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Max Verstappen ist sauer Max Verstappen spricht nach wie vor nicht drüber, was vor Brasilien passiert ist
Motorsport Images

Max Verstappen: So viel verrät er über die Aussprache unter acht Augen

Die "Omerta" hält: Max Verstappen spricht nicht über den Zwischenfall, der ihn so verärgert hat, dafür aber über die teaminterne Aussprache nach Brasilien

Max Verstappen ist sauer. Dass es nach der Teamorderaffäre in Brasilien so ausgesehen hat, als wäre er der Bösewicht in der Geschichte, der auf die Interessen seines treuen "Wingman" Sergio Perez pfeift und, ganz der Egoist, sogar Befehle seines Red-Bull-Teams verweigert, das ist nämlich nur ein kleiner Teil der Wahrheit. Aber genau dafür wird der 25-Jährige aus manchen Ecken scharf kritisiert.

Vor allem die Trolle auf Social Media, die nicht nur ihn selbst, sondern auch seine Familie unter der Gürtellinie attackieren, gehen Verstappen nahe: "Wenn dir deine Schwester schreibt, dass es jetzt langsam viel zu viel wird und dass du deswegen was unternehmen sollst, dann reicht's. Ja, das geht mir nahe. Ich lasse nicht zu, dass meine Familie attackiert wird."

"Sie haben meine Schwester und meine Mutter bedroht, meine Freundin, meinen Vater. Für mich geht das deutlich zu weit", ärgert sich Verstappen. "Die Leute kennen ja nicht einmal die Fakten, was wirklich passiert ist. Das muss definitiv aufhören. Wenn jemand ein Problem mit mir hat, okay. Aber lasst meine Familie in Ruhe! Das ist wirklich inakzeptabel."

Der zweimalige Weltmeister macht keinen Hehl daraus, generell kein Freund von Social Media zu sein, obwohl er, anders als etwa Sebastian Vettel, sehr wohl eine offizielle Präsenz etwa auf Instagram (9,4 Millionen Follower), Twitter (3,1 Millionen) und Facebook (2,5 Millionen) betreibt.

Verstappen: Mache Social Media nicht selbst

Aber Verstappen sagt nach der jüngsten Aufregung nach dem Grand Prix von Sao Paulo: "Ich finde, Social Media hat mehr Nach- als Vorteile." Und er verrät auf Nachfrage, ob er seine Accounts nicht einfach löschen könnte: "Ich kümmere mich um die Social-Media-Sachen ohnehin nicht selbst. Vielleicht ist das ganz gut so."

Wenn das stimmt, war es offenbar auch nicht er selbst, der Sergio Perez kürzlich auf Instagram entfolgt ist. Der Haussegen bei Red Bull hing nach Brasilien, das konnte jeder sehen, gewaltig schief. Doch danach soll es eine Aussprache unter acht Augen gegeben haben: Verstappen, Perez, Teamchef Christian Horner und Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko.

Was bei der Aussprache geklärt wurde

Dabei hat man sich, so wird es zumindest berichtet, darauf verständigt, dass man einander ja nicht leidenschaftlich lieben muss, aber es im Interesse aller Beteiligten wäre, einander zumindest zu helfen. Das gilt auch für eine mögliche Teamorder pro Perez in Abu Dhabi. Verstappen versichert: "Wenn ich in irgendeiner Form helfen kann, dann werde ich das tun."

"Ich habe überhaupt kein Problem mit 'Checo'", unterstreicht er. "Wir haben nach Brasilien über alles geredet. Das war sehr wichtig für uns. Das Ergebnis ist, dass wir jetzt wieder normal Vollgas geben können. Und dass wir versuchen werden, Erster und Zweiter in der Weltmeisterschaft zu werden."

Red Bulls "Omerta" hält: Worum geht's da wirklich?

Eins hat sich auch am Donnerstag in Abu Dhabi nicht geändert: Sowohl zuerst in der FIA-Pressekonferenz als auch später bei einem Termin mit niederländischen Journalisten, bei dem Motorsport Network anwesend war, schwieg Verstappen beharrlich über den Grund, warum er die Teamorder in Brasilien verweigert hat.

Er wolle das nicht verraten, stellt er am Donnerstagabend klar. Also Nachfrage: Kannst du wenigstens so viel sagen, ob Perez und du inzwischen gleicher Meinung seid, was den ominösen Zwischenfall, über den ihr nicht redet, betrifft? Verstappen nickt: "Ja. Letzten Endes stehen wir alle auf der gleichen Seite."

Im Vergleich zu Abu Dhabi 2021, wo Perez wie ein Löwe für seinen WM-Titel gekämpft hat ("Checo ist a Legend!"), habe sich "nichts" verändert, unterstreicht Verstappen. Immerhin gibt er aber zu: "Manche mussten ein bisschen einen Kompromiss eingehen. Wir schienen nicht von Anfang an alle gleicher Meinung zu sein."

Nach der teaminternen Viereraussprache gab Red Bull am Donnerstagmorgen ein offizielles Statement heraus. "Zuerst", sagt Verstappen, "war viel Adrenalin mit im Spiel. Es war ja gleich nach dem Rennen. Aber dann lässt du ein paar Tage vergehen, denkst viel nach - auch ich selbst - und kommst zu einem Urteil. Daher dieses Statement von uns."

Verstappen: "Habe ja auch nichts falsch gemacht"

In dem Statement steht unter anderem, dass das Team Verstappens Position akzeptiere. Also ein Pro-Verstappen-Statement? "Ich habe ja auch nichts falsch gemacht", wundert sich der Niederländer über die Frage. "Alle glauben, ich hätte was falsch gemacht. Dabei habe ich immer zum Ausdruck gebracht, was in mir vorgeht und warum ich es nicht tun würde."

Darüber hätte man, räumt Verstappen ein, im Nachhinein betrachtet wohl "viel früher" sprechen sollen. Was impliziert, dass der Zwischenfall, der die ganze Unruhe ausgelöst hat, schon eine ganze Weile in der Vergangenheit liegen muss. Zur Erinnerung: "Monacogate", sollte es das gewesen sein, war am 28. Mai - also vor fast einem halben Jahr.

Motorsport-Total.com

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