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Williams zeigt Lackierung für 2024 Beim Design erinnert der Williams FW46 ziemlich an seinen Vorgänger
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Williams zeigt Lackierung für 2024: Kann auch der FW46 wieder überraschen?

Williams setzt 2024 bei den Fahrern und an der Spitze auf Konstanz - Warum es für das Traditionsteam aber trotzdem nur eine weitere Übergangssaison wird

Als drittes Team nach McLaren und Haas hat Williams am Montag in New York die neuen Farben für die Formel-1-Saison 2024 präsentiert. Allerdings zeigte Williams dabei, wie auch zuvor McLaren, nicht das echte neue Auto. Es wurde lediglich das Design vorgestellt.

An der Farbgebung ändert sich dabei im Vergleich zur Vorsaison nicht viel. Erneut ist Blau, in verschiedenen Abstufungen, die dominierende Farbe, dazu befinden sich auch wieder viele schwarze Elemente am Auto.

Bei der Vorstellung gab es übrigens eine kleine Panne, denn bereits wenige Minuten vor dem "Season Launch", wie die Veranstaltung in New York offiziell genannt wird, tauchten Renderbilder des Autos vor der eigentlichen Enthüllung in den sozialen Medien auf.

Sportlich überraschte Williams in der vergangenen Saison mit dem siebten WM-Platz, den man vor allem Alexander Albon zu verdanken hatte. Der ehemalige Red-Bull-Pilot steuerte 27 der insgesamt 28 WM-Punkte bei.

Neuer Williams "ganz anders" als sein Vorgänger

Albon, der 2024 in seine dritte Williams-Saison geht, erklärt: "Im ersten Jahr geht es eher darum, das Team und das Auto kennenzulernen." 2023 habe er das Team bereits deutlich besser gekannt und zudem "etwas mehr Selbstvertrauen" und "mehr Erfahrung" gehabt.

2024 hofft er auf einen weiteren Schritt und erklärt: "Es gibt immer Möglichkeiten, sich zu verbessern." Teamkollege Logan Sargeant kam in seiner ersten Formel-1-Saison lediglich auf einen Zähler. Trotzdem darf der US-Amerikaner auch 2024 wieder an der Seite von Albon an den Start gehen, die Fahrerpaarung bleibt also unverändert.

Sargeant erklärt, dass es für ihn in der neuen Saison ein "großer Vorteil" sei, jetzt eine "Referenz" auf allen Strecken zu haben. Zudem setzt er darauf, dass der Williams 2024 etwas leichter zu fahren sein wird, denn das war im Vorjahr eine der Schwächen des FW45.

"Dieses Auto wird ganz anders als im vergangenen Jahr sein", kündigt er an und erklärt: "Man wird den Fahrstil ändern müssen. Aber damit haben wir im Simulator bereits begonnen. Es fühlt sich an, dass es ein Auto ist, das schöner zu fahren ist."

Er müsse sich "so schnell wie möglich" an das neue Auto anpassen, erklärt er und verrät, sein persönliches Ziel sei es, 2024 in seiner zweiten Formel-1-Saison "konstanter" zu sein, "einen Schritt nach vorne" zu machen und das Maximum aus dem Auto herauszuholen.

Fortschritte im ganzen Feld: Wo steht Williams 2024?

Ein konkretes Ziel im Hinblick auf die WM will er aber ebenso wenig wie sein Teamkollege ausgeben. Albon erklärt: "Schauen wir mal, wie wir im Vergleich zu allen anderen dastehen. Aber wir haben auf jeden Fall einen guten Job gemacht."

Allerdings: "Ich habe das Gefühl, dass alle Teams [2024] einen großen Schritt machen werden", betont er. Daher werde man "nicht sicher wissen", wo man in der Hackordnung stehe, "bevor wie in Bahrain auf die Strecke gehen", so Albon.

"Wir haben einige tolle Fahrer im Simulator, die hinter den Kulissen eine Menge Arbeit machen", lobt Albon und erklärt, es sei "faszinierend" gewesen, den Fortschritt des neuen Autos zu beobachten. Der FW46 ist das erste Williams-Auto, das komplett unter James Vowles entwickelt wurde.

Der Teamchef geht 2024 in seine zweite Saison in Grove und betont: "Wir wollen auf dem Schwung der vergangenen Saison aufbauen und haben mit Alex und Logan eine Fahrerpaarung, die in der Lage ist, konstant um Punkte zu kämpfen und gleichzeitig unsere Entwicklung für die Zukunft zu unterstützen."

Vowles verfolgt vor allem langfristige Ziele mit Williams

Das technische Team befindet sich derweil noch immer im Umbruch. Erst im vergangenen November trat Pat Fry seine neue Position als Technikchef an. Sein Ziel ist es, Williams in den kommenden Jahren wieder zu einem Spitzenteam zu machen.

Im November erklärte der Neuzugang: "In zwei bis vier Jahren müssen wir in den Kampf eingreifen und unter die ersten drei kommen. Das ist eine schwierige Aufgabe, wenn man von dort ausgeht, wo wir jetzt stehen. Aber ich denke, es ist alles möglich."

Auch Teamchef Vowles hat immer wieder betont, dass er bei Williams vor allem langfristige Ziele verfolgt. Er macht kein Geheimnis daraus, dass er 2024 vor allem als Übergangssaison und den neuen FW46 damit als Übergangsauto sieht.

Im Podcast High Performance verriet er kürzlich, was er dem Team bei seinem Amtsantritt mitteilte: "[20]23, [20]24 und [20]25 sind mir egal. Hört sich seltsam an, oder? Aber [diese Jahre] interessieren mich nicht. [...] [20]23 und [20]24 sind mir egal. Wir können Letzter werden."

Ihm gehe es in diesen Saisons in erster Linie darum, zu lernen und eine neue Richtung einzuschlagen. Folglich sollte man 2024 von Williams keine Wunder erwarten. Doch auch 2023 hätten dem Traditionsteam vor der Saison wohl nicht viele den siebten WM-Platz zugetraut.

Williams will "Grundlagen für die Zukunft schaffen"

Im Rahmen der Präsentation betont Vowles: "Seit ich vor einem Jahr zu Williams gekommen bin, habe ich gesehen, wie dieses Team an einem Strang gezogen hat, um eine Reihe von Herausforderungen zu meistern und den siebten Platz in der Konstrukteursmeisterschaft zu erringen, was für alle Beteiligten sehr wichtig war."

"Wir haben der Welt auch gezeigt, dass wir die Grundlagen für die Zukunft schaffen", lobt er und erklärt, er sei "wirklich stolz" auf sein Team. Gleichzeitig stellt er aber auch noch einmal klar: "Der siebte Platz [in der WM] bedeutet mir nicht übermäßig viel."

"Wir haben einen guten Job gemacht - keinen großartigen, aber einen guten", so Vowles, der erklärt, dass man in der Formel 1 nicht innerhalb eines Jahres an die Spitze zurückkehren könne. "Das ist einfach nicht möglich. Aber wir werden es schaffen", erklärt er kämpferisch.

Vowles kündigt zudem an: "Wir werden das Team sowohl auf als auch neben der Strecke weiter stärken, indem wir unsere Infrastruktur verbessern, in unsere Mitarbeiter investieren und fantastische neue Partner wie Komatsu gewinnen."

Der japanische Konzern befindet sich als Sponsor in dieser Jahr unter anderem neu auf den Seitenkästen, dem Heckflügel und auch der Nase. Das echte Auto wird es dann erstmals am 20. Februar bei einem Filmtag in Bahrain zu sehen geben.

Motorsport-Total.com

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