"Ungewöhnlich" | 08.04.2026
"Ungewöhnlich": Coulthard kritisiert Verstappens Reporter-Rauswurf
Max Verstappen warf in Japan einen Journalisten aus der Medienrunde - David Coulthard zeigt sich über die fehlende Reaktion der FIA verwundert
Ex-Formel-1-Pilot David Coulthard zeigt sich überrascht darüber, dass der Automobil-Weltverband (FIA) keine Sanktionen gegen Max Verstappen verhängt hat. Der viermalige Weltmeister hatte beim Großen Preis von Japan einen britischen Journalisten aus einer Medienrunde geworfen.
Der Vorfall in Suzuka ereignete sich während eines Pressetermins in der Red-Bull-Hospitality. Verstappen weigerte sich schlichtweg mit der Runde zu beginnen, bis der entsprechende Reporter den Raum verlassen hatte. Der Frust des Niederländers rührte offenbar von einem Schlagabtausch beim Saisonfinale 2025 in Abu Dhabi her, als Verstappen den WM-Titel um nur zwei Punkte gegen Lando Norris verlor.
Der Journalist, Giles Richards vom Guardian, hatte Verstappen damals zu einer Kollision mit George Russell befragt, die sich früher in der Saison ereignet und seine Position in der Tabelle beeinflusst hatte. "Du vergisst all die anderen Dinge, die in meiner Saison passiert sind. Das Einzige, was du erwähnst, ist Barcelona. Ich wusste, dass das kommen würde", reagierte Verstappen damals genervt.
"Du grinst mich jetzt so blöd an. Ich weiß nicht. Ja, es gehört am Ende zum Rennsport dazu. Man lernt dazu. Die Meisterschaft besteht aus 24 Runden. Ich habe in der zweiten Jahreshälfte auch viele verfrühte Weihnachtsgeschenke bekommen, das könnte man also auch hinterfragen."
Coulthard: "Ungewöhnlich, jemanden des Raumes zu verweisen"
In der neuesten Ausgabe des Podcasts Up To Speed ordnete Coulthard die Aktion von Verstappen nun ein. "Nun, ich sehe es so: Es ist wahrscheinlich nichts, worüber sich Max im Nachhinein gut fühlen wird. Denn obwohl er absolut recht hat, dass er die Frage nicht beantworten muss, ist es doch ungewöhnlich, jemanden aus diesem Umfeld des Raumes zu verweisen", so der Schotte.
"Und ich bin tatsächlich ein wenig überrascht, dass die FIA dazu keine Stellung bezogen hat. Ich habe nichts von irgendeiner Verwarnung gesehen. Denn im Grunde genommen ist es so: Wenn er dort das Wort 'Scheiße' benutzen würde, bekäme er eine Geldstrafe."
Coulthard zieht Parallelen zu seiner eigenen aktiven Zeit: "Ich kann es nur mit meiner Zeit als Rennfahrer vergleichen. Ich habe natürlich nie die Weltmeisterschaften gewonnen, die Max hat, aber ich war definitiv auch Kritik von verschiedenen Journalisten ausgesetzt."
Kritik ist schwer nicht persönlich zu nehmen
Dabei gibt Coulthard zu, dass ein Fahrer sich eine dicke Haut zulegen muss: "Es ist sehr schwierig, das nicht persönlich zu nehmen. Ich bin sicher, man schaut sich die Kommentare in den sozialen Medien nicht an, denn da gibt es die, die dich lieben, und die, die dich einfach nicht mögen - so ist das nun mal."
"Ich habe sicherlich Kritik abbekommen. Und es gab immer einen Unterton - sagen wir, wenn sie meine Qualifying-Leistung hinterfragten. Das war eine berechtigte Frage, aber natürlich war es nicht einfach, immer und immer wieder dieselbe Frage gestellt zu bekommen", erinnert sich der ehemalige Red-Bull-Pilot.
"Manche Journalisten waren sehr abfällig. Und es ist ihr gutes Recht als Journalist zu sagen, was sie sehen. Aber es ist schwer, das nicht persönlich zu nehmen. Davon ist kein Fahrer ausgenommen."
Das Beispiel Andrea Kimi Antonelli
Coulthard blickt dabei auch auf die aktuelle Generation: "Im Moment erntet Kimi Antonelli nur Lob. Alles. Jeder liebt ihn. Seine Mutter wird sicher Zeitungsausschnitte sammeln, falls man das heute noch so macht. Aber so sicher, wie er gerade gelobt wird, wird er irgendwann in der Zukunft kritisiert werden - besonders, wenn er Fehler macht."
Abschließend erinnert sich Coulthard an eine ganz spezielle Kritik aus seiner Karriere: "Ich erinnere mich, dass ein Journalist schrieb: 'David hat die erstaunliche Fähigkeit, über einen Vorfall so zu sprechen, als hätte er das Auto zu diesem Zeitpunkt gar nicht selbst gefahren.' Das hat mich wirklich schockiert, weil er offensichtlich dachte, ich würde nur ständig Ausreden suchen."
"Ich habe das damals nicht so gesehen. Aber vielleicht war ich auch zu defensiv. Ich habe mit diesem Journalisten gesprochen, wir haben Frieden geschlossen und haben das abgehakt. Aber es ist hart, diese öffentliche Kritik einzustecken."

















