F1-Sprint Zandvoort | 22.08.2026
Russell gewinnt vor Leclerc und Norris
Der Regen kam um ein paar Minuten zu spät: George Russell erobert acht Punkte für die Formel-1-WM, Nico Hülkenberg scheidet mit Defekt aus
George Russell hat den F1-Sprint in Zandvoort gewonnen. Nach der Sprint-Pole am Freitag lieferte der Mercedes-Pilot auch am Samstagmittag eine souveräne Leistung ab und gewann das 24 Runden lange Rennen vor Charles Leclerc (Ferrari) und Lando Norris (McLaren) - und sicherte sich damit acht Punkte für die Formel-1-WM 2026.
Während Russell an der Spitze ein relativ unspektakuläres Rennen fuhr, lieferten sich Norris und Leclerc bis in Runde 18 einen Kampf um Platz 2. Letztendlich konnte Norris seine Pace nicht ganz halten, und so musste er am Ende froh sein, zumindest Platz 3 ins Ziel zu bringen.
WM-Leader Kimi Antonelli gewann am Start eine Position gegen Oscar Piastri (McLaren) und lag damit auf Platz 4. Am Ende übte er Druck auf Norris aus, stellte aber - wohl auch angesichts seiner WM-Situation - keine unüberlegten Dummheiten mehr an.
Max Verstappen (Red Bull) wurde mit 10,5 Sekunden Rückstand auf Russell Sechster, vor Lewis Hamilton (Ferrari) und Pierre Gasly (Alpine). Damit waren die Top 8, für die es im F1-Sprint Punkte gab, belegt.
Liam Lawson, bei Red Bull Ersatzmann für den beim Fitness-Boxen verletzten Isack Hadjar, wurde Elfter. Yuki Tsunoda, in Lawsons Cockpit bei den Racing Bulls aufgerückt, wurde 13.
Interessante Randnotiz: Als Russell als Sieger über die Ziellinie fuhr, setzte plötzlich Regen ein. Es sei "eine haarige letzte Runde" gewesen, funkte Russell in seiner Auslaufrunde. "Das hätten wir zehn Minuten früher gebraucht, dann wäre das echt unterhaltsam geworden", sagte ServusTV-Kommentator Andreas Gröbl während der Live-Übertragung.
Start auf Soft: War das wirklich ein Vorteil?
Im Spitzenfeld gab es nur einen Fahrer, der auf den weichen Softreifen startete. Leclerc konnte diesen theoretischen Vorteil in der ersten Runde aber nicht nutzen und blieb Dritter. Russell (Medium) erwischte einen blitzsauberen Start, behauptete die Führung souverän und kam mit 1,1 Sekunden Vorsprung auf Norris aus der ersten Runde zurück.
WM-Leader Antonelli schob sich in Runde 1 an Piastri vorbei und war damit Vierter, und Lokalmatador Verstappen nistete sich auf Platz 6 ein. Was der Begeisterung auf den Rängen in Zandvoort keinen Abbruch tat.
"Der Einzige, der vielleicht einen Platz gutmachen kann, ist Kimi gegen Leclerc. Weil Leclercs Reifen am Ende abbauen könnte", sagte Formel-1-Experte Mathias Lauda im Live-Kommentar bei ServusTV. "Aber sonst glaube ich nicht, dass sich groß was ändern wird." Denn auf der verwinkelten Strecke in Zandvoort gilt Überholen als besonders schwierig.
Wie entwickelte sich das Rennen nach dem Start?
Zunächst blieb das Feld aber dicht beisammen. In Runde 7 lagen die Top 7 innerhalb von acht Sekunden. Norris konnte den Druck auf Russell einigermaßen aufrechterhalten und den Abstand bei einer Sekunde stabilisieren. Und dahinter war Antonelli in den ersten Runden so nahe an Leclerc dran, dass klar war, dass Laudas Prognose zutreffend sein könnte. Piastri auf Platz 5 musste hingegen früh abreißen lassen und hatte in Runde 9 schon 2,9 Sekunden Rückstand auf Antonelli.
Es waren zehn Runden gefahren, als Norris funkte: "Ich habe kein Heck mehr." Just in einer Phase, in der Leclerc in seinem Rückspiegel etwas größer wurde - obwohl der Medium am McLaren zumindest der Papierform nach eigentlich langsamer abbauen hätte sollen als der Soft am Ferrari. Eine Phase, die Russell nutzte, um seinen Vorsprung auf 1,7 Sekunden auszubauen (Runde 11).
In Runde 18 war es dann so weit: Leclerc saugte sich an Norris heran - und exekutierte das Überholmanöver ohne allzu aggressive Gegenwehr. Norris wirkte jetzt angeschlagen und musste sich direkt damit beschäftigen, Antonelli hinter sich zu halten, dessen Druck ebenfalls größer wurde.
Obwohl in der Schlussphase ein möglicher Regenschauer immer näher rückte (der zu spät kam, um das Rennen noch auf den Kopf zu stellen), gab es in der Schlussphase keine nennenswerten Verschiebungen mehr.
Wo landete Nico Hülkenberg im F1-Sprint?
Für Nico Hülkenberg (Audi) war der Zandvoort-Sprint schon nach nur fünf Runden vorbei. Der Deutsche war gleich in der Anfangsphase zurückgefallen, bis der Funkspruch kam: "Box, um das Auto abzustellen."
Audi erklärte dazu noch während des F1-Sprints: "An Nicos Auto gab es ein Power-Problem, das vom Team noch untersucht wird. Als Konsequenz haben wir uns entschieden, das Auto an die Box zu rufen."
Hülkenberg blieb der einzige Ausfall.

















