MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Red-Bull-Ford zu ADUO Mit Red-Bull-Ford betritt ein neuer Antriebshersteller die F1-Bühne
Vladimir Rys / Red Bull Content Pool

Red-Bull-Ford: Lieber "Kampf mit offenem Visier" als Handicap-System

Ab 2026 führt die Formel 1 das ADUO-System ein, um Dauersieger zu verhindern: Doch Red Bull warnt vor einer unnötigen Verkomplizierung des Wettbewerbs

Mit dem neuen Motorenreglement für die Saison 2026 führt die Formel 1 das sogenannte ADUO-System (Additional Development and Upgrade Opportunities) ein. Dieses soll verhindern, dass einzelne Hersteller wie Mercedes zu Beginn der Hybrid-Ära ab 2014 über Jahre hinweg dominieren. Doch bei Red-Bull-Ford-Powertrains stößt die Regelung auf Skepsis. Der technische Direktor Ben Hodgkinson spricht sich stattdessen für einen freien Wettbewerb aus.

"Ich persönlich würde es lieben, die Homologation einfach abzuschaffen und einen Kampf mit offenem Visier zu führen", erklärt der Brite. Das System sieht vor, die Leistung der Triebwerke zu drei Zeitpunkten der Saison zu evaluieren. Wer mehr als zwei Prozent hinter dem Branchenprimus liegt, erhält zusätzliche Entwicklungskontingente.

Hodgkinson sieht darin jedoch eine unnötige Verkomplizierung des Wettbewerbs. Nach seiner Ansicht bieten die bestehende Budgetobergrenze sowie die streng limitierten Prüfstandsstunden bereits ausreichend Kontrollmechanismen.

Entwicklung und Logistik machen Updates schwierig

Außerdem betont er, dass die Realität der Motorenentwicklung oft unterschätzt werde. Während am Chassis kurzfristige Änderungen möglich seien, betrage die Vorlaufzeit für neue Motorenkomponenten aufgrund der komplexen Fertigung und der notwendigen Haltbarkeitstests oft viele Monate.

Ein zentrales Problem stellt zudem die Logistik dar. Ein Update müsse für den gesamten Motorenpool eines Teams produziert werden, was bei zwölf Einheiten eine enorme Zeitspanne in Anspruch nehme. Alleine die Herstellung bestimmter Präzisionsteile könne bis zu zwölf Wochen dauern. Ein schnelles Aufholen durch das ADUO-System sei daher kaum realistisch.

In der Branche wird zudem spekuliert, dass Mercedes und Red Bull bereits technische Vorteile durch die Auslegung des Verdichtungsverhältnisses im Verbrennungsmotor erzielt haben könnten. Hodgkinson warnt davor, dass ein Vorsprung beim Saisonauftakt aufgrund der langen Entwicklungszyklen für lange Zeit Bestand haben dürfte.

Miami als erste Bewährungsprobe

"Ich denke, wenn ein Team im ersten Rennen einen Vorteil beim Motor hat, wird es einige Zeit dauern, bis jemand anderes aufholen kann", fügte er hinzu. "Ein Weg, sie einzubremsen, ist gewissermaßen notwendig, was ADUO in gewisser Hinsicht bietet. Aber ich denke, nach sechs Rennen wird es bewertet, sodass man technisch gesehen im siebten Rennen das Update einführen kann."

"Ich halte es für eine ziemliche Herausforderung, in ein paar Wochen ein Update zu entwickeln. Wenn ich jetzt 20 Kilowatt hätte, die ich an den Motor schrauben könnte, würde ich es tun."

Ob das Handicap-System die gewünschte Angleichung bringt oder lediglich zu bürokratischem Mehraufwand führt, wird sich erst im Mai 2026 nach dem Grand Prix in Miami zeigen, wenn die erste Leistungsbewertung ansteht.

Motorsport-Total.com

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

Weitere Artikel:

Berufung gegen Monaco-Ergebnis

Verliert Gasly sein Monaco-Podium?

Seit gestern findet die Berufungsverhandlung gegen das Monaco-Ergebnis statt: McLaren kämpft für Fairness und Integrität - und eigene Interessen

Überraschung im Madrid-Qualifying

Norris verdrängt Antonelli von der Pole!

Lando Norris steht beim Grand Prix von Spanien 2026 auf Poleposition, vor Kimi Antonelli und Max Verstappen - Lewis Hamilton fällt von P1 auf P4 zurück

Zu wenig Action in Madrid

Madring soll für 2027 geändert werden

Der Madring steht nach seinem Formel-1-Debüt vor möglichen Änderungen: Die FIA hat den Veranstaltern bereits konkrete Empfehlungen gegeben

GP von Italien: Qualifying

Sensation: Gasly erobert Windschatten-Pole!

Das hatte beim Grand Prix von Italien keiner auf dem Zettel: Während Mercedes und Ferrari strauchelten, wurde Alpine zur großen Überraschung

"Rechtliche Mittel ausschöpfen"

Ukraine verschärft Einspruch gegen Russland

Der ukrainische Verband FAU hat seine Beschwerde gegen Russland verschärft und das Berufungsgericht der FIA eingeschaltet: Man will "rechtliche Mittel ausschöpfen"