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Adrian Newey über Upgrade & Alonso-Verbleib Adrian Newey hat mit Aston Martin eine schwierige Zeit
LAT Images

Aston-Martin-Upgrade in Ungarn wird "ein großer Schritt"

Adrian Newey hofft auf einen Verbleib von Fernando Alonso bei Aston Martin - doch dafür müsse ihm der richtige Weg aufgezeigt werden. Am besten mit dem Upgrade, das in Ungarn eingesetzt wird und ein "großer Schritt" sein soll...

Das Formel-1-Rennen von Österreich hat die bittere Realität von Aston Martin aufgezeigt. Fast drei Sekunden fehlten dem Rennstall in Q1 auf die Spitze - und das auf einer der kürzesten Runden des Jahres. Noch übler: Selbst auf Neuling Cadillac fehlte Fernando Alonso eine komplette Sekunde. Die Amerikaner ziehen Aston Martin davon.

Aber: Das ist auch auf die Entwicklungsstrategie zurückzuführen: Cadillac hatte ein umfangreiches Paket mit zehn angegebenen Upgrades im Gepäck, Aston Martin hatte: nichts. Neben Williams war man das einzige Team, das in den zwei Wochen seit Barcelona keine Neuerungen für das Auto gebracht hatte.

Bei Aston Martin baut man auf ein großes Upgrade, das zum Rennen in Ungarn vor der Sommerpause kommen soll, anstatt zu jedem Rennen kleinere Verbesserungen zu bringen. Das wirkt sich natürlich negativ auf die aktuelle Pace aus. "Das war eine schmerzhafte Entscheidung", muss Designer Adrian Newey zugeben.

"Während die anderen Performance nachgelegt haben, standen wir im Verhältnis dazu praktisch still", sagt der Engländer bei AstonMartinF1.com. "Dadurch kann sich jedes Wochenende noch schmerzhafter anfühlen als das vorherige."

Das wurde in Österreich ersichtlich, wo Fernando Alonso und Lance Stroll wieder einmal chancenlos waren. Stroll musste das Rennen aufgrund eines ERS-Problems wieder einmal vorzeitig aufgeben, Alonso kam als 18. und abgeschlagener Letzter ins Ziel, drei Runden hinter dem Sieger.

Das steckt im neuen Upgrade

Doch für Newey ist der vorübergehende Verzicht auf Upgrades "die richtige Entscheidung" und "die richtige Investition in unsere Zukunft", wie er sagt. "Unsere Partner verstehen, dass dies eine notwendige Durststrecke ist, durch die wir ehrlicherweise einfach durchmüssen, um am Ende stärker dazustehen."

"Wir wollen in der zweiten Saisonhälfte einen ordentlichen Schritt nach vorne machen und einen noch viel größeren für das nächste Jahr", so Newey.

Das Augenmerk liegt auf einem großen Upgrade, das in Ungarn an beiden Autos eingeführt werden soll - im letzten Rennen vor der Sommerpause.

Newey erklärt, was sich am Auto alles ändern wird: "Die Vorderradaufhängung ist unverändert, die Hinterradaufhängung wurde leicht modifiziert. Wir haben eine neue Nase entwickelt und die aerodynamischen Oberflächen grundlegend überarbeitet", zählt er auf.

"Auch wenn die Kernstruktur also ähnlich bleibt, handelt es sich um ein großes Aerodynamik-Paket, gepaart mit einer deutlichen Gewichtsreduktion. Das Ziel ist es, sehr nah an das Gewichtslimit heranzukommen", so der Designer. Dafür werden auch eine neue Homologation und ein neuer Crashtest des vorderen Chassisteils notwendig.

Warum sich Newey mit Prognosen noch zurückhält

Newey selbst erwartet laut eigener Aussage "einen großen Schritt", will sich mit konkreten Zahlen aber zurückhalten. Denn: "Unsere Simulationswerkzeuge sind einfach noch nicht so hochentwickelt und die Daten noch nicht so präzise mit der Realität abgeglichen, wie es sein müsste."

Er kritisiert: "In der Vergangenheit wurde bei diesem Team schlichtweg zu wenig in technische Simulationswerkzeuge investiert - und damit meine ich nicht nur Projektmanagementsysteme, sondern die grundlegenden physikalischen Tools an sich."

"Diese Investitionen holen wir jetzt nach, aber man schreibt und validiert solche Programme nicht über Nacht. Es braucht Zeit, sie exakt auf das reale Auto abzustimmen", so Newey. "Momentan verbessern sie sich zwar, aber der echte Ertrag aus dieser Arbeit wird sich erst später im Jahr zeigen."

Newey: Wenn das Update zündet, bleibt Alonso hoffentlich noch

Im Sommer wollte Fernando Alonso entscheiden, ob er auch über die Formel-1-Saison 2026 hinaus bei Aston Martin bleiben wird. Der Spanier hatte bei seinem Wechsel große Hoffnungen in das Team gesetzt, das mit Adrian Newey und dem neuen Reglement auch ein vielversprechender Ort zu sein schien. Bislang ist die Saison für den Rennstall allerdings ein einziger Albtraum.

Daher wird natürlich auch darüber spekuliert, ob sich Alonso mit seinen bald 45 Jahren das noch weiter antun möchte, doch Designer Adrian Newey hofft, dass das große Upgrade, das für das Ungarn-Wochenende vor der Sommerpause geplant ist, den zweimaligen Weltmeister zum Bleiben überreden kann.

"Fernando freut sich wirklich auf das Upgrade, und wenn es funktioniert, hoffen wir, dass er eine weitere Saison im Cockpit sitzen wird", sagt Newey bei AstonMartinF1.com.

Newey: Alonso "enormer Gewinn" für das Team

Im Team selbst gibt es an den Leistungen von Alonso jedenfalls keine Zweifel: "Angesichts seiner Erfahrung, seines Gefühls für das Auto und seiner Fähigkeit, die Richtung bei der Entwicklung vorzugeben, ist er ein enormer Gewinn für uns", betont Newey.

"Aber er will klare, spürbare Fortschritte sehen", weiß er und sagt, dass das Upgrade für Alonso "sehr wichtig" sei. "Wenn wir zeigen können, dass wir uns entschlossen in die richtige Richtung bewegen, steht er voll und ganz dahinter, weiterhin im Cockpit zu sitzen."

Newey betont, dass er mit Alonso und auch mit Lance Stroll "viele Gespräche" darüber geführt habe, wo das Team aktuell steht und wo die Reise hingeht. Ihm ist klar, dass beide Fahrer angesichts der aktuellen Chancenlosigkeit frustriert sind - und dass beide das auch in die Medien getragen haben, ist für ihn verständlich. "Sie sind absolute Wettkampftypen. Sie wollen an der Spitze mitkämpfen."

2027 will Aston Martin viel früher dran sein

Trotz des geplanten Ungarn-Upgrades scheint die Saison 2026 für Aston Martin nicht mehr zu retten zu sein. Die Frage ist, wie viel Boden kann man im Hinblick auf 2027 gutmachen? Die Arbeiten daran laufen natürlich auch bereits, und Newey hofft, dass man im kommenden Jahr nicht wieder hinter dem Zeitplan liegen wird.

"Im Moment geht es um die großen architektonischen Entscheidungen: Wo platzieren wir den Motor innerhalb des Radstands, wie positionieren wir das Chassis und die grundlegenden Weichenstellungen, die Komponenten mit sehr langen Vorlaufzeiten betreffen", sagt er über den aktuellen Stand.

"Wir schauen uns Konzepte für die Vorder- und Hinterradaufhängung an, die Form des Getriebes - all die Dinge, die einen großen Einfluss auf die Aerodynamik haben."

"Ein Hauptziel ist es, das '27er-Auto viel früher im Prozess für die Produktion freizugeben, damit wir nicht alle unter denselben Druck setzen, den wir in diesem Jahr hatten", sagt Newey. "Das sollte es uns ermöglichen, Gewicht, Steifigkeit und Details weitaus effektiver zu optimieren."

Motorsport-Total.com

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