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Hülkenberg 2023 statt Schumacher bei Haas? 2023 könnte Nico Hülkenbergs letzte Chance auf ein Stammcockpit sein
Motorsport Images

Hülkenberg statt Schumacher: Was ist dran an den Gerüchten?

Günther Steiner bestätigt, dass Nico Hülkenberg auf der Liste möglicher Fahrer für die Saison 2023 steht, sollte Haas Mick Schumachers Vertrag nicht verlängern

Selbst wenn Mick Schumacher sein Cockpit im Haas-Team verlieren sollte, könnte 2023 weiterhin ein deutscher Fahrer in der Formel 1 am Start sein. Denn laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' steht Nico Hülkenberg sowohl bei Haas als auch bei Alpine auf der Liste möglicher Kandidaten für den jeweils noch freien Platz im Team.

Haas-Teamchef Günther Steiner bestätigt grundsätzliches Interesse: "Jeder, der eine Superlizenz hat, steht auf der Liste", sagt er gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Nico ist ein Kandidat wie alle anderen, denn er hat eine Superlizenz, er ist schon Formel 1 gefahren und er hat Erfahrung."

Von den Piloten, die aktuell Grand-Prix-Cockpits haben und die man sich als Teamchef wünschen würde, sei derzeit keiner verfügbar, deutet Steiner an. Das könnte so verstanden werden, dass der scheidende McLaren-Fahrer Daniel Ricciardo keine Möglichkeit für 2023 ist. "Wir müssen sehen, was die beste Entscheidung für uns ist", meint Steiner.

Der Südtiroler hat die Qual der Wahl: Schumacher drängt sich seit einigen Rennen mit starken und immer konstanter werdenden Leistungen auf. Antonio Giovinazzi gilt als Wunschkandidat von Motorenlieferant Ferrari. Nur: Ferrari kann laut Steiner Fahrer empfehlen, hat aber kein aktives Mitspracherecht.

Giovinazzi: Kann sich Ferrari durchsetzen?

Giovinazzi lieferte im ersten Freien Training in Monza eine Bewährungsprobe ab, als er ungefähr gleich viele Runden wie Kevin Magnussen fuhr und letztendlich nur um 0,311 Sekunden langsamer war als der routinierte Däne, trotz eines Fehlers auf seiner schnellsten Runde.

Davor hatte sich der Italiener in einem 2021er-Ferrari in Fiorano auf den Einsatz in Monza vorbereitet. Ein weiteres Mal wird er 2022 noch im Haas sitzen, und zwar im ersten Freien Training zum Grand Prix der USA in Austin am 21. Oktober. Gut möglich, dass Haas bis dahin mit der Fahrerentscheidung zuwartet.

Über Giovinazzis Trainingseinsätze werde "zu viel nachgedacht", relativiert Steiner: "Ferrari hat uns gefragt, ob wir ihren Ersatzfahrer einsetzen können. Es ist nicht so, dass wir ihn testen mussten und jetzt eine Entscheidung treffen müssen. Er hat seine Sache gut gemacht, ist ja noch nie mit einem Auto nach den neuen Regeln gefahren. Er war sofort schnell. Das ist ein gutes Zeichen."

Haas: Man kann sich Zeit lassen

Die Fahrer, die sonst zur Wahl stehen, laufen Haas nicht weg. Schumacher soll zwar bei Alpine einer von mehreren Kandidaten sein, doch mit Pierre Gasly und Jack Doohan gelten dort andere als Favoriten. Gleiches gilt für Hülkenberg. Giovinazzi hat nur Haas oder nichts. Und Haas-Testfahrer Pietro Fittipaldi, dessen Chancen als sehr gering eingeschätzt werden, sowieso.

Auf dem Markt treiben sich viele andere Fahrer rum, die nach einem Job suchen - etwa Nyck de Vries, Red-Bull-Junior Liam Lawson, Williams-Junior Logan Sargeant oder auch Colton Herta, falls das mit der Superlizenz irgendwie doch noch klappen sollte. Doch mit Haas werden diese Fahrer bisher nicht in Verbindung gebracht.

Als die Formel 1 im August in die Sommerpause ging, schien die Entscheidung, dass Schumachers Vertrag nicht verlängert wird, zum Greifen nah. Doch dann überzeugte der 23-Jährige plötzlich auf der Rennstrecke, sodass Gene Haas zwar wie geplant nach Zandvoort und Monza kam, dort aber noch keine Entscheidung getroffen wurde. Man nehme sich jetzt mehr Zeit, hieß es.

Selbst wenn Schumacher vor die Tür gesetzt werden sollte: Laut verschiedenen Medienberichten ist ausgerechnet sein Landsmann Hülkenberg Favorit auf die Nachfolge. Hülkenberg gelte als "Favorit auf den Sitz", schreibt etwa 'auto motor und sport', für 'ESPN' ist er ein "front-running candidate", und 'Autosport' sieht ihn als "serious contender to replace Mick Schumacher".

Warum Hülkenberg Sinn ergibt

Laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' ergibt das Sinn: Hülkenberg und Steiner haben in der Vergangenheit schon mal über eine Zusammenarbeit gesprochen, die damals nicht zustande kam. Steiner schätzt die direkte und gelassene Art des 35-Jährigen, und der Medienhype um Mick Schumacher soll ihn und Gene Haas phasenweise nerven, hört man.

Dazu kommt: Einer der wichtigsten Sponsoren des Haas-Teams, der Telekommunikationsanbieter 1&1, kommt aus Deutschland. 1&1 würde es eher nicht goutieren, sollte Haas nicht länger mit Schumacher zusammenarbeiten. Vielleicht ist das aber anders, wenn Steiner als Ersatzmann einen anderen deutschen Fahrer für die Werbung auf dem Heimatmarkt präsentieren kann.

Hülkenberg selbst hält sich zu den Spekulationen in den Medien bedeckt. Weder er noch sein Umfeld lassen Informationen durchsickern. Klar ist aber: Der Deutsche hat Lust, es noch einmal zu probieren in der Formel 1. Und er wäre körperlich dafür fit. Vielleicht kein Zufall, dass er auf Instagram erst kürzlich ein Video gepostet hat, das ihn beim Fitnesstraining zeigt ...

Motorsport-Total.com

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