme verstehen mussten, die wir hatten. Wir hatten keine klare Richtung, wohingegen wir aktuell genau wissen, welchen Weg wir einschlagen müssen", sagt Russell.

Hamilton: Le Castellet hat uns immer gelegen

Sein Teamkollege Lewis Hamilton hält sich für den Grand Prix von Frankreich noch etwas bedeckter: "Man will sich natürlich jedes Wochenende verbessern und ich weiß nicht so recht, welche Erwartungen ich in dieses Wochenende haben soll."

"Wir ändern kontinuierlich Dinge am Auto, weshalb ich hoffe, dass wir hier etwas Neues entdecken, was uns etwas weiter nach vorne bringt. Sonst war dies aber immer ein gutes Wochenende für uns, daher hoffe ich, dass es dieses Mal auch so sein wird", so Hamilton.

Der Circuit Paul Ricard ist 2018 in den Formel-1-Kalender zurückgekehrt und fand seitdem drei Mal statt. Hamilton konnte das Rennen in den ersten beiden Jahren gewinnen, während er sich in der vergangenen Saison nur knapp Max Verstappen geschlagen geben musste.

Statistik gegen Hamilton: Wird er jemals noch einmal gewinnen?

In der 2022er-Ausgabe wird der siebenfache Formel-1-Weltmeister seinen 300. Grand-Prix-Start in der Königsklasse feiern, womit er erst der sechste Fahrer ist, der diesen Meilenstein erreicht. Allerdings hat bisher kein Fahrer nach dem 300. Rennen noch ein Grand Prix gewinnen können.

Auf diese Statistik angesprochen, sagt Hamilton: "Das macht mir nichts aus, denn ich arbeite hart auf diesen Sieg hin. Ich glaube, zu einem gewissen Zeitpunkt werden wir wieder mit den Jungs da vorne kämpfen können, egal, ob es nun hier oder erst in fünf Rennen ist."

"Darüber denke ich auch ehrlich gesagt nicht viel nach, es geht mir mehr um die Reise. Das ist der wichtige Teil. Wir haben die Saison nicht wie erhofft begonnen, aber wir haben Fortschritte erzielt und mehr Konstanz hineinbekommen", sagt der Brite.

"Nicht eine einzige Person in unserem Team hat aufgegeben und wir haben weiter gepusht", fügt er hinzu. "Daher bin ich wirklich stolz auf die Fortschritte und die Erfahrungen, die wir gemacht haben. Es war für uns alle eine wirklich wertvolle Lektion."

Hamilton: Saison 2022 hat "Werkzeuge geschärft"

Zudem deutet er an, dass es nach all den Jahren der Mercedes-Dominanz, gefolgt vom abrupten Leistungseinbruch 2022, umso schöner werden wird, wieder die Spitze zu erreichen: "Ich denke, wir haben unsere Werkzeuge in vielen Bereichen geschärft. Wenn wir dann wieder da sind, wo wir meiner Meinung nach hingehören, werden wir es umso mehr zu schätzen wissen."

Russell stimmt seinen Teamkollegen zu, dass die Krise Mercedes nur noch stärker gemacht hat: "Wenn man ein schnelles Auto hat, denkt man vielleicht nicht so viel über die kleinen Details nach, weil ja alles in Lot ist, wenn man gewinnt."

"Jetzt spüren wir aber, dass wir absolut alles aus dem Auto herausquetschen müssen, um wenigstens innerhalb von vier Zehnteln zu den Top-Fahrern zu sein. Ich habe daher keinen Zweifel, dass es uns als Team, aber auch als Fahrer stärker macht. Auf der anderen Seite muss man sagen, dass Red Bull und Ferrari dies die vergangenen acht Jahre auch durchlebt haben", so Russell.

Mercedes nach Krise für 2023 im Vorteil?

Der Mercedes-Neuling sieht sein Team zudem für die kommende Saison im Vorteil, da man bei Mercedes dieses Jahr mit so vielen Problemen konfrontiert war, auf welche die Konkurrenz erst in Zukunft noch stoßen könnte, womit man einen Erfahrungsvorteil hat.

"Die Schwierigkeiten, die wir zu Beginn dieses Jahres hatten, werden sich im nächsten Jahr auszahlen, weil andere Teams diese Probleme nicht hatten und sie später im Entwicklungsprozess in diese Fallen tappen könnten. Wir haben auf jeden Fall viel Grund, optimistisch zu sein", erklärt Russell.

Motorsport-Total.com

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