Nahost-Konflikt | 14.03.2026
Offiziell: Bahrain und Saudi-Arabien abgesagt!
Aufgrund des Nahost-Konfliktes können die Formel-1-Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien nicht stattfinden und werden ersatzlos gestrichen - Keine Rennen im April
Die Formel-1-Saison 2026 ist um zwei Rennen ärmer. Fans müssen sich auf einen rennfreien April einstellen, denn die Königsklasse hat die beiden Nahost-Rennen in Bahrain (12. April) und Saudi-Arabien (19. April) nun offiziell abgesagt.
Damit klafft zwischen dem dritten Saisonrennen in Japan (29. März) und dem eigentlich geplanten sechsten Saisonrennen von Miami (3. Mai) nun eine Pause von fünf Wochen, die auch nicht gefüllt werden wird. Denn für Ersatzrennen, etwa in Imola oder in Portimao, fehlt schlicht die notwendige Vorbereitungszeit.
Hintergrund der Absage ist die aktuelle weltpolitische Lage im Nahen Osten, die vom Iran-Krieg, den die USA und Israel führen, beeinflusst wird. Weil die Sicherheit aller Beteiligten nicht gewährleistet werden kann, können die beiden Rennen nicht stattfinden.
Wie die Formel 1 die doppelte Absage erklärt
"Auch wenn es eine schwierige Entscheidung war, ist sie angesichts der aktuellen Lage im Nahen Osten zum jetzigen Zeitpunkt leider die richtige", sagt Formel-1-Boss Stefano Domenicali und fügt hinzu: "Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um der FIA sowie unseren großartigen Veranstaltern für ihre Unterstützung und ihr volles Verständnis zu danken."
"Sie hatten sich darauf gefreut, uns mit ihrer gewohnten Energie und Leidenschaft zu empfangen. Wir können es kaum erwarten, zu ihnen zurückzukehren, sobald es die Umstände zulassen", so Domenicali.
FIA-Präsident Mohammend Bin Sulayem ergänzt: "Die FIA wird die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Gemeinschaft und unserer Kollegen stets an erste Stelle setzen. Nach sorgfältiger Abwägung haben wir diese Entscheidung getroffen, wobei wir uns dieser Verantwortung voll und ganz bewusst waren."
"Wir hoffen weiterhin auf Ruhe, Sicherheit und eine rasche Rückkehr zur Stabilität in der Region. Meine Gedanken sind bei all jenen, die von den jüngsten Ereignissen betroffen sind. Bahrain und Saudi-Arabien sind für das Gesamtbild unserer Rennsaison unglaublich wichtig und ich freue mich darauf, in beide Länder zurückzukehren, sobald es die Umstände erlauben", so der FIA-Präsident.
Am Donnerstag traf der Iran Treibstoff- und Öllagertanks in Bahrain - zwei Wochen nach dem Angriff auf das Hauptquartier der Fünften Flotte der US-Marine in dem Golfstaat, nur wenige Kilometer von der Innenstadt Manamas entfernt und in unmittelbarer Nähe zum Flughafen. Reifenhersteller Pirelli hatte Ende Februar einen geplanten Regentest auf dem Bahrain International Circuit abbrechen müssen.
Neben der angespannten Sicherheitslage würde die Formel 1 auch ein logistisches Problem bekommen, da der Flugverkehr in der gesamten Region derzeit stark eingeschränkt ist. Dies hatte bereits zu Schwierigkeiten bei der Anreise nach Australien geführt, da viele Flüge normalerweise über den Nahen Osten geleitet werden.
Fahrer und Teams dürfen sich daher nun auf einen rennfreien April freuen, wobei die reguläre Arbeit in den Werken unvermindert weitergeht - eine zusätzliche Schließung der Fabrik wie in der Sommerpause ist nicht vorgesehen.
Gerade Teams wie Aston Martin dürfte die Pause aber nicht ungelegen kommen, da sie mehr Zeit zum Behandeln ihrer Probleme bekommen, ohne sportlich weiter in Rückstand zu geraten.
Keine Ersatzrennen geplant
Der Formel-1-Kalender 2026 wird damit um zwei Rennen reduziert und nur noch 22 Rennen umfassen, denn nachgeholt werden sollen die ausgefallenen Grands Prix nicht. Für zusätzliche Rennen am Ende des Jahres fehlt schlichtweg der Platz im Kalender, zudem ist die Königsklasse anders als in der Coronasaison 2020 nicht darauf angewiesen, Rennen hinzuzufügen, um die TV-Verträge erfüllen zu können.
Ersatzrennen in Europa gestalten sich ohnehin schwierig: Das erste europäische Rennen 2026 ist derzeit für den 7. Juni geplant, wenn die Formel 1 in die Straßen von Monaco zieht. Last-Minute-Rennen sieben oder acht Wochen früher an Orten wie Portimao oder Imola hinzuzufügen, würde sowohl der F1, der FIA als auch den lokalen Promotern enorme logistische Kopfschmerzen bereiten.
Die Promoter müssten Notfallvereinbarungen mit den lokalen Behörden treffen und eine Rumpfcrew zusammenstellen, um die Rennstrecke zu betreiben - wobei die Anforderungen an ein heutiges Formel-1-Rennen normalerweise fast ein ganzes Kalenderjahr Planung beanspruchen.
Dann ist da noch das kleine Thema Ticketverkauf, das so kurzfristig problematisch zu organisieren und zu vermarkten wäre. Eine begrenzte Anzahl zahlender Kunden bedeutet wenig Anreiz für einen Promoter, eine Austragungsgebühr zu zahlen, die all den Aufwand wert wäre.
Warum die Rennen nicht zu retten waren
Die beiden arabischen Rennen sind als Doppel-Event geplant, um die komplizierte Logistik der Formel 1 zu optimieren. Daher wäre es schwierig, nur eines der beiden durchzuführen - obwohl es heißt, dass es eine gewisse Hoffnung gab, den Lauf in Dschidda irgendwie zu retten.
Ein Teil der Fracht der Teams und von Pirelli befindet sich bereits in Bahrain, da sie nach den Testfahrten vor der Saison nie abgezogen wurde. Da das Rennen jedoch für den 12. April angesetzt ist, müsste der Rest der Fracht nun umgehend auf den Weg gebracht werden.
Um das Rennen in Saudi-Arabien zu retten, müsste zudem Personal nach Bahrain reisen können, um einen Teil der Fracht über die Grenze zu transportieren.
Der Große Preis von Bahrain war 2011 schon einmal abgesagt worden, als politische Unruhen im Land eine Austragung verhindert hatten. Für Saudi-Arabien ist es die erste Absage, wobei man 2022 nach Angriffen der jemenitischen Houthi-Miliz nahe der Strecke schon einmal kurz davor stand, als während des Freien Trainings Rauchschwaden zu sehen waren.
Von der Absage ist aber nicht nur die Formel 1 betroffen, auch die Nachwuchsserien Formel 2, Formel 3 und F1-Academy können natürlich nicht stattfinden. Für sie wird die Pause noch länger sein.
Für die F1-Academy steht das nächste Rennen für Ende Mai in Montreal im Kalender. Für die Formel 2 und Formel 3 ist das nächste Rennen erst für Anfang Juni in Monaco geplant, sodass für diese beiden Serien ganze drei Monate zwischen erstem und zweitem Saisonevent liegen.
Die Formel 1 wird Ende des Jahres in den Nahen Osten zurückkehren: Ende November und Anfang Dezember sind in Katar und Abu Dhabi die beiden letzten Saisonrennen geplant - wenn sich die Lage in der Region bis dahin beruhigt haben sollte. Ansonsten bliebe zumindest noch etwas mehr Zeit, sich um Ersatzrennen zu kümmern.

















