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"Unprofessionell und respektlos" Max Verstappen zeigte sich nach Oscar Piastris Sieg eher genervt auf dem Podium
LAT Images

"Unprofessionell und respektlos": Verstappen ein schlechter Verlierer?

Johnny Herbert legt mal wieder gegen Max Verstappen nach: Welches Verhalten er kritisiert und warum dessen Strafe nicht ungerecht, sondern sogar noch zu milde war

Ist das schon Vendetta oder noch eine fundierte Expertenmeinung? So oder so: Johnny Herbert hat nach dem Großen Preis von Saudi-Arabien - mal wieder - gegen Max Verstappen nachgelegt: Besonders in der Kritik steht dabei das Verhalten des Weltmeisters im Anschluss an seinen zweiten Platz in Dschidda, in dessen Folge er sich laut Herbert als schlechter Verlierer präsentierte:

"Ich habe gesehen, wie Max Verstappen auf dem Podium den Champagner trank, ohne dabei wirklich mit Oscar oder Charles zu feiern. Es wirkt einfach unprofessionell und respektlos - gerade von einem viermaligen Weltmeister", sagt Herbert. In Bezug auf Verstappen fordert er: "Man muss auch mal in der Niederlage Größe zeigen können."

Klar ist nach der neuerlichen Kritik auf jeden Fall: Herbert und Verstappen werden wohl keine Freunde mehr! Vorausgegangen war in der Vergangenheit bereits der ein oder andere verbale Schlagabtausch beider Protagonisten: So hatte Verstappen vergangenes Jahr Herberts Nebenverdienste durch regelmäßige Experteninterviews mit Casinoplattformen kritisiert, der Brite verlor daraufhin tatsächlich seinen Job als FIA-Kommissar.

Herbert übt Kritik: "Das gilt auch für Christian Horner"

Im genau so einem Interview, mit Beste Online Casino Nederland, legt Herbert nun in Bezug auf Verstappen und dessen viel diskutiertes Manöver am Start in Saudi-Arabien nach: "Ich verstehe nicht, wie man argumentieren kann, dass die Strafe ungerecht war. Wer das behauptet, ist vermutlich noch nie in einem Rennwagen gesessen - und ganz sicher nicht in einem Formel-1-Auto", poltert Herbert.

"Diese Leute haben schlicht keine Vorstellung davon, worum es geht. Das gilt auch für Christian Horner", kritisiert Herbert: "Ich weiß, er ist Teamchef und will das Beste für Red Bull. Aber manchmal muss man einfach eingestehen, dass man im Unrecht ist - und den Platz zurückgeben. Die meisten Fahrer wissen auch ganz genau, wann sie das tun sollten", sagt der Ex-Formel-1-Pilot.

Dabei nennt er Mercedes-Rookie Kimi Antonelli als Beispiel, der es nach einem vergleichbaren Manöver gegen Charles Leclerc in der ersten Kurve exakt so handhabte - anders als Verstappen: "Der Zwischenfall zwischen Max Verstappen und Oscar Piastri in Kurve eins war klar strafwürdig", urteilt der ehemalige Rennsteward - und stellt klar: "Wir sprechen hier von den besten Fahrern der Welt: Sie verfügen über exzellentes Urteilsvermögen und ein ausgeprägtes Bewusstsein für ihre Umgebung."

Neuer Gegner für Verstappen: Piastri "mental ebenbürtig"

Deswegen stört sich Herbert auch am Strafmaß von nur fünf Sekunden. Die FIA ließ im konkreten Fall Milde walten, weil es sich um die Startphase handelte: "Wenn man in Kurve eins überholt, dabei aber komplett von der Strecke abkommt, ist das normalerweise eine Zeitstrafe von zehn Sekunden. Dass es nur fünf Sekunden waren, gefällt mir nicht - besonders, wenn man wie Verstappen dadurch die Führung übernimmt", sagt Herbert.

Grund: "Diese fünf Sekunden kann man leicht wieder herausfahren, wie es auch schon öfter geschehen ist. Wenn man also die Position behält und die Strafe trotzdem kompensieren kann - wozu gibt es dann überhaupt eine Strafe?", fragt der ehemalige Formel-1-Pilot - und sieht sich in seiner Meinung auch durch das Verhalten des Teams bestätigt: "Red Bull hat auf eine riskante Strategie gesetzt: Vorne bleiben, freie Fahrt haben und die fünf Sekunden irgendwie kompensieren."

Herbert glaubt: "Mit dem dominanten Auto von vor zwei, drei Jahren hätte das wohl auch funktioniert. Doch diesmal konnten McLaren und Piastri mithalten." Trotzdem findet der Brite: "Es sollte in solchen Fällen immer die Standardstrafe von zehn Sekunden geben. Regeln müssen konstant angewandt werden, wenn man da anfängt zu variieren, öffnet man der Willkür Tür und Tor. Schließlich wissen diese Fahrer ganz genau, wo sie bremsen und beschleunigen müssen. Verstappen hat sich einen Vorteil verschafft: Punkt."

Dass der Niederländer indes mal wieder an den Rand des Erlaubten und darüber hinaus gehen musste, sieht Herbert auch im Erstarken eines neuen, gefährlichen Gegners begründet: "Oscar Piastri hat gezeigt, dass er Max Verstappen taktisch überlisten kann. Seine mentale Stärke, seine Geschwindigkeit, seine Konstanz und sein Rennverständnis waren diese Saison bisher äußerst beeindruckend", lobt Herbert: "Er präsentiert sich hervorragend, bleibt ruhig am Funk, auch in hitzigen Momenten."

Fazit Herbert: "Piastri tut genau das, was nötig ist, um dieses Jahr Weltmeister zu werden. Mental ist er Verstappen ebenbürtig." Anders als Teamkollege Lando Norris, der laut seinem Landsmann "leider zu viele Fehler macht": Fehler, "die seine Titelchancen ernsthaft gefährden könnten", weshalb Herbert mit Blick auf die WM auch glaubt: "Es sieht ganz danach aus, als würde sich McLaren nun zunehmend auf Piastri fokussieren." Damit dieser Verstappen noch öfter zur Weißglut treibt...

Motorsport-Total.com

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