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GP von China: Sprint George Russell setzte sich erneut im Kampf mit den Ferraris durch
LAT Images

F1-Sprint China: Russell siegt, Zoff bei Ferrari, Verstappen fehlen die Worte

Während George Russell zum nächsten Sieg fährt, sorgt Ferrari mit seinem teaminternen Duell für Spektakel - Frust bei Max Verstappen

Deja-vu von Australien: Ferrari macht George Russell das Leben in der Anfangsphase richtig schwer, am Ende setzt sich beim Formel-1-Sprint von China aber der Mercedes-Pilot durch, der damit weiterhin bei einer perfekten Punkteausbeute steht.

Hinter dem Briten landeten die beiden Ferraris von Charles Leclerc und Lewis Hamilton nach einem knallharten internen Kampf auf den Plätzen zwei und drei. Andrea Kimi Antonelli (Mercedes) musste sich nach einer abgesessenen 10-Sekunden-Strafe mit Rang fünf hinter Weltmeister Lando Norris (McLaren) begnügen.

Die weiteren Punkte gingen an Oscar Piastri (6./McLaren), Liam Lawson (7./Racing Bulls) und Oliver Bearman (8./Haas). Max Verstappen (Red Bull) landete als Neunter außerhalb der Punkte. Nico Hülkenberg kam nicht ins Ziel und musste seinen Audi in Kurve 1 abstellen, was ein Safety-Car zur Folge hatte.

Das Wichtigste in aller Kürze

Ergebnis: Sprint
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Fotos: Grand Prix von China 2026

War der Start erneut turbulent?

Schon. Wieder einmal wurde das Feld nach dem Start gut durchmischt. Und erneut war es Antonelli, der von Startplatz zwei nicht gut loskam und weit zurückgereicht wurde - wie auch einige andere wie Max Verstappen oder Nico Hülkenberg.

Russell konnte seine Führung zunächst verteidigen, doch Hamilton griff ihn im Mittelsektor mit einem Überraschungsmanöver an und ging in Führung, die sich Russell aber auf der langen Gerade zurückholte, bevor Hamilton in Kurve 1 wieder kontern konnte.

Eine Kollision gab es in Kurve 6, als Antonelli in Hadjar rumpelte und diesen neben die Strecke schickte und dabei auch dessen Auto beschädigte. Dafür bekam der Italiener eine 10-Sekunden-Strafe aufgebrummt.

In Kurve 11 leistete sich Rookie Arvid Lindblad einen Fehler und drehte sich ohne Fremdeinwirkung, woraufhin er ans Ende des Feldes zurückfiel.

Wie lief der Kampf um den Sieg?

Eigentlich wie in Melbourne. Russell lieferte sich über mehrere Runden einen Kampf mit Ferrari. Diesmal war es Lewis Hamilton, der seinem ehemaligen Teamkollegen die Führung mehrfach abnahm. Immer wieder konnte Russell kontern und insbesondere auf der langen Gerade seinen Vorteil ausspielen, bevor Hamilton meist in Kurve 1 zurückschlug.

Überrascht wurde Russell aber von Hamiltons Angriff in der ersten Runde: "Ich habe nach Kurve 6 in den Spiegel geschaut und gesehen, dass ich eine kleine Lücke zu Lewis hatte. Also dachte ich mir: 'Alles klar, ich schone den Reifen ein bisschen und fahre ihn in der ersten Runde nicht direkt kaputt'", schildert Russell

"Und dann hat er mich einfach eiskalt erwischt. Ich weiß nicht, wie es gelaufen wäre, wenn ich in beiden Fällen die erste Runde als Führender hätte beenden können."

Mit der Zeit mischte sich auch Hamiltons Teamkollege Leclerc in den Kampf ein, einen wirklichen Angriff auf Russell wagte der Monegasse aber nicht. Stattdessen konnte sich Russell nach sechs Runden leicht absetzen und die Führung halten - bei Ferrari, insbesondere bei Hamilton, brach der linke Vorderreifen ein.

Als das Safety-Car herauskam, fuhren die Spitzenfahrer in die Box, was Ferrari noch einmal eine Chance eröffnen sollte, doch mit kalten Reifen kam Leclerc, der zu der Zeit auf Rang zwei lag, beim Re-Start schlecht aus der Spitzkehre weg und verlor schon den Anschluss, sodass das Duell im Grunde drei Runden vor dem Ende entschieden war.

Was war bei Ferrari los?

Der Kampf zwischen beiden Ferraris war der Höhepunkt des Sprints in China. Leclerc und Hamilton schenkten sich nichts und kämpften beinhart um die Position hinter George Russell. Dabei wurde es zwischen beiden auch schon einmal zu eng, vor allem in der Schneckenkurve sah es so aus, als würden sich die beiden Roten gleich gegenseitig ins Auto fahren.

Das merkte auch Leclerc an: "Weiß er eigentlich, wie breit die Autos sind, oder nicht?", funkte der Monegasse über Hamilton an sein Team. "Dann kann er sich über Kurve 3 beschweren, das ist okay."

Was lief bei Antonelli schief?

Wie in Australien kam der Youngster schlecht von seinem zweiten Startplatz weg und verlor eine Menge Positionen. Das war aber einem eigenen Fehler geschuldet, wie Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff sagt: "Der Kimi hat vergessen, den richtigen Mode zu betätigen und hatte einfach keinen Boost", erklärt er bei Sky. "Dann kommst du einfach gar nicht weg."

Beim Versuch, wieder Boden gutzumachen, übertrieb es Antonelli in Kurve 6 und touchierte Isack Hadjar, der dabei von der Strecke geschoben wurde. Zudem war zu sehen, wie Teile vom Red Bull wegflogen.

Dafür erhielt Antonelli eine Zeitstrafe von zehn Sekunden, was Wolff für "hart" hält. Antonelli ging nach dem Rennen auch zu Hadjar hin, der noch im Auto saß, doch der Franzose schickte ihn mit einer Handbewegung wieder weg. Wolff ärgert sich: "Unsportlich."

Gab es Ausfälle?

Ja. Lindblad wurde kurz nach Rennhalbzeit angewiesen, seinen Boliden in der Box abzustellen, Gleiches galt kurz darauf für Valtteri Bottas, der von Cadillac ebenfalls zum Abstellen gezwungen wurde.

"Leider hatten wir zur Hälfte des Sprints einen Leistungsverlust", sagt der Finne. "Ich wurde immer weiter nach hinten durchgereicht, bis wir an den Punkt kamen, an dem die Power gar nicht mehr zurückkam. Also mussten wir das Auto abstellen. Jetzt geht es vor allem darum, den Fehler zu finden, ihn zu beheben und es im Qualifying erneut zu versuchen."

Wenig später erwischte es auch Nico Hülkenberg, der mit seinem Audi in Kurve 1 ausrollte und das Safety-Car notwendig machte.

Aber: Immerhin kam Aston Martin mit beiden Autos ins Ziel.

Was änderte die Safety-Car-Phase?

Nicht so viel wie gedacht. Die Topfahrer nutzten die Chance, um sich an der Box frische Reifen zu holen. Für Antonelli war das natürlich auch eine gute Gelegenheit, seine Strafe abzusitzen und unbelastet in die letzte Rennphase zu gehen. Nach seinem Stopp lag er noch vor Oscar Piastri auf Rang sieben.

Hinten im Feld kam es zu einem kurzen Aufreger bei Esteban Ocon (Haas), weil ihm Carlos Sainz (Williams) in Kurve 1 fast ins Heck geknallt wäre, aber gerade noch ausweichen konnte. "Dieser Typ fährt mir die ganze Zeit fast hinten rein", beschwerte sich der Franzose.

Drei Runden vor Schluss gab Bernd Mayländer das Rennen wieder frei. Leclerc bekam aus der Haarnadel-Kurve aber starkes Übersteuern und verlor sofort den Anschluss auf Russell.

Weiter hinten ging Piastri vor dem Überfahren der Ziellinie an Antonelli vorbei, was dieser über Funk anmerkte. Daraufhin ließ Piastri den Mercedes-Piloten wieder überholen.

Am grundlegenden Ergebnis änderte sich allerdings nicht viel. Denn Lawson und Bearman, die nicht in die Box gekommen waren und am Ende in die Punkte fahren konnten, lagen auch vor dem Safety-Car als erste Verfolger hinter den Topteams.

Warum verlor Leclerc beim Safety-Car-Neustart den Anschluss?

Der Neustart war für den Ferrari-Piloten die große Chance auf einen Angriff auf Russell, doch ausgangs der Haarnadel hätte sich Leclerc beinahe gedreht und musste abreißen lassen.

Er erklärt: "Ich habe gesehen, dass George gerutscht ist, und dachte mir: 'Okay, das ist meine Chance, beim Re-Start direkt dran zu sein und hoffentlich die Führung zu übernehmen.' Ich war mir eigentlich ziemlich sicher, dass ich hinten Grip haben würde."

"Aber als ich dann aufs Gas gegangen bin, ist mir das Auto komplett weggebrochen - zehnmal schlimmer als der Rutscher, den George vor mir hatte. Ich hätte es fast weggeschmissen", sagt er. "Das war einer dieser Momente, wo du keinen Millimeter mehr Quersteher haben darfst, weil du das Ding sonst einfach nicht mehr abfängst."

Was sagt Max Verstappen nach dem neunten Platz?

"Um ehrlich zu sein, fehlen mir im Moment die Worte. Alles, was schiefgehen konnte, ist schiefgegangen", so der Niederländer. "Der Start ist natürlich ein Problem, das wir lösen müssen, aber danach war auch die Balance völlig im Eimer."

"Wir hatten wahrscheinlich den höchsten Reifenverschleiß von allen da draußen, das war einfach unkontrollierbar. Dazu kamen noch ein paar andere Dinge am Auto, die, ich sage mal, nicht gut vorbereitet waren. Wir müssen unseren Kram jetzt einfach auf die Reihe kriegen."

So geht es weiter beim Grand Prix von China

Um 8 Uhr am heutigen Samstag gehen die 22 Fahrer ins Qualifying für den Grand Prix.

Der Höhepunkt am Wochenende ist der Grand Prix am Sonntag (15. März) ab 8 Uhr MEZ.

Kevin Scheuren und Stefan Ehlen melden sich an allen Tagen jeweils um 14 Uhr mit der Analyse zum Tagesgeschehen auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de.

Motorsport-Total.com

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