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Berger über Roland Ratzenberger Gerhard Berger und Landsmann Roland Ratzenberger
Motorsport Images

Berger über Roland Ratzenberger: "Schwieriger als mein eigener Unfall"

Der Tod von Roland Ratzenberger war für Gerhard Berger schwieriger als sein eigener Unfall in Imola - Mit der Gefahr habe er sich damals "nicht sehr viel befasst"

Am 30. April 1994 verunglückte Roland Ratzenberger beim Qualifying zum Großen Preis von San Marino in Imola tödlich. Für Landsmann Gerhard Berger war Ratzenbergers Unfall laut eigener Aussage einer der schwierigsten Momente seiner gesamten Karriere.

"Für mich war der schwierigste Moment nach einem Unfall [...] nach dem Tod von Roland in Imola", verrät Berger gegenüber ServusTV und erklärt, er habe damals im Auto gesessen und darauf warten müssen, "dass das Qualifying wieder losgeht."

Denn zwar sorgte Ratzenbergers Crash für eine lange Unterbrechung der Session, anschließend wurde das Qualifying aber wieder freigegeben. Die Umstände sorgten laut Berger dafür, dass es "ganz schwierig war, wieder in Fahrt zu kommen."

Das größte Problem sei gewesen, "dass wir in den Autos waren und dass wir gerade die Runde abgebrochen haben und dass wir das einfach am Bildschirm verfolgt haben." Denn während der Unterbrechung zeigte die TV-Übertragung die Bilder des verunfallten Piloten.

¿pbfsfs_690|Karriere von Roland Ratzenberger|https://www.motorsport-total.com/bilder/strecken/14karriereratzenberger/978/teaserraw32.jpgpb¿"Du bist in der Anspannung vom Qualifying, [...] und du hast gewusst, der Unfall kann nicht gut ausgehen", erklärt Berger. Trotzdem mussten die Fahrer fokussiert bleiben, weil die Session anschließend fortgesetzt wurde. Das sei "schwieriger als mein eigener Unfall" gewesen, so Berger.

Der damalige Ferrari-Pilot hatte 1989 in Imola ebenfalls einen schweren Crash überlebt, bei dem sein Auto in Flammen aufgegangen war. Trotzdem saß er bereits beim übernächsten Grand Prix in Mexiko wieder im Auto.

Berger über Unfälle: "Nicht sehr viel befasst damit"

Das war für ihn laut eigener Aussage nicht so schwierig wie das Imola-Wochenende 1994, an dem nicht nur Ratzenberger starb, sondern einen Tag später auch noch Bergers guter Freund Ayrton Senna tödlich verunglückte.

"Wir haben uns nicht sehr viel befasst damit", so Berger über die Gefahr, die vor allem zu seiner aktiven Zeit im Motorsport immer präsent war. Sicherheitsmaßnahmen wie das Halo- oder das HANS-System wurden in der Formel 1 erst viele Jahre später eingeführt.

"Wir sehen halt immer wieder die Bilder von unseren Unfällen in der Formel 1", so Berger. Doch man dürfe nicht vergessen, dass es in anderen Serien damals noch gefährlicher gewesen sei. "Formel Ford, Formel 3, das waren alles Aluminium-Chassis", nennt er ein Beispiel.

¿pbfsfs_2690|Gerhard Bergers Feuerunfall 1989 in Imola und dessen Folgen|https://www.motorsport-total.com/bilder/strecken/2020f1imola1989/978/teaserraw32.jpgpb¿"Das waren alles Fahrzeuge, die sofort in Flammen aufgegangen sind", erklärt Berger, der betont: "Da ist so viel auch außerhalb der Kamera passiert." Erst heute wird dem inzwischen 66-Jährigen laut eigener Aussage manchmal wieder klar, wie viele Kollegen damals gestorben seien.

"Für mich ist es heute so, wenn ich ein Buch vorgelegt habe und muss unterschreiben und sehe dann: den gibt es nimmer, den gibt es nimmer, den gibt es nimmer ... Dann fällt es erst wieder auf, wie viele da eben nicht zurückgekommen sind", so der Österreicher.

Motorsport-Total.com

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