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Peugeot präsentiert Le-Mans-Hypercar für WEC 2022 Das Le-Mans-Hypercar von Peugeot zeigt erstmals seine sechs Krallen
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Peugeot präsentiert Le-Mans-Hypercar für WEC 2022

Peugeot setzt nicht auf LMDh, sondern präsentiert einen LMH-Boliden - Der Bolide soll Toyota und, sofern sie bleiben, Alpine herausfordern

Die Katze ist aus dem Sack: Peugeot hat wie erwartet ein Le-Mans-Hypercar vorgestellt, mit dem man in der LMP1-Nachfolgekategorie in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) an den Start gehen wird.

Damit sind die Franzosen der vierte Hersteller nach Toyota, Glickenhaus und ByKolles-Enso, die ein Fahrzeug nach LMH-Regularien bauen. Peugeot könnte auch auf Alpine treffen, die jüngst ein Engagement in der WEC-Topkategorie verkündet haben. Diese haben sich offiziell aber erst einmal nur für die Saison 2021 engagiert.

Der Bolide, von dem Peugeot lediglich drei Rendering-Skizzen zeigt, wird wie angekündigt von einem Hybridsystem angetrieben. Es ist damit der zweite Hybrid-Bolide in der LMH nach dem Toyota GR Super Sport. Zum Motorenkonzept gibt es bislang keine Informationen, nur dass es 680 PS leisten wird, wie in den Regularien vorgegeben. Auf die "Rahmenbedingungen" beim Motor habe man sich aber bereits festgelegt.

Auch der Name des Fahrzeugs ist noch unklar. Der Bolide, der in die Fußstapfen von Peugeot 905 und 908 tritt, hört bislang lediglich auf den Arbeitstitel "Le Mans Hypercar".

Allradantrieb mit Hybrid

Weil es kein entsprechendes Straßen-Hypercar von Peugeot gibt, wird das Fahrzeug natürlich nach LMH-Prototypenreglement gebaut - dieselbe Philosophie, nach der auch Toyota vorgeht. Das LMH-Projekt wird in technischer Zusammenarbeit mit Ligier gestemmt. Als neuer Partner ist außerdem Mineralölhersteller Total an Bord.

Der Grund für die Wahl auf einen LMH und die Ablehnung der LMP2-basierten LMDh-Kategorie ist laut Peugeot auf "mehrere Kriterien" zurückzuführen. Als hauptsächlichen Punkt nennt Peugeot aerodynamische Freiheit, die das LMH-Reglement mit sich bringt.

Ein weiterer Grund ist das freie Styling der Karosserie bei einem LMH-Boliden. Deshalb wird Peugeot Design in die Planung des Le-Mans-Hypercars involviert sein. Weil die LMH-Kategorie über eine Balance of Performance geregelt wird, diktiert die Aerodynamik das Design nicht mehr alleine.

"Diese Skizzen zeigen, auf welche Bereiche wir uns fokussieren" sagt Peugeot-Designchef Matthias Hossann. "Die drei Klauenspuren und die Farben sind Symbole, die wir auf unserem Hypercar anbringen wollen."

272 starker Allrad-Hybrid

Peugeot-Chef Jean-Philippe Imparato erklärt die Beweggründet für die Rückkehr zu den 24 Stunden von Le Mans nach elf Jahren: "Wir kehren in den Langstrecken-Sport zurück, weil wir in diesem Sport in einer anderen Art und Weise betreiben können - mit Hybridmotoren. Peugeot Sport verändert seine Identität und wird zu einer Marke, die Hochleistungselektroautos schafft."

Als Technischer Direktor im Projekt fungiert Olivier Jansonnie. Er verrät einige Details des Fahrzeugs: "Das Auto wird über einen Allradantrieb und einen Elektromotor verfügen, der 200 Kilowatt [272 PS] auf die Vorderachse bringt."

Zum Vergleich: Für die LMDh ist momentan ein 45-PS-Minihybrid im Gespräch, der auf die Hinterräder wirken soll. Die teuren LMP1-Hybriden können bis zu 300 Kilowatt (407 PS) leisten. Bevor dieser Wert als Obergrenze im Reglement verankert wurde, wurden sogar noch wesentlich höhere Leistungen erzielt.

Das Debüt von Peugeots Le-Mans-Hypercar soll weiterhin 2022 erfolgen. Wann genau, wird nicht kommuniziert. Ursprünglich wollte Peugeot zu einer Saison 2022/23 der WEC einsteigen. Allerdings wurde diese unlängst wieder auf einen regulären Jahreskalender umgestellt.

Motorsport-Total.com

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